Supermarkt in Thailand verpackt Ware in Bananenblätter

27.03.2019
Thailand produziert pro Jahr mehr als eine Millionen Tonnen Plastikmüll. Ein Supermarktbetreiber in Thailand will die Menge nun reduzieren - indem er Plastikverpackungen durch Bananenblätter ersetzt.
Im thailändischen Supermarkt «Rimping» wird das Gemüse wie in alten Zeiten in Bananenblätter gewickelt. Das macht eine Verpackung aus Plastik überflüssig. Foto: Perfect Homes
Im thailändischen Supermarkt «Rimping» wird das Gemüse wie in alten Zeiten in Bananenblätter gewickelt. Das macht eine Verpackung aus Plastik überflüssig. Foto: Perfect Homes

Chiang Mai (dpa) - Im Kampf gegen den Plastikmüll ist ein Thai-Supermarkt zu Methoden aus alten Zeiten zurückgekehrt: Im Supermarkt «Rimping» der nordthailändischen Stadt Chiang Mai wird das Obst und Gemüse jetzt wieder in Bananenblätter eingepackt, wie das früher einmal üblich war.

Im Unterschied zu Plastiktüten vermodern die Blätter dann irgendwann auf natürliche Weise, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Bananenblätter sind in dem südostasiatischen Königreich weit verbreitet, auch in der Küche.

Geschäftsführer Atitarn Srisa-nga sagte, der Verzicht auf Plastik gehöre zu einer «grünen Initiative». «Die Sachen werden dann zwar etwas schneller alt, aber wir kehren trotzdem nicht zu Plastik zurück.» Thailand ist weltweit einer der größten Verursacher von Plastikmüll. Nach einer Studie der Umweltschutzorganisation Greenpeace produziert das Land pro Jahr mehr als eine Million Tonnen. In einer weltweiten Statistik der schlimmsten Ozean-Verschmutzer liegt es auf Platz sechs.

Oft gibt es Plastik sogar doppelt und dreifach: Bananen zum Beispiel sind in Supermärkten normalerweise mit Plastikband verklebt und in einer Plastiktüte verpackt. An der Kasse gibt es dann eine weitere Tüte. Ein Großteil des Mülls landet einfach auf der Straße. Asien-Kenner erklären dies auch damit, dass vor allem ältere Thai es gewohnt sind, Verpackungen einfach wegzuschmeißen - so wie in früheren Zeiten Bananenblätter.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Ist Philippinen-Insel Boracay ist laut dem Präsidenten Rodrigo Duterte mittlerweile zu einer «Kloake» verkommen. Nun wird sie für mindestens sechs Monate geschlossen. Foto: Girlie Linao Die letzten Stunden der «schönsten Insel der Welt» Vor ein paar Wochen galt die Philippinen-Insel Boracay noch als Traumziel. Für manche war sie sogar die «schönste Insel der Welt». Bis sie der eigene Präsident eine «Kloake» nannte. Jetzt ist Boracay für sechs Monate dicht. Mindestens.
Der Strand der Maya Bay bleibt bis Ende Oktober geschlossen. Foto: Sakchai Lalit Traumstrand aus «The Beach» bleibt noch länger geschlossen Der Hollywood-Film «The Beach» hat den Traumstrand Maya Bay auf der Insel Ko Phi Phi weltweit berühmt gemacht. Für Touristen bleibt er weiterhin geschlossen. Thailands Behörden haben das Besuchsverbot erneut verlängert - doch die Frist ist überschaubar.
Der Traumstand Maya Bay auf Koh Phi Phi wird geschlossen, damit sich die Meeresfauna erholen kann. Foto:Aida Schormann/dpa-tmn/dpa Traumstrand aus «The Beach» wird geschlossen Weißer Sand, türkisblaues Wasser und Palmen: So hat man Maya Bay aus dem Film «The Beach» in Erinnerung. Nun wird der Traumstand im Süden Thailands geschlossen. Grund dafür ist das Korallensterben.
Ein Plastik- und Styropor-Verbot soll auf Jamaika für saubere Strände sorgen. Foto: Christian Röwekamp Jamaika verbietet Plastikprodukte und Styropor-Verpackungen Türkisblaues Meer und weiße Strände - damit konnte das Urlaubsland Jamaika lange Zeit werben. Doch leider sind die Strände immer öfter vermüllt. Das will die Umweltbehörde nun ändern. Auf der Karibikinsel dürfen daher keine Plastikprodukte mehr verwendet werden.