Stadthunde sind ängstlicher als Landhunde

02.04.2020
Wie ängstlich Hunde sind, hängt davon ab, ob sie in der Stadt oder auf dem Land leben. Das haben Forscher aus Finnland herausgefunden. Sie untersuchten auch, welche Faktoren des Wohnorts hierfür eine Rolle spielen könnten.
Forscher aus Finnland haben herausgefunden: Stadthunde sind ängstlicher als Landhunde. Foto: Bernd Thissen/dpa
Forscher aus Finnland haben herausgefunden: Stadthunde sind ängstlicher als Landhunde. Foto: Bernd Thissen/dpa

Helsinki (dpa) - Hunde, die in Städten leben, sind tendenziell ängstlicher als ihre Artgenossen auf dem Land. Das schließen finnische Forscher aus den Daten von Haltern zu etwa 6000 Hunden.

Die Forscher um Hannes Lohi von der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Helsinki ermittelten zwar nicht die Ursachen der Angst gegenüber anderen Hunden oder fremden Menschen. Sie nennen aber in der Zeitschrift «Scientific Reports» mögliche Zusammenhänge.

Insgesamt deutet die Befragung darauf hin, dass neben einer städtischen Umgebung auch wenig Kontakt zu Artgenossen im Alter von 7 bis 16 Wochen mit ausgeprägter Ängstlichkeit zusammenhängt. Zudem sind Hunde von kleiner Statur wie etwa Chihuahuas furchtsamer als große Artgenossen. Ferner waren auch kastrierte Tiere tendenziell ängstlicher.

Die Autoren vermuten einen Zusammenhang zwischen der Ängstlichkeit eines Hundes und seiner Aktivität. «Hunde, die nur selten an Aktivitäten und Training teilnahmen, zeigten eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit, Angst zu haben, als Hunde, die gelegentlich oder wöchentlich an Aktivitäten und Training teilnahmen», heißt es in der Studie.

Darüber hinaus fanden die Forscher Unterschiede zwischen verschiedenen Rassen. Spanische Wasserhunde und Shetland-Schäferhunde waren den Angaben der Halter zufolge am ängstlichsten, während der Wheaten Terrier zu den mutigsten Rassen gehörten. Dies könnte auf genetische Faktoren zurückgehen, vermuten sie.

«Alles in allem gibt uns diese Studie Mittel, um das Wohlergehen unseres besten Freundes zu verbessern», wird Studienleiter Lohi in einer Mitteilung seiner Universität zitiert. «Eine vielfältige Sozialisation im Welpenalter, ein aktives Leben und sorgfältige Zuchtauswahl können soziale Angst deutlich verringern.»

Studie in Scientific Reports


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Ein Schnabelwal springt aus dem Wasser der Ostsee im Wohlenberger Wiek südwestlich von Wismar (Mecklenburg-Vorpommern). Großwale und Delfine werden immer häufiger in der Ostsee gesehen. Während der Buckelwal ein Irrgast bleiben wird, könnten Delfine hier durchaus ein neues zu Hause finden, sagen Experten. Foto: Jens Büttner Neuer Lebensraum für Delfine in der Ostsee? Delfine und größere Wale werden immer häufiger in der Ostsee gesehen. Während der Buckelwal ein Irrgast bleiben wird, könnten Delfine hier durchaus ein neues Zuhause finden, sagen Experten. Andere, weniger auffällige Gäste haben es schon vorgemacht.
Mitarbeiter des Gehäuse- und Installationsdesigners Goppion bauen den Rahmen für einen Quantencomputer vom Typ "IBM Q System One" auf und bereiten diesen für Tests vor. Foto: IBM IBM bringt Quantencomputer nach Deutschland Ihr Potenzial ist enorm - nun kommt ein Quantencomputer nach Deutschland. Die Fraunhofer Gesellschaft geht eine Partnerschaft mit IBM ein. Am «Q System One» sollen Forscher, Entwickler und Industrie-Experten die nächste Computer-Generation erkunden.
Frösche haben ein besonderes Sehvermögen: sie können Farben auch im Dunkeln erkennen. Das fanden schwedische und finnische Forscher heraus. Foto: Karl-Josef Hildenbrand Frösche können im Dunkeln Farben sehen Wir Menschen sind froh, wenn wir im Dunkeln den Weg finden. Frösche können in der Dunkelheit dagegen nicht nur viel besser sehen. Sondern sogar Farben unterscheiden.
Wie viele Affen sind zu sehen und was machen sie? Auf chimpandsee.org werden Internetnutzer zu Tierbeobachtern im Auftrag der Wissenschaft. Foto: chimpandsee.org/dpa-tmn Schimpansen beobachten und Tierforschern helfen Wildkameras liefern Forschern wichtige Details, nur leider ist die Menge an Daten immens. Mithilfe von Hobby-Tierforschern will das Max-Planck-Institut nun zum zweiten mal Videomaterial kategorisieren und klassifizieren.