So gelingt der Urlaub mit maulenden Teenagern

24.05.2019
«Das ist doof!» oder «Kein Bock!» - Das sind Sprüche, die Eltern pubertierender Kinder zur Genüge kennen. Wie kann man da gemeinsam in den Urlaub fahren? Es geht.
Einfach nur chillen: Für Eltern ist es im Urlaub gar nicht einfach, mit den Bedürfnissen ihrer jugendlichen Kinder umzugehen. Oft wollen sie einfach nur abhängen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand
Einfach nur chillen: Für Eltern ist es im Urlaub gar nicht einfach, mit den Bedürfnissen ihrer jugendlichen Kinder umzugehen. Oft wollen sie einfach nur abhängen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

München (dpa/tmn) - Ob per Flugzeug oder mit dem Auto: Verreisen mit pubertierenden Kindern kann den Urlaub schon mal zum Alptraum werden lassen. Sie sind gegen alles. Ausflüge sind blöd, Ideen für Aktivitäten sowieso. Das Essen geht gar nicht. Helfen - Fehlanzeige.

Und die Eltern erst! Voll peinlich und Störenfriede beim Chillen. Was können Eltern tun, damit der Urlaub nicht nach hinten losgeht?

Ist das Kind schon älter als 11, 12 Jahre, sollten Eltern den Nachwuchs in die Urlaubsplanung mit einbeziehen. «Wenn Kinder das Gefühl haben, dass ihre Wünsche zählen und Gewicht haben, sind sie viel kooperativer», erklärt Erziehungscoach Kira Liebmann.

Sie rät Eltern, in der problematischen Teenager-Phase ihrer Kinder unbedingt von der «Diktatur zur Demokratie» zu wechseln. «Wer sich dafür entscheidet, als Elternteil all seine Ansichten kompromisslos durchzusetzen, entscheidet sich für maulende, streitende und meist sehr anstrengende Kinder», erklärt Liebmann, die als Pubertäts-Überlebenstrainerin Eltern coacht.

Eltern haben oft eine andere Vorstellung davon, was Urlaub ist. Sie wollen etwas sehen, aktiv sein, wandern. Teenager dagegen wollen chillen, Handy spielen, zocken, nichts tun oder mit anderen Jugendlichen abhängen. Deshalb ist Liebmanns Tipp: «Leben und leben lassen!»

Es sollten nur wenige feste Regeln für den Urlaub vereinbart werden, wie etwa eine gemeinsame feste Mahlzeit. «Am besten aber nicht das Frühstück. Teenager wollen ausschlafen. Lange ausschlafen», warnt Liebmann. Sind Ausflüge geplant, sollten sie gemeinsam organisiert und die Ziele gleichberechtigt ausgesucht werden.

Eltern sind den Jugendlichen oft auch peinlich. «Wenn sie dann eine Liege in 100 Metern Abstand beziehen, lasst sie», empfiehlt die Expertin. Sie wirbt um Verständnis: «Teenager brauchen Zeit zum Nichtstun. Pubertät ist anstrengend, und daher sind Jugendliche auch vom augenscheinlichen Nichtstun erschöpft.»

Blog von Kira Liebmann


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Trennungskinder haben es nicht leicht, egal wie prominent die Eltern sind. Foto: Rainer Jensen So meistern Eltern die Scheidung Wenn die Liebe endet, sind Kinder oft die Leidtragenden. Die gute Nachricht ist: Eltern haben es selbst in der Hand, wie sehr sich die Trennung auf ihre Kinder auswirkt. Vier Tipps, wie das Familienleben nach dem Liebes-Aus gut gelingen kann.
In der Pubertät wird für viele Jugendliche das Leben kompliziert. In sich ruhende Großeltern können eine große Hilfe sein, Probleme zu meistern. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/Symbolbild So helfen Großeltern pubertierenden Enkeln Die Pubertät ist für Jugendliche eine aufwühlende Zeit. Häufig leidet in dieser Phase auch das Verhältnis zu den Eltern. Oma und Opa können versuchen, als ruhender Pol die Kommunikation zum Kind zu erhalten, und als Stütze dienen.
Steckt sich ein Erwachsener mit einer Kinderkrankheit wie Keuchhusten an, leidet er darunter meist viel stärker als betroffene Kinder. Foto: Christin Klose Wenn Kinderkrankheiten Erwachsene erwischen Der Husten ist verdächtig heftig, die Haut übersät mit roten Punkten: Alles klingt nach Symptomen einer klassischen Kinderkrankheit - aber der Patient ist längst erwachsen. Das ist kein Widerspruch. Auch Erwachsene können sich mit Masern, Mumps und Co. anstecken.
Manchmal setzt die Pubertät schon vor dem Teenageralter ein. Foto: Matthias Merz Verfrühte oder verspätete Pubertät beim Arzt abklären lassen Kommen Kinder ungewöhnlich früh in die Pubertät, ist dies nicht ungewöhnlich. Zur Sicherheit sollte jedoch der Rat eines Mediziners eingeholt werden.