Schwangere sollten nur mit Röteln-Impfschutz nach Japan

13.11.2018
Eine Infektion mit Röteln kann für Schwangere schlimme Folgen haben. Nach Japan sollten sie daher aktuell nur mit bestehendem Impfschutz reisen. Auch in Indien kursiert ein für sie gefährlicher Virus.
Schwangere sollten derzeit nur mit einem wirksamen Impfschutz gegen Röteln nach Japan reisen. Foto: Sophia Kembowski
Schwangere sollten derzeit nur mit einem wirksamen Impfschutz gegen Röteln nach Japan reisen. Foto: Sophia Kembowski

Berlin (dpa/tmn) - Schwangere sollten derzeit bei Reisen nach Japan unbedingt einen wirksamen Röteln-Impfschutz haben. Landesweit sind nach Angaben des Centrums für Reisemedizin (CRM) in diesem Jahr fast 1300 Menschen erkrankt, das seien rund zwölfmal mehr als im Vorjahr.

Besonders die Hauptstadt Tokio und die Präfekturen Chiba, Kanagawa, Aichi, Ibaraki und Saitama auf der Insel Honshu seien betroffen.

An sich sind Röteln eine vergleichsweise harmlose Erkrankung. Sie zeige sich durch Hautausschlag, Fieber, Erkältungssymptome, sagt Wolf Groth vom Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin. Für Schwangere ist sie jedoch gefährlich, besonders in den ersten drei Monaten. Denn sie kann neben Fehl- und Frühgeburten beim Kind zu schweren Entwicklungsstörungen führen, wie Groth erklärt.

Schwangeren, die nicht gegen Röteln geimpft sind, rät Groth aktuell von einer Reise nach Japan ab. Während einer Schwangerschaft kann man sich nicht dagegen impfen lassen.

Seit 1991 gehört Röteln zu den Standardimpfungen, erklärt der Mediziner. Heute werde sie als Dreifach-Impfung mit Mumps und Masern (MMR) Kleinkindern gegeben. Und nach einer einmaligen Auffrischung besteht lebenslanger Schutz. «Doch es kommt immer mal vor, dass jemand keinen Röteln-Impfschutz hat.»

Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts rät Frauen im gebärfähigen Alter ohne Röteln-Schutz zu der zweifachen MMR-Impfung, also einer ersten Spritze und später einer Auffrischung.

Auch bei Reisen in die Bundesstaaten Rajasthan und Gujarat in Nordwestindien sollten Schwangere und auch Frauen mit Kinderwunsch vorsichtig sein oder sie möglichst verschieben, sagt der Mediziner. Dort seien zuletzt vermehrt Zika-Infektionen aufgetreten. Das Zika-Virus kann bei Neugeborenen zu Fehlbildungen führen. Weil es von Mücken übertragen wird, rät Groth zu umfassendem Mückenschutz durch entsprechende Mittel und zum Tragen langer Kleidung.

Empfehlung des Robert-Koch-Instituts


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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