Tarife für Handy und Internet leichter kündbar

27.10.2021
Kündigungsfrist zum Ende der Vertragslaufzeit verpasst? Dann läuft der Internet-, Telefon- oder Handyvertrag ein sattes Jahr weiter - bislang. Doch nun wendet sich das Blatt zugunsten der Verbraucher.
Verbraucher haben es ab 1. Dezember leichter, aus ihren Telekommunikationsverträgen zu kommen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Verbraucher haben es ab 1. Dezember leichter, aus ihren Telekommunikationsverträgen zu kommen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Düsseldorf - Wer zum Ablauf eines zweijährigen Laufzeitvertrags für Smartphone, Internet & Co schon einmal die Kündigungsfrist verpasst hat, weiß, wie ärgerlich das ist. Und dürfte sich jetzt besonders freuen. Denn vom 1. Dezember an dürfen die Telekommunikationsanbieter ihre Kundinnen und Kunden nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit nicht mehr im Vertrag gefangen halten.

Bislang haben sich zum Beispiel Handy- oder Internetverträge oft automatisch um ein Jahr verlängert, wenn nicht rechtzeitig gekündigt wurde. Durch eine Änderung des Telekommunikationsgesetzes können Verbraucher aber nun künftig nach Ablauf einer Mindestvertragslaufzeit monatlich kündigen. Das gelte nicht nur für neue, sondern auch für bestehende Verträge, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Besser gestellt werden Verbraucherinnen und Verbraucher auch bei Umzügen: Hier können Kunden künftig sogar innerhalb der Mindestvertragslaufzeit mit einmonatiger Frist aus ihrem Vertrag aussteigen, wenn der Anbieter die bislang gebuchten Leistungen am neuen Wohnort nicht erbringen kann, also wenn etwa die Internetgeschwindigkeit geringer ist. Dasselbe gilt für den Fall, dass beim Zusammenziehen mit einer anderen Person bereits ein Vertrag besteht und der Anschluss dadurch belegt ist.

Ab Dezember müssen Anbieter ihre Bestandskunden zudem einmal pro Jahr schriftlich darüber informieren, wenn es deren Tarife inzwischen zu besseren Konditionen gibt. Mit einem Wechsel können Verbraucher so teuren Alt-Verträgen entkommen.

© dpa-infocom, dpa:211027-99-761212/2

Verbraucherzentrale NRW zu Änderungen des Telekommunikationsgesetzes


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wer heute im Festnetz in eine andere Stadt telefoniert, der muss keine Angst mehr vor jeder angebrochenen Minute haben. Foto: Britta Pedersen/zb/dpa 25 Jahre Telekommunikationsgesetz Wer heute zum Festnetz-Telefon greift und in irgendeiner anderen deutschen Stadt anruft, der denkt nicht an die Kosten - und guckt nicht bange auf Uhr. Vor 25 Jahren war das anders.
Wenn man einfach nur den Stecker in die Wand stecken müsste, wäre der Telefonanbieterwechsel leicht. Aber damit auch in der Realität alles gut geht, muss man besonders beim Auftragsformular akribisch vorgehen. Foto: Franziska Gabbert So klappt der Wechsel: Es geht zum neuen Telefonanbieter Auch wenn anderswo das Telefonieren günstiger und das Internet schneller ist: Viele Verbraucher scheuen einen Anbieterwechsel aus Angst, dass die Leitung künftig tot oder die bisherige Rufnummer weg ist. Dabei ist - zumindest in der Theorie - alles eindeutig geregelt.
Käufer einer Prepaid-Sim-Karte müssen seit Juli ihre Identität nachweisen. Die Karte können sie teils im Laden oder Zuhause am Computer freischalten lassen. Foto: Paul Zinken/dpa-tmn Ausweiskontrolle beim Prepaidkartenkauf: einfach war gestern Mit dem simplen Kauf von Prepaid-SIM-Karten ist es seit Juli vorbei: Kunden müssen ihre Identität nun mit ihrem Ausweis an der Discounterkasse oder online nachweisen. Was Kriminelle treffen soll, bringt Verbrauchern einen Mehraufwand.
Wer einen Günstig-Tarif findet, der die eigenen Ansprüche abdeckt, kann Monat für Monat viel Geld sparen. Foto: Christin Klose Was billige Mobilfunkverträge taugen Zahlreiche Anbieter buhlen um die Gunst der Smartphonenutzer - viele davon mit extrem günstigen Tarifen, die meist über ähnlich viel Datenvolumen und Telefoneinheiten wie die viel teureren Verträge der Netzbetreiber verfügen. Wie kann das sein?