Sommerurlaub im Ausland: Stornieren oder nicht?

14.05.2020
Klappt der Spanien-Urlaub im Juli? Wie realistisch ist eine Kroatien-Reise? Der Sommerurlaub steht derzeit noch auf wackeligen Beinen. Verbraucher müssen abwägen.
Ob Griechenland oder anderswo - viele Verbraucher fragen sich gerade, ob sie ihren geplanten Sommerurlaub stornieren sollen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Ob Griechenland oder anderswo - viele Verbraucher fragen sich gerade, ob sie ihren geplanten Sommerurlaub stornieren sollen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Hamburg (dpa/tmn) - Tausende Menschen in Deutschland warten weiter auf ihren gebuchten Sommerurlaub - ob auf Mallorca, in Antalya oder Ägypten. Doch ob und unter welchen Bedingungen eine Reise ins Ausland möglich sein wird, ist offen. Das betrifft sowohl Reisen nach dem 14. Juni, bis zu dem aktuell eine weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amts gilt. Aber auch Urlaub in der Hauptsaison im Juli und August.

Gleichzeitig verlangen Reiseveranstalter derzeit die ausstehenden Zahlungen für Pauschalurlaub in der zweiten Junihälfte und darüber hinaus. Ob Kunden ihren Sommerurlaub absagen und vorsorglich von ihrer geplanten Reise zurücktreten, müssten sie letztendlich für sich selbst entscheiden, betont die Verbraucherzentrale Hamburg. Grundsätzlich sei beim Stornieren jedoch Vorsicht geboten.

Unsicherheit besteht weiterhin

Rechtlich sieht es so aus: Kostenfrei kann eine Pauschalreise nur abgesagt werden, wenn zur Urlaubszeit etwa im Juli und August am  Urlaubsort außergewöhnliche Umstände herrschen oder die Reise erheblich erschwert ist. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn Urlauber sich nach ihrer Ankunft in Quarantäne begeben müssten. Wie die Vorschriften in zwei Monaten genau aussehen: schwer zu sagen.

Sicherheit für Verbraucher bestünde, wenn das Auswärtige Amt seine weltweite Reisewarnung noch einmal über den 14. Juni hinaus verlängert. Allerdings hat Außenminister Heiko Maas angekündigt, die Reisewarnung schrittweise aufheben zu wollen - und mit europäischen Ländern zu beginnen. Die Reisewarnung ist aber nicht das alleinige Indiz dafür, dass eine Reise erheblich erschwert ist.

Reiseart spielt auch eine Rolle

Neben den gesetzlichen Bestimmungen des Reiseziels kommt es auch auf die Reiseform an, betont Julia Rehberg, Juristin bei der Hamburger Verbraucherzentrale. Eine Wanderreise abseits der Massen ist anders zu bewerten als eine Städtereise, auf der Besuche im Theater oder Musical auf dem Programm stehen - die womöglich ausfallen.

Wer gerne reisen will, dem raten die Verbraucherschützer: Nicht vorschnell stornieren - sonst werden Gebühren fällig. Stattdessen abwarten, ob die Reise in den Sommermonaten möglich ist.

Wer dagegen partout nicht ins Ausland möchte, weil er oder sie zum Beispiel Corona-Risikopatient ist, der sollte so rasch es geht stornieren. Je früher die Absage, umso niedriger die Stornokosten, erklärt die Verbraucherzentrale.

Fragen und Antworten für Urlauber der Verbraucherzentrale Hamburg


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wann geht es wieder nach Mallorca? Auf der beliebtesten Urlaubsinsel der Deutschen ruht der Tourismus. Foto: Clara Margais/dpa/dpa-tmn Was wird in diesem Jahr aus meinem Urlaub? Können wir in diesem Jahr noch reisen? Und wenn ja, wann und wie? Derzeit ist noch vieles ungewiss. Ein Überblick mit allem, was wir derzeit wissen - und was noch nicht.
Das Verreisen wird auch im zweiten Halbjahr 2020 anders sein als gewohnt. Foto: Marcel Kusch/dpa/dpa-tmn Reisen in Corona-Zeiten: Was fürs Buchen nun wichtig ist Die Verunsicherung ist groß: Die Welt teilt sich aus deutscher Urlaubersicht nun in Länder mit oder ohne Reisewarnung, zusätzlich gibt es noch Risikogebiete. Was muss ich für meinen Urlaub wissen?
Stillstand an den Flughäfen. Nach der weltweiten Reisewarnung des Auswärtigen Amtes müssen Pauschalreisen in der nächsten Zeit nun kostenlos storniert werden. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/dpa-tmn Was gilt jetzt für Stornierungen von Reisen? Das gab es so noch nie: Die Reisetätigkeit kommt komplett zum Erliegen - spätestens mit der weltweiten Reisewarnung der Bundesregierung. Was Urlauber jetzt zu Stornierungen wissen müssen.
Passagiere gehen in die Ankunftshalle des Brüsseler Flughafens, als vier Flüge mit belgischen Touristen aus Marokko ankommen. Foto: Eric Lalmand/BELGA/dpa Was Urlauber jetzt wissen müssen Das gab es so noch nie: Die Reisetätigkeit kommt komplett zum Erliegen. Die Reisewarnung der Bundesregierung gilt nun bis Ende April. Was Urlauber jetzt wissen müssen.