Venedig droht Meeresspiegelanstieg um mehr als einen Meter

02.09.2021
Versinkt Venedig schon bald im Meer? Offenbar kein unwahrscheinliches Szenario - zumindest nicht, wenn die Lagunenstadt ihre Schutzmaßnahmen nicht anpasst. Klimaforscher sagen einen massiven Anstieg des Meeresspiegels voraus.
Klima- und Meeresforscher prognostizieren für die Region Venedig einen Anstieg des Meeresspiegels um mehr als einen Meter bis 2100. Foto: Lapresse/Anteo Marinoni/LaPresse via ZUMA Press/dpa
Klima- und Meeresforscher prognostizieren für die Region Venedig einen Anstieg des Meeresspiegels um mehr als einen Meter bis 2100. Foto: Lapresse/Anteo Marinoni/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Venedig (dpa) - Klima- und Meeresforscher warnen für die Region
Venedig vor einem Anstieg des Meeresspiegels um mehr als einen Meter
in den nächsten Jahrzehnten. Sollte der Klimawandel nicht
entscheidend gebremst werden, sei bis zum Jahr 2100 ein Anstieg um
bis zu 120 Zentimer möglich, hieß es. Als Extremszenario wurde sogar
ein Anstieg von rund 170 Zentimetern berechnet.

Das geht aus Analysen hervor, die in dieser Woche vom Fachmagazin
«Natural Hazards and Earth System Sciences» veröffentlicht wurden. An
dem Projekt beteiligt waren Universitäten aus Venedig und Lecce in
Apulien sowie das italienische Institut für Meeresforschung (Ismar).

Die Wissenschaftler mahnen, dass der steigende Meeresspiegel in Folge
des Klimawandels bei der Stadtplanung in Venedig und auch anderen
Küstenorten dringend einkalkuliert werden müsse.

Das Megaprojekt «Mose», bei dem an den drei Einfahrten zum Hafen von
Venedig mobile Flutschutztore errichtet wurden, soll Venedig aktuell
vor Hochwasser schützen. In einer Prognose der Wissenschaftler müsste
die Barriere von 2075 an fast das ganze Jahr geschlossen bleiben, um
die Stadt vor dem Meer zu schützen - was extreme Auswirkungen auf die
Umwelt und die Wirtschaft der Lagunenstadt haben würde.

© dpa-infocom, dpa:210902-99-69217/2

Mitteilung zu den Studien


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Die Umweltschäden am Great Barrier Reef nehmen zu. Das Unesco-Welterbekomitee fordert Australien eindringlich auf, Maßnahmen gegen den Klimawandel zu treffen. Foto: Uncredited/Kyodo News via AP/dpa Verliert das Great Barrier Reef jetzt den Welterbe-Status? Das Great Barrier Reef ist ein einzigartiges Naturwunder. Dass die Unesco nun damit droht, das Ökosystem als gefährdetes Welterbe einzustufen, erzürnt die Regierung in Canberra - um die Umwelt allein geht es ihr dabei wohl aber nicht.
Forschende haben eine mehr als zehn Meter breite Koralle haben im Great Barrier Reef entdeckt. Foto: Woody Spark/Springer Nature/dpa Gewaltige Koralle im Great Barrier Reef entdeckt Das Great Barrier Reef ist das größte Korallenriffsystem der Welt. Bis heute ist es noch nicht vollständig erforscht. Nun machte ein Wissenschaftsteam wieder eine neue Entdeckung.
Am Siesta Key Beach werden Strandträume wahr. Foto: Visit Sarasota County/Ally Beames Weite Strände und wilde Tiere an Floridas Golfküste Einige der schönsten Strände Floridas liegen in Sarasota und den vorgelagerten Inseln an der Westküste des Sunshine State. Doch Urlauber müssen nicht faul im Sand liegen - es gibt zahlreiche Tiere zu entdecken. Und eine lebendige Kulturszene.
Gewohnte und beliebte Motive aus den Alpen. Doch die Winter in den Alpen verändern sich. Das hat Folgen für Wintertourismus, Landwirtschaft und Wasserversorgung. Foto: Matthias Schrader/AP/dpa Studie: Schneesaison in den Alpen wird immer kürzer Der Klimawandel verändert die Alpenregionen maßgeblich. Die Gletscher schrumpfen und die Baumgrenze verschiebt sich. Doch auch die Schneephasen im Winter werden kürzer. Das zeigt eine Auswertung von Wetterdaten.