So können Menschenmassen im Urlaub gemieden werden

17.07.2020
Uckermark, Harz oder Alpen: Deutschland bietet vielfältige Wandergebiete. Wer entspannt die Natur genießen möchte, sollte die bekannten Wege verlassen und neue Regionen entdecken.
Solange Corona Fernreisen ausbremst, suchen viele Menschen Erholung beim Wandern wie hier im Hochmoor Mecklenbruch im Solling. Foto: Swen Pförtner/dpa/dpa-tmn
Solange Corona Fernreisen ausbremst, suchen viele Menschen Erholung beim Wandern wie hier im Hochmoor Mecklenbruch im Solling. Foto: Swen Pförtner/dpa/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Auch wenn die meisten Grenzen in Europa wieder geöffnet sind, verbringen viele Menschen ihre Urlaubszeit in diesem Sommer lieber in Deutschland.

Die Folge sind nicht nur volle Strände an Nord- und Ostsee, sondern auch zum Teil sehr gut besuchte Wanderwege. «In manchen Regionen stößt die Wanderinfrastruktur schon an ihre Grenzen», heißt es vom Deutschen Wanderverband (DWV).

Überfüllte Wanderrouten

Besonders in beliebten Regionen wie den Alpen sind derzeit viele Wanderer unterwegs. Auch am Bad Uracher Wasserfallsteig in der Schwäbischen Alp und auf den Traumpfaden im Landkreis Mayen-Koblenz registrierten die Behörden in diesem Jahr schon viele Touristen. Der Andrang kann eine Verschmutzung der Umwelt nach sich ziehen, weil Touristen ihren Müll in der Natur hinterlassen.

Mancherorts sind auch die coronabedingten Abstands- und Hygieneregeln nur schwer einzuhalten, da Passagen wie der Urwaldsteig Edersee in Hessen eng sind. Dabei sollten Touristen auch unterwegs möglichst eineinhalb bis zwei Meter Abstand zueinander wahren.

Freie Bahn in weniger bekannten Regionen

Wer im Urlaub die Natur Deutschlands entdecken möchte, muss dennoch nicht aufs Wandern verzichten. Der DWV empfiehlt, auf weniger bekannte Routen beispielsweise im sächsischen Vogtland, der Eifel oder in der Holsteinische Schweiz auszuweichen.

Wanderanfänger können sich an den zertifizierten Routen «Wanderbares Deutschland» orientieren. Im gesamten Bundesgebiet gibt es 247 Wege mit einer Gesamtlänge von rund 15 000 Kilometern. Auf den Wegen kann sich niemand verlaufen, da eine gute Markierung vorhanden ist.

Auf der Internetseite www.wanderbares-deutschland.de finden Urlauber detaillierte Beschreibungen sowie Angaben zu den Höhenprofilen der Wege. Viele Routen wie der Naturparkweg Leine-Werra zwischen Heilbad Heiligenstadt und Creuzburg sind derzeit noch recht leer und bieten beste Bedingungen für entspannte Wanderungen. «Wer sicher gehen will, dass «sein» Weg nicht überfüllt ist, ruft einfach den entsprechenden Ansprechpartner an», so der DWV.

Routen selbst planen

Eine andere Möglichkeit ist es, sich beim örtlichen Wanderverein seines Urlaubsziels nach Wanderwegen zu erkundigen oder die Route selbst zu planen. Dabei bieten sich laut dem DWV Wanderkarten an, da diese im Gegensatz zu Apps und digitalen Portalen einen größeren Ausschnitt des Wegenetzes zeigen.

Wie man zum Beispiel topographische Karten korrekt liest, erklärt der Deutsche Wanderverband in einem kostenlosen Videokartenkurs.

Wanderurlaube vorplanen

Auch Wanderer, die mehrere Tage lang unterwegs sein möchten, sollten ihren Urlaub gut planen. Die meisten Bergbahnen, Einkehrmöglichkeiten oder Berghütten sind zwar wieder geöffnet, allerdings oft mit Einschränkungen, erklärt Roland Ampenberger, Sprecher der Bergwacht Bayern, im Interview mit dem Deutschen Skiverband.

«Wer etwa in einer Hütte übernachten möchte, muss sich vorab über die jeweilige Situation vor Ort informieren und unbedingt vorab einen Schlafplatz reservieren - im gesamten Alpenraum», sagt Ampenberger.

Es lohnt sich also gerade in diesem Sommer, den Wanderurlaub gut vorzubereiten, um entspannt die Natur genießen zu können.

© dpa-infocom, dpa:200716-99-814085/3

Pressemitteilung Deutscher Wanderverband

Corona-Wegweiser Deutscher Wanderverband

Mitgliedsvereine Deutscher Wanderverband

Wanderregionen in Deutschland

Videokartenkurs Deutscher Wanderverband


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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