Tracking-Buttons von Facebook & Co blockieren

29.07.2019
Wer Facebooks «Like»-Button in seine Webseite einbindet, muss darüber informieren, dass allein durch den Seitenaufruf Nutzerdaten an das soziale Netzwerk übertragen werden. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden. Was ist mit anderen Social-Media-Buttons?
Mit der Browser-Erweiterung Privacy Badger lässt sich die Aktivität von Social-Media-Buttons kontrollieren. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
Mit der Browser-Erweiterung Privacy Badger lässt sich die Aktivität von Social-Media-Buttons kontrollieren. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Brüssel (dpa/tmn) - Mit Facebooks «Gefällt mir»-Schaltflächen auf Webseiten ist es vertrackt: Damit sie aktiv werden, braucht es keinen Klick.

Es genügt das einfache Öffnen der Seite, in der die Schaltfläche eingebettet ist, damit IP-Adresse, Browser-Kennung sowie Datum und Uhrzeit des Aufrufs an Facebook gesendet werden. Das passiert ganz unabhängig davon, ob der jeweilige Nutzer überhaupt Mitglied ist. Aber das muss nicht sein.

Wer auf seinem Weg durchs Netz möglichst unbeobachtet bleiben möchte und beim Öffnen von Webseiten nicht ständig alle möglichen Einwilligungsabfragen durchlesen will, kann den «Like»-Button einfach per Browser-Erweiterung blockieren. Das erklärt die Electronic Frontier Foundation (EFF),die sich für Grundrechte im Informationszeitalter einsetzt. Dazu bietet die US-Nichtregierungsorganisation mit Europabüro in Brüssel die kostenlose Browsererweiterung Privacy Badger für Chrome, Firefox und Opera an.

Die Erweiterung blockt aber nicht nur die «Like»-Schaltfläche, sondern auch diverse andere Social-Media-Buttons und ganz grundsätzlich auch alle möglichen Werbetracker. Der Privacy Badger kann die Social-Media-Buttons aber auch durch Platzhalter ersetzen. So beginnen Datenübermittlung und Tracking erst dann, wenn man sich bewusst für die Nutzung der Buttons entscheidet und auf einen Platzhalter klickt. Die sogenannte Zwei-Klick-Lösung setzen Webseiten-Betreiber teils aber auch schon von sich aus ein.

EuGH-Urteil (Az.: C-40/17)

Browser-Erweiterung Privacy Badger installieren

Infos zum Umgang des Privacy Badgers mit Social-Media-Buttons


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Mit Musical.ly nimmt man 15-Sekunden-Musikvideos auf und teilt diese in einem sozialen Netzwerk. Verbraucherschützer raten bei der App zur Vorsicht. Foto: Musical.ly Datenschutz-Misstöne bei Musical.ly Mit dem Smartphone zum Star werden: Diesen Traum träumen viele Nutzer der Musikvideo-App Musical.ly, wenn sie Playback-Clips aufnehmen und mit den anderen «Musern» teilen. Experten warnen aber vor kritischen Voreinstellungen und dem Umgang mit den Nutzerdaten.
Internet Explorer, Chrome, Safari, Firefox, Opera oder Edge - die Auswahl an Browsern ist groß. Wer noch auf der Suche nach «seinem» Browser ist, sollte einfach mal durchprobieren. Foto: Andrea Warnecke Begleiter durchs Netz: Den passenden Browser finden Welcher ist der richtige für mich? Diese Frage lässt sich beim Thema Browser nicht eindeutig beantworten. Doch Unentschlossenen kann ein Blick auf die Funktionen weiterhelfen: Am Ende sollte dann für jeden etwas dabei sein.
Tracking auf Schritt und Tritt: Die Internet- und Smartphone-Nutzung wird von vielen Webseiten und Apps beobachtet. Das muss aber niemand hinnehmen. Foto: pa-infografik GmbH/dpa-Themendienst Smartphone-Schnüfflern den Riegel vorschieben Am Rechner auf dem Schreibtisch ist es für viele selbstverständlich, das Tracking von Webseiten zu unterbinden. Aber was ist mit dem Smartphone? Ist man dort der Datensammelei schutzlos ausgeliefert?
Google-Manager Scott Huffman erklärt die Funktionsweise der neuen Sprachassistenzsoftware Assistant, die direkt auf den Smartphones läuft, statt Daten in die Cloud schicken zu müssen. Foto: Andrej Sokolow Google I/O: Datenschutz-Versprechen und Flugzeug-Protest Im Silicon Valley gehört es inzwischen zum guten Ton, sich für den konsequenten Schutz der Privatsphäre auszusprechen. Nicht nur Apple-Chef Tim Cook erklärt Datenschutz zum Menschenrecht. Auch Google preist «Privacy», aber nicht alle glauben dem Versprechen.