Thüringens Wintersportregionen bangen um den Saisonstart

19.11.2020
Langlaufloipen sind ausgeschildert, die Skilifte einsatzbereit. Doch hinter der Wintersportsaison 2020/21 im Thüringer Wald stehen dicke Fragezeichen. Das hat nicht nur mit dem Wetter zu tun.
So unbeschwert wie im vergangenem Jahr wird der Winterurlaub in Thüringen diesmal nicht ablaufen. Offen ist, ob der Saisonbetrieb überhaupt losgehen kann. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv
So unbeschwert wie im vergangenem Jahr wird der Winterurlaub in Thüringen diesmal nicht ablaufen. Offen ist, ob der Saisonbetrieb überhaupt losgehen kann. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv

Suhl (dpa) - Vor dem geplanten Start der Wintersportsaison im Thüringer Wald beherrschen Corona-Sorgen die Planungen in den Skigebieten. Das gelte vor allem für die Skilifte und die Gastronomie entlang der Langlaufstrecken, sagte Stefan Ebert, Verantwortlicher für Wintertourismus beim Regionalverbund Thüringer Wald.

«Wir wissen nicht, ob wir die Lifte durchgängig ab 1. Dezember laufen lassen können.» Sollten sich Bund und Länder in der kommenden Woche auf schärfere Anti-Corona-Maßnahmen verständigen, etwa auf eine längere Schließung von Freizeiteinrichtungen, treffe das auch die Lifte. «Und für die Gastronomie entlang der Loipen wäre eine coronabedingte Schließung fatal.»

Im Thüringer Wald locken fast 40 Liftanlagen mit Pisten unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade die Alpinskifahrer. Vor allem die großen Anlagen in Heubach, Schmiedefeld, Oberhof und Steinach sind in der Lage, bei entsprechenden Minusgraden Kunstschnee zu produzieren. Der finanzielle Aufwand dafür sei wegen des hohen Stromverbrauchs «nicht unerheblich», sagte Rainer Mahn, Geschäftsführer der Oberhofer Freizeit- und Tourismus GmbH, die den Fallbachlift in Thüringens bekanntestem Wintersportzentrum betreibt und vor Ort 17 Schneekanonen zur Verfügung hat. «Wenn wir wegen der Corona-Beschränkungen nicht aufmachen könnten, wäre das eine Katastrophe.»

Laut Regionalverbund haben alle Liftbetreiber Corona-Hygienekonzepte unter anderem mit Abstands- und Maskenregelungen ausgearbeitet. In auch im Sommer etwa für Mountainbiker geöffneten Anlagen wie dem Fallbachlift oder der Skiarena Silbersattel in Steinach hätten sich diese bereits bewährt, sagte Ebert. «Das möchten wir auch im Winter so weiter machen», ergänzte Mahn. Unproblematischer ist die Situation nach Einschätzung des Regionalverbunds beim Skilanglauf. Dieser gelte mit Blick auf Corona nicht als Risikosportart, sagte Ebert.

Angesichts der Corona-Situation in Österreich oder Südtirol hofft der Regionalverbund in diesem Winter auch auf Skiurlauber, die normalerweise nach Österreich oder Südtirol fahren. Dafür müsse allerdings das Wetter mitspielen und vor allem genügend Schnee liegen, so Ebert. Das war im vergangenen Winter nicht der Fall. Im Gegenteil: «Die vorige Saison war wegen fehlenden Schnees die schlechteste des Jahrzehnts.»

© dpa-infocom, dpa:201119-99-387156/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wintersportorte und Ausflugsziele in Nordrhein-Westfalen wappnen sich für einen möglichen Ansturm am kommenden Wochenende. Foto: Oliver Berg/dpa Wintersportregionen wappnen sich für einen neuen Ansturm Es bleibt winterlich in Deutschland, in den Bergen liegt Schnee. Viele lockt das trotz aller Corona-Warnungen in die Ausflugsgebiete. Einige Wintersportregionen handeln.
Wohin in den Herbstferien? Die Liste der Corona-Risikogebiete kann sich jeden Tag ändern. Urlauber sollten sich aktuell informieren und auf die Einreise- und Quarantänebestimmungen achten. Foto: Guido Kirchner/dpa Was gilt bei Reisen im In- und Ausland? Die Herbstferien rücken näher, die ersten Koffer sind bereits gepackt. Aber wohin darf man überhaupt noch reisen? Wann muss man in Quarantäne? Und vor allem: Wie lange? Ein Überblick.
Passanten gehen auf der Brücke «Pont de Bir-Hakeim», mit Blick auf den Eiffelturm. Foto: Philippe Lopez/AFP/dpa Urlaubsziele in Europa vor dem Neustart Ob ans Meer in Kroatien oder in die österreichischen Berge: Hält der Trend bei den Corona-Infektionszahlen an, könnten in Europa viele Grenzen ab 15. Juni wieder offen sein. Urlauber und Tourismusbranche schöpfen Hoffnung.
Viele Bundesländer haben ein Beherbergungsverbot für Urlauber aus inländischen Corona-Risikogebieten beschlossen. Reisende sollten sich vorab informieren. Foto: Oliver Berg/dpa Neue Corona-Welle: Hinweise für Inlandsreisende Angesichts der steigenden Infektionszahlen verschärfen viele Bundesländer die Corona-Beschränkungen auch für inländische Reisende. Wer nun in die Herbstferien aufbrechen will, stellt sich daher die Frage: Wo gelten jetzt welche Regeln?