Streamingdienst Disney+ im Test

06.04.2020
Jetzt also auch Disney. Seit Ende März ist der Streamingdienst des Medienimperiums mit Maus in Deutschland online. Aber für wen taugt Disney+? Und wer streamt besser woanders?
Der Streamingdienst Disney+ hat so ziemlich alles an «Star Wars» im Angebot, was möglich ist. Nur ein paar Spin-off-Titel fehlen. Foto: Till Simon Nagel/dpa-tmn
Der Streamingdienst Disney+ hat so ziemlich alles an «Star Wars» im Angebot, was möglich ist. Nur ein paar Spin-off-Titel fehlen. Foto: Till Simon Nagel/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Seit knapp zwei Wochen ist Disneys Streamingdienst Disney+ auch in Deutschland aktiv. Zeit genug, das Angebot einmal gründlich durchzuschauen - und für ein paar einordnende Gedanken.

Was steckt drin in Disney+?

Kurz gesagt: Viel Star Wars, viel Marvel-Superhelden und ein riesiger Schatz an Zeichentrick- und Animationsperlen aus etlichen Jahrzehnten Disney und Pixar. Dazu kommt noch eine Auswahl von Realfilmen aus der Disneyproduktion und etliche Naturdokus von National Geographic und Disney Nature. Insgesamt umfasst der Katalog zum Start mehr als 500 Filme und Serien.

Moment, «Star Wars»?

Ja, «Star Wars», und zwar alle. Vom «Krieg der Sterne» von 1977, über die zeitlich davor angesiedelten Fortsetzungen (1999 bis 2005) zum aktuellen Film «Die letzten Jedi» (2019) ist alles da. Und wenn das nicht reicht, sind da auch Spin-offs wie «Rogue One», «Solo», die Animationsfilme der «Clone Wars»- und «Lego Star Wars»-Reihe und «Star Wars Rebels»-Kurzfilme. Und aktuell nur bei Disney+ zu sehen: die Serie «The Mandalorian» über einen Kopfgeldjäger auf der Flucht mit Baby-Yoda. Mehr «Star Wars» an einem Ort gibt es nicht.

Was ist mit Mickey, Donald und Co.?

Das Angebot an Disney-Klassikern ist groß, wenn auch nicht endlos. Freunde von Mickey Mouse werden sich über den Erstling «Steamboat Willie» und diverse Kurzfilme mit Mickey, Donald und Goofie wie «Die Uhrenreiniger» oder «Retter in Seenot» aus den 1930er- und 1940er-Jahren freuen. Aus jüngeren Jahren sind zum Beispiel die Serien «Duck Tales», «Goofie und Max», «Darkwing Duck» oder «Chip und Chap» mit dabei. Ebenfalls im Programm: «Fantasia», der Musik-Cartoon-Klassiker von 1940.

Wie groß ist das Angebot an Zeichentrick- und Animationsfilmen?

Durch den Kauf von Pixar hat Disney für den Streamingdienst einen großen Vorrat an Filmen von «Toy Story», «Findet Nemo» oder «Monster Uni» über «Wall-E» bis hin zu «Die Unglaublichen». Wer computeranimierte Filme mag, findet eine Menge. Aber auch die Zeichentrickfilme mit Helden wie Aladin, Mulan, Herkules, Mogli und Simba sind alle da, wegen der Präsentation im Menü muss man aber manchmal sehr gezielt suchen.

Wie sieht es bei den Spielfilmen aus?

Erinnert sich noch einer an «Tron», das Computerspektakel von 1982? Kann man bei Disney+ sehen, auch «Liebling ich habe die Kinder geschrumpft» (1991) oder «Ein toller Käfer» (1968) sind eine überraschende Rückkehr in die Kindheit. Daneben gibt es viele neuere Disneyproduktionen wie «Avatar», «Lone Ranger» sowie alle Verfilmungen der diversen Marvel-Superhelden.

Für wen lohnt sich ein Abo?

Disney+ ist ein ziemlich umfangreiches Angebot, besonders für junge Zuschauer - und jung gebliebene. Viel Unterhaltung, viel in Erinnerungen schwelgen, viel Action - mit der gewissen Portion Happy End à la Disney. Praktisch für Eltern: Für Kinder taugliche Filme lassen sich mit einem Klick einblenden. Auch die Naturdokumentationen sind zum größten Teil schön anzusehen. Politische Filme, Gesellschaftsthemen und Kontroverses sucht man bei Disney+ vergeblich.

Was kostet mich das?

Disney+ kostet 6,99 Euro im Monat. Wer für ein ganzes Jahr unterschreibt, zahlt 69,99 - und spart also zwei Monatsbeträge.

Auf welchen Geräten läuft Disney+?

Grundsätzlich auf fast allem, was Bildschirm und Internetzugang hat. Es gibt Apps für Smart-TV von Samsung (Tizen),LG (WebOS) und Geräte mit Android TV. Außerdem werden TV-Boxen und -Sticks unterstützt, darunter das Apple TV (4. Generation),Amazon Fire TV und Chromecast. Auch die Spielkonsolen Playstation 4 und Xbox One können per App zum Streaminggerät werden. Die Disney+-App gibt es außerdem für Android- und iOS-Geräte und der Dienst kann über jeden modernen Browser am Computer abgerufen werden.

Gibt es einen Haken?

Dass Disneys Filme und Serien nun in einem eigenen Angebot gebündelt sind, heißt in vielen Fällen vor allem eines: Sie sind nicht mehr bei anderen Anbietern. Wer sie sehen will, muss Disney+ zusätzlich zu vielleicht bereits vorhandenen Diensten wie Netflix, Prime und Co. abonnieren. Denn so wie es bei Disney+ alles von Disney gibt, gibt es den ganzen großen Rest der Film-, Serien- und Dokuwelt eben nur woanders. Die gute Nachricht: Der erste Monat zum Ausprobieren ist kostenlos.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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