Schutz für Urlaub besser direkt abschließen

12.11.2019
Wer über Reiseportale seinen Urlaub bucht, bekommt häufig Zusatzleistungen wie eine Reiserücktrittsversicherung angeboten. Doch wie sinnvoll ist das? Und worauf sollten Urlauber dabei achten?
Die Leistungen der Versicherungspakete, die Urlauber über die Buchungsportale abschließen können, sind laut «Finanztest» nicht immer günstig und sinnvoll. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Die Leistungen der Versicherungspakete, die Urlauber über die Buchungsportale abschließen können, sind laut «Finanztest» nicht immer günstig und sinnvoll. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Mit wenigen Klicks können Verbraucher Reisen im Internet buchen - oft gibt es auf den Reiseportalen auch noch einen entsprechenden Versicherungsschutz dazu.

Doch Vorsicht: nicht immer sind die Leistungen der Versicherungspakete, die Urlauber über die Buchungsportale abschließen können, auch günstig und passgenau. Darauf macht die Stiftung Warentest in ihrer aktuellen Ausgabe der Zeitschrift «Finanztest» (12/2019) aufmerksam.

Die Tester haben zehn Buchungsportale und deren Versicherungspakete genauer untersucht - dabei haben sie sich auf die Bereiche Auslandskranken- und Reiserücktrittversicherung fokussiert. Ihr Fazit: Der Versicherungsschutz war bei den meisten Seiten zwar gut.

Doch häufig müssen Urlauber aber im Schadensfall mit einer hohen Selbstbeteiligung rechnen - nicht immer ist dies auf den ersten Blick ersichtlich. Zudem enthalten die Pakete oft Leistungen, die Urlauber nicht zwingend brauchen, etwa eine Reisehaftpflicht-, Reiseunfall-, oder Reisegepäckversicherung. Dadurch verteuern sich die Angebote.

Besser den Schutz direkt abschließen

Die Buchungsportale agieren oft zudem nur als Vermittler einzelner Versicherer und kassieren dafür eine Provision. Aus Sicht der Warentester sind Versicherungspakete über Buchungsportale, wenn überhaupt, nur für bequeme Menschen geeignet, die weiteren Aufwand scheuen wollen.

Die Tester raten stattdessen: besser direkt beim Versicherer den Schutz abzuschließen - der Aufwand dafür sei meist nur minimal größer. Und Verbraucher könnten dadurch sparen. Oft gibt es beim direkten Abschluss einen guten und günstigen Schutz ohne Selbstbeteiligung. Die Leistungen der einzelnen Anbieter sollte man genau vergleichen - dabei auch auf die Länge der Laufzeit achten.

Viele Angebote sind überflüssig

Während eine Reiserücktrittversicherung nicht zwingend nötig ist und sich eher bei teuren Reisen lohnt, schätzen die Tester hingegen eine Auslandskrankenversicherung als unerlässlich ein. Hierbei lohnt es sich auch ein Jahresvertrag abzuschließen, insbesondere wenn man regelmäßig im Ausland unterwegs ist.

Die Reiserücktrittversicherung übernimmt Behandlungskosten im Ausland und sie sollte zudem medizinisch sinnvolle Rücktransporte abdecken. Beides kann sich im Schadensfall schnell auf mehrere Zehntausend Euro summieren - Kosten, die die gesetzliche Krankenkasse in der Regel nicht übernimmt.

Übrigens: Verbraucher sollten sich nicht von Warnhinweisen auf den Buchungsportalen irritieren lassen - beide Versicherungen können sie in der Regel auch noch kurz vor der Reise abschließen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Abheben in den Urlaub: Wer seine Reise nicht antreten kann, bleibt meist auf hohen Stornogebühren sitzen. Foto: Julian Stratenschulte Pauschalreisen: Stornierung kann teuer werden Pauschalreisen sind in Deutschland ein Milliardenmarkt - fast die Hälfte aller gebuchten Reisen sind sogenannte Veranstalterreisen. Doch einmal gebucht, lassen sich Pauschalreisen oft nur gegen hohe Gebühren stornieren.
Reisen im Ausnahmezustand: Wer sich auf den Weg ins Ausland macht, sollte sich auch mit Versicherungsfragen befasst haben. Foto: Peter Kneffel/dpa/dpa-tmn Im Ausland versichert? - Was Urlauber jetzt wissen sollten Auslandskranken- und Reiserücktrittsversicherungen übernehmen für Urlauber normalerweise die Kosten bei Problemen. Gilt das auch in Corona-Zeiten, wenn man zum Beispiel trotz Reisewarnung aufbricht?
Das Verreisen wird auch im zweiten Halbjahr 2020 anders sein als gewohnt. Foto: Marcel Kusch/dpa/dpa-tmn Reisen in Corona-Zeiten: Was fürs Buchen nun wichtig ist Die Verunsicherung ist groß: Die Welt teilt sich aus deutscher Urlaubersicht nun in Länder mit oder ohne Reisewarnung, zusätzlich gibt es noch Risikogebiete. Was muss ich für meinen Urlaub wissen?
Fällt der Urlaub wegen einer Krankheit aus, sollten Versicherte genau in den Vertragsbedingungen nachlesen. Foto: Uwe Zucchi Test: Wann sich Reiserücktrittversicherungen lohnen Wer eine gebuchte Reise absagen muss, bleibt oft auf den Kosten sitzen. Gegen dieses Risiko schützen spezielle Reiserücktrittsversicherungen. Für wen sich solch eine Police lohnt, hat die Zeitschrift «Finanztest» ermittelt.