Smartphones: Preise für 5G-Handys im Sinkflug

11.04.2022
Die 5G-Netze wachsen. Doch noch schneller scheint die Verbreitung von 5G-Smartphones voranzuschreiten. Vermutlich hat die Mehrheit der Mobilfunknutzer schneller ein 5G-Handy als einen 5G-Vertrag.
Gegen den allgemeinen Trend: Bei 5G-Smartphones sinken die Preise weiter, prognostizieren Branchenexperten. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Gegen den allgemeinen Trend: Bei 5G-Smartphones sinken die Preise weiter, prognostizieren Branchenexperten. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Ein absolutes Muss ist 5G-Fähigkeit bei neuen Smartphones noch nicht: In weiten Netzteilen ist der Mobilfunk der fünften Generation (5G) technisch sowieso noch vom Mobilfunk der vierten Generation (LTE) abhängig. Zudem blieben die meisten Mobilfunk-Kunden in ihren Tarifen bei der 5G-Nutzung ohnehin noch außen vor, berichtet das Telekommunikationsportal «Teltarif.de».

Auf der anderen Seite wird 5G-Technologie wohl noch 2022 in Smartphones fast aller Preisklassen zu finden sein. Es ist gar nicht lange her, dass 5G-fähige Smartphones erstmals unter die Preismarke von 200 Euro gerutscht sind. Auch die 150-Euro-Marke dürfte bald unterschritten werden und 5G selbst bei Einsteiger-Smartphones etablieren.

Preiskampf bei 5G-Prozessoren

Den Grund dafür nennt das Branchenblatt «Digitimes»: Ein sich abzeichnender Preiskampf zwischen den beiden größten Herstellern von 5G-fähigen Smartphone-Prozessoren, Mediatek und Qualcomm. Es sei absehbar, dass sie sich bei den Chip-Preisen im Laufe des zweiten Quartals gegenseitig unterbieten. Denn die Handy-Hersteller hätten auch wegen sinkender Smartphone-Nachfrage große Lagerbestände an 5G-Prozessoren.

Diese Konstellation könnte auch dazu führen, dass Mittelklasse-Smartphones noch günstiger werden oder öfter mit leistungsstärkeren 5G-Chips ausgestattet werden, die bislang Oberklasse-Geräten vorbehalten waren.

Welche 5G-Verträge gibt es?

Aber was bringt das schnellste, 5G-fähige Smartphone ohne 5G-Netz und -Vertrag? 5G-Netze bieten inzwischen alle Netzbetreiber, also die Telekom, Vodafone und O2 (Telefónica). Zudem wird 1&1 noch ein eigenes 5G-Netz aufbauen. Laufzeitverträge mit 5G-Aktivierung kosten laut «Teltarif.de» derzeit mindestens 30 Euro im Monat.

Prepaid-Verträge mit 5G-Option sind demnach bei Telekom und Vodafone ab rund 20 Euro monatlich zu haben. Bei günstigeren Prepaid-Verträgen muss man für 5G etwa 3 Euro Aufpreis im Monat zahlen. Je nach Tarif ist auch ein zeitlich begrenzter, kostenloser 5G-Test möglich. O2 bietet mit der «O2 Testkarte» einen 30-tägigen, unverbindlichen Testlauf für 5G. Die Mobilfunk-Discounter sind beim Thema 5G noch außen vor.

Was kann 5G?

Und was ist jetzt an 5G so besonders? Kurz gesagt: 5G-Netze bieten sehr hohe Bandbreiten, können also Daten extrem schnell übertragen. Ein weiterer Vorteil ist die geringe Reaktionszeit (niedrige Latenz).

Derzeit handelt es sich in Deutschland aber ganz überwiegend noch nicht um eigenständige 5G-Netze, erklärt «Teltarif.de». Vielmehr ergänze 5G meist die bestehenden LTE-Netze. Diese Kombination biete zwar höhere Datenübertragungsgeschwindigkeiten als reine LTE-Netze. Kombi-Netzen fehle aber beispielsweise noch die geringe Reaktionszeit, da diese nur in eigenständigen 5G-Netzen möglich sei.

© dpa-infocom, dpa:220411-99-881318/2

"Teltarif.de"-Bericht

"Digitimes"-Bericht


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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