Verband rechnet momentan mit Schnäppchen bei Flugtickets

04.06.2020
Die Lockerung der Reisebeschränkungen lässt auch viele Airlines aufatmen. Doch die Nachfrage nach Flugreisen ist bisher verhalten. Der Dachverband der Fluggesellschaften erwartet daher vorübergehend günstige Ticketpreise.
Die Airlines nehmen wieder ihren Betrieb auf. Um mehr Kunden zu gewinnen, könnten die Fluggesellschaften in den kommenden Wochen auf niedrige Ticketpreise setzen. Foto: picture alliance / dpa
Die Airlines nehmen wieder ihren Betrieb auf. Um mehr Kunden zu gewinnen, könnten die Fluggesellschaften in den kommenden Wochen auf niedrige Ticketpreise setzen. Foto: picture alliance / dpa

Genf (dpa) - Mit dem Flugverkehr geht es wieder aufwärts: Die Talsohle sei nach dem coronabedingten Einbruch wohl durchschritten, berichtete der Dachverband der Fluggesellschaften (IATA). Fluggesellschaften in Asien hätten Passagiere mit Schnäppchen auf Inlandsstrecken zurückgewonnen, und dasselbe sei in Europa zu erwarten, sagte IATA-Chefökonom Brian Pearce.

Seit dem 21. April hätten die Flüge weltweit um 30 Prozent zugenommen, allerdings von sehr niedrigem Niveau aus. Insgesamt liege der Flugverkehr noch 73 Prozent unter dem Niveau von Anfang des Jahres. Der 21. April sei nach den aktuellen Analysen bei allen Flügen, inklusive Frachtmaschinen, der Tiefpunkt gewesen, sagte Pearce. Während der Frachtverkehr teils weiterlief, brach der Passagierverkehr um 98 bis 99 Prozent ein. Es gab praktisch lediglich Rückholflüge für gestrandete Landsleute.

In China gehe es bei Inlandsflügen bereits seit Februar wieder aufwärts. Airlines hätten Ticketpreise für Inlandsflüge teils bis zu 40 Prozent reduziert. Im Durchschnitt lagen sie 23 Prozent unter dem Niveau von vor einem Jahr. Für Europa seien Prognosen noch zu früh. «Ich rechne aber mit einem ähnlichen Muster,» sagte Pearce. Solche Preisnachlässe dürften von kurzer Dauer sein. Die höheren Kosten durch die Umsetzung zahlreicher Corona-Maßnahmen müssten finanziert werden. «Niedrige Ticketpreise und höhere Kosten - das passt nicht gut zusammen», sagte er.

Die Luftfahrtindustrie rechne mit einer relativ langsamen Erholung, sagte Pearce. Der Bedarf sei da, aber vieles hänge davon ab, wann und unter welchen Bedingungen die Grenzen wieder geöffnet werden.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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