Smartphones mögen keine Minusgrade

06.01.2020
Die Schlüssel links, das Smartphone rechts außen in die Jackentasche - ist doch eigentlich auch egal, wohin man das Telefon steckt, oder? Nein, ist es nicht. Zumindest nicht im Winter.
Kurz rausholen ist bei Minusgraden okay. Dann sollte das Smartphone aber wieder in einer warmen Tasche möglichst nah am Körper verschwinden. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Kurz rausholen ist bei Minusgraden okay. Dann sollte das Smartphone aber wieder in einer warmen Tasche möglichst nah am Körper verschwinden. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Göttingen (dpa/tmn) - Kälte ist einer der schlimmsten Feinde jedes Mobiltelefons. Spätestens, wenn das Thermometer Minusgrade anzeigt, sollte man deshalb sein Smartphone möglichst warm verstauen, damit es funktionsfähig bleibt. Darauf weist das Telekommunikationsportal «Teltarif.de» hin.

Im Normalfall bedeutet das: Das Smartphone bei Kälte möglichst nah am Körper tragen, also Hosen- oder Jackeninnentaschen den Vorzug gegenüber Außentaschen, Rucksäcken oder Handtaschen geben. Oder dem Gerät zur Isolierung eine Handysocke oder eine - auch vor Schnee und Wasser schützende - Neoprentasche gönnen.

Komfortbereich ab 10 Grad plus

Der Temperatur-Idealbereich von Akkus liegt ab 10 Grad Celsius aufwärts, erklären die Experten. In diesem Temperaturbereich sei die Leistung fast immer optimal und auch die Ladefähigkeit leide nicht. Geht es unter 10 Grad oder sogar unter den Gefrierpunkt, sinkt die Kapazität des Akkus und damit die Laufzeit des Smartphones rapide.

Je nach Technologie droht bei Kälte auch Ungemach mit dem Handy-Display. Eisige Temperaturen wirken sich den Angaben zufolge bei Smartphones mit IPS- oder TFT-Bildschirmen aus Flüssigkristallen schneller negativ auf die Einsatzbereitschaft des Gerätes aus als bei Geräten mit AMOLED-Displays. Diese Technologie arbeitet mit organischen Leuchtdioden, die Kälte besser trotzen.

Im Warmen droht der Temperaturschock

Ein weiterer guter Grund, elektronische Geräte warmzuhalten, seien die möglichen Folgen eines Temperaturschocks, wenn man mit dem eiskalten Gerät in einen geheizten Raum kommt. Dann kann sich Kondenswasser bilden. Während die Feuchtigkeit außen am Gerät kein Problem darstellt, könne sie im Inneren des Smartphones etwa dazu führen, dass Kontakte am Akku korrodieren - oder noch schlimmere Schäden an der Elektronik anrichten.

Ist das Smartphone doch einmal eiskalt geworden, empfehlen die Experten, das Gerät erst einmal nicht zu nutzen und ihm etwas Zeit zum Aufwärmen zu geben.

Schneebad bekommt Handys nicht gut

Wintersportler etwa sollten besonders darauf aufpassen, dass ihr Mobiltelefon nicht im Schnee landet. Dieser sei besonders tückisch, weil er sich schnell in allen Öffnungen, Ritzen und Zugängen absetzt. Das daraus resultierende Schmelzwasser dringt dann möglicherweise ins Innere ein und verursacht dort Schäden.

Auch wenn das Smartphone eine Schutzzertifizierung (IP) gegen das Eindringen von Schmutz und Wasser besitzt, sollte man vorsichtig sein, raten die Experten. Die Schutzklassen seien kein Allheilmittel. Ist das Handy aller Vorsicht zum Trotz doch einmal im Schnee abgetaucht, empfehle sich sofortiges sanftes Trocknen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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