Umfrage: Fast ein Drittel will digital weiterleben

03.12.2021
E-Mail, Streaming, Online-Banking: Internetuser haben oft viele Accounts. Was mit ihnen nach dem eigenem Tod geschieht, sollte man zu Lebzeiten regeln.
Mit ihrem digitalen Erbe haben sich die Teilnehmer einer Umfrage in unterschiedlichem Umfang befasst. Foto: Sebastian Willnow/dpa-tmn
Mit ihrem digitalen Erbe haben sich die Teilnehmer einer Umfrage in unterschiedlichem Umfang befasst. Foto: Sebastian Willnow/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Ein digitales Leben nach dem Tod: Fast ein Drittel der Internetnutzer in Deutschland (28 Prozent) wünscht sich, dass ihre Profile in sozialen Netzwerken auch nach ihrem Ableben fortbestehen. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom ergeben. Demnach kümmern sich auch immer mehr User um ihren digitalen Nachlass.

Nach 31 Prozent bei der letzten Umfrage von 2019 regeln nunmehr 40 Prozent der Internetnutzerinnen und -nutzer ihr digitales Erbe. Darunter haben das zwei Drittel (68 Prozent) für Zugänge zu PINs und Geräten getan, ein Drittel (33 Prozent) bei online verwalteten Services wie Bankkonten oder Versicherungen.

Jeder Vierte (26 Prozent) hat Informationen zu Online-Konten oder Messenger-Diensten für Hinterbliebene hinterlegt, 17 Prozent zu Online-Speichern oder Cloud-Diensten. Erst ein Zwanzigstel (5 Prozent) hat sich darum bei Streaming- oder Gaming-Abos gekümmert.

Verträge gehen automatisch auf Erben über

Den digitalen Nachlass zu regeln erspare Angehörigen emotionale Belastung bei der komplizierten Suche nach Nutzernamen und Passwörtern, so der Verband. Zudem könnten kostenpflichtig Dienste und Abos im Netz schneller gekündigt werden.

Laut Bitkom gehen seit einem Urteil des Bundesgerichtshofs im Jahr 2018 (Aktenzeichen: III ZR 183/17) Verträge etwa mit Kommunikationsprovidern oder sozialen Netzwerken auf die Erben über, sofern zu Lebzeiten nichts anderes bestimmt wurde.

© dpa-infocom, dpa:211203-99-247008/2

BGH-Urteil


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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