Schlösser in Niedersachen: Besuch trotz Corona möglich

17.06.2020
Die Marienburg bei Hildesheim, Schloss Iburg im Kreis Osnabrück oder Fürstenberg im Weserbergland: Die Schlösser in Niedersachsen sind Touristenmagnete für den Urlaub vor der Haustür. In Corona-Zeiten müssen die Betreiber umdenken, doch neue Konzepte gibt es bereits.
Das Schloss Bückeburg ist heute Stammsitz des Hauses Schaumburg-Lippe. Einige Räume können auch jetzt von Besuchern besichtigt werden. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Das Schloss Bückeburg ist heute Stammsitz des Hauses Schaumburg-Lippe. Einige Räume können auch jetzt von Besuchern besichtigt werden. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Bad Iburg (dpa) - Open-Air-Führungen, Besichtigungen der Gartenanlagen oder museumspädagogische Angebote für Familien - die Betreiber der Schlösser in Niedersachsen entwickeln derzeit neue Konzepte für Besucher.

In Corona-Zeiten werden auch Schlösser zu beliebten Ausflugszielen für den kleinen Urlaub vor der Haustür. Doch weil Gruppen-Führungen durch die Gebäude derzeit noch nicht möglich sind - die Auflagen wären kaum einzuhalten - gibt es nun neue Ideen.

- Bückeburg: Auf Schloss Bückeburg etwa, dem Stammsitz von Alexander zu Schaumburg-Lippe, gibt es ganz neue Open-Air-Führungen - allerdings derzeit mit maximal neun Besuchern. «Die Gäste erfahren unter freiem Himmel viel über Gebäude, Familie und Geschichte - und besichtigen die Rückseite des Schlosses, die sonst für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist», sagt Museumsleiter Stephan Guddat. Das Schloss ist an Wochenenden und Feiertagen wieder für Besucher geöffnet, aufgrund der Hygieneauflagen sind derzeit aber noch keine Führungen im Gebäude möglich.

«Die Besucher können das Schloss selbstständig erkunden», berichtet Guddat. Ein Rundweg führt durch die Räume und macht die Geschichte der Fürsten zu Schaumburg-Lippe erlebbar. Die Schlossführer sind auf verschiedenen Ebenen anwesend, um aufzupassen und Fragen zu beantworten. Und wegen Corona gibt es im gesamten Schloss eine Einbahnstraßenregelung mit getrennten Ein- und Ausgängen.

«In der Schlosskapelle bleiben die Besucher jetzt auch mal zehn Minuten sitzen. Sie haben mehr Zeit, da es ja keine Führung gibt», berichtet der Museumsleiter. Die Gäste würden die Angebote gerne annehmen, sagt Guddat. Auch das Mausoleum und der Schloss-Shop sind geöffnet. Die beliebte Landpartie, das sommerliche Highlight der Vorjahre auf Schloss Bückeburg, fällt hingegen wegen Corona aus.

- Iburg: Im Kreis Osnabrück hat im Iburger Schloss das Museum mit seinem Münzkabinett seit kurzem wieder unter Auflagen geöffnet. Schlossführungen sind dort noch nicht möglich, sagt Marion Marx, stellvertretende Leiterin der Tourist-Information Bad Iburg. Entwickelt wird nun ein Konzept für Führungen im Außenbereich des Gebäudes. «Damit möchten wir im Juli an den Start gehen, die Führungen sind auf zehn Personen begrenzt», erklärt Marx.

- Fürstenberg: Spezielle Familien-Angebote wie Porzellanmalen soll es auf Schloss Fürstenberg im Weserbergland ab Ende Juni geben. «Das ist ein interaktives Programm mit museumspädagogischer Betreuung», sagt Museumsleiter Christian Lechelt. Auch das Schloss selbst ist wieder für Besucher geöffnet, es dürfen sich aber aktuell aber nur maximal 50 Menschen gleichzeitig im Museum aufhalten. Die Gäste können sich selbstständig auf eine Reise durch fast 300 Jahre Porzellangeschichte begeben.

Führungen könnten derzeit nicht angeboten werden. «Es gibt einige enge bauliche Bereiche im Schloss, das ist nicht zu verantworten», erklärt der Museumsleiter. «Die Besucherzahlen sind aber besser als erwartet. Bei den Individualbesuchern liegen wir bei rund 70 Prozent im Vergleich zur Zeit vor Corona - das ist schon erfreulich», sagt Lechelt. Auch der Werksverkauf der Porzellanmanufaktur Fürstenberg im Schloss, die zu den traditionsreichen alten Porzellanmarken gehört, ist unter Auflagen wieder geöffnet.

- Schloss Marienburg: Schloss Marienburg, der stolze Stammsitz der Welfen in der Nähe von Hildesheim, ist ebenfalls wieder für Gäste geöffnet. Um die Sanierung des maroden Baudenkmals war lange gerungen worden, jetzt wollen Land und Bund jeweils 13,5 Millionen Euro geben. Ursprünglich hatte Ernst August junior die ehemalige Sommerresidenz der Welfen für einen Euro an die öffentliche Hand verkaufen wollen. Doch nach dem Einspruch seines Vaters scheiterte der mit der Landesregierung ausgehandelte Deal.

Besucher auf Schloss Marienburg bekommen von all dem derzeit aber nichts mit. Sie dürfen sich alleine durch die Räume bewegen, Schlossführungen werden nach Worten von Katrina Bläsig, Sprecherin auf Schloss Marienburg, derzeit nicht angeboten. Auch dort gibt es ein Einbahnstraßensystem - und natürlich die Stationen für Händedesinfektion. «Eine Maskenpflicht beim Schlossrundgang gibt es nicht, erklärt Bläsig. Bei den Turmführungen, die angeboten werden, müssen die Teilnehmer hingegen eine Maske tragen. Dort ist man mit den Besucherzahlen inzwischen ganz zufrieden und hofft auf den Sommer. Zunächst seien die Zahlen eher verhalten gewesen - inzwischen hätten sie sich aber stabilisiert, berichtet die Sprecherin.

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Verfasser: dpa-infocom GmbH

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