Reisekonzern Tui erwartet Rekordjahr für Spanien-Reisen

11.04.2016
Die Türkei-Buchungen bei Tui brachen nach den Terroranschlägen bis Februar um 40 Prozent ein. Viele Urlauber haben nun andere Reisepläne. Vor allem auf den Kanaren und Balearen könnte es in der Hauptsaison sehr voll werden.
Der Reisekonzern Tui erwartet in diesem Jahr eine hohe Nachfrage bei Reisen nach Mallorca. Foto: Julian Stratenschulte
Der Reisekonzern Tui erwartet in diesem Jahr eine hohe Nachfrage bei Reisen nach Mallorca. Foto: Julian Stratenschulte

Hannover (dpa) - Der weltgrößte Reisekonzern Tui sieht 2016 einem Rekordjahr für Spanien-Reisen entgegen. Das Last-Minute-Geschäft werde in diesem Sommer für Spanien ausfallen, sagte Tui-Chef Fritz Joussen der «Bild am Sonntag».

«Es werden nicht alle nach Mallorca kommen, die nach Mallorca wollen.», kündigte Joussen ebenfalls an. Nach den Anschlägen in Nordafrika habe Tui für 26 Millionen Euro zusätzliche Bettenkapazitäten in Spanien eingekauft.

Zuvor war ein Einbruch bei den Türkei-Buchungen bekanntgeworden. Im Februar hatte Joussen für das Land am Bosporus einen Buchungseinbruch um 40 Prozent gemeldet, nachdem bei einem Anschlag in Istanbul zwölf Deutsche ums Leben gekommen waren.

Im westlichen Mittelmeerraum gebe es erhebliche Zuwachsraten, sagte Joussen dem Blatt. «Die Gästezahlen für die Kanaren liegen bei unserer deutschen Gesellschaft heute rund 35 Prozent im Plus.» Mit Blick auf die Balearen fügte er hinzu: «Im August wird mit ziemlicher Sicherheit nichts leer stehen.» Vor allem in Spanien samt den Balearen und den Kanarischen Inseln ist Tui mit eigenen Hotels besonders stark vertreten.

Trotz des Terrors und der Anschläge werde Tui Tunesien oder Ägypten nicht aufgegeben, kündigte Joussen in dem Interview an: «Unser Robinson-Club auf Djerba bleibt geöffnet - trotz einer Auslastung von gerade mal 30 Prozent.» Er gehe davon aus, dass auch die Buchungen in der Türkei mittelfristig wieder anziehen. Joussen betonte, er halte die Türkei weiterhin für attraktiv, es gebe dort auch keine Reisewarnung. Neue Zahlen für das Land nannte er aber nicht.

Trotz der jüngsten Terroranschläge hält der Tui-Chef Urlaub für vergleichsweise sicher: «Jedes einzelne Schicksal ist tragisch, jeder Tod zu viel. Aber sollen wir jetzt unser Leben komplett ändern?» Er sagte der Zeitung: «Wenn wir Lebensrisiken nüchtern und rein statistisch bewerten, ist das Gefährlichste am Urlaub die Autofahrt zum Flughafen.»


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Kahnfahrten auf einem Fließ im Spreewald sind sehr beliebt. Rund 1000 Kilometer Fließe (Wasserwege) durchziehen den Spreewald im Südosten von Brandenburg. Foto: Patrick Pleul Prospekte reichen nicht: Wo Tourismus funktioniert Der Deutschlandtourismus läuft, aber nicht in allen Ecken der Republik. Touristiker sagen, manche Regionen müssten sich besser vermarkten - und weg vom «Kirchturmdenken».
Die Deutschen bleiben reiselustig. Einige wollen in diesem Jahr sogar ihr Urlaubsbudget erhöhen. Foto: Julian Stratenschulte Glänzende Aussichten fürs Tourismusjahr 2018 Rekord bei Urlaubsausgaben und sonnige Aussichten für das aktuelle Reisejahr: Die Tourismusbranche ist in glänzender Verfassung. In manchen Regionen wird der Erfolg jedoch zum Problem.
Die Streifenpolizisten Süher Özlügül (Sophie Dal) und Jens Jensen (Florian Lukas) haben die Stadt Leer bekannt gemacht. Ein Rundgang zu den Drehorten wird gerade erarbeitet. Foto: Martin Valentin Menke/ZDF/dpa Friesland, Spreewald, Bad Tölz: Der TV-Tourismus boomt Manchmal ist es ein Glücksfall, wenn ein Kamerateam kommt und einen Krimi dreht. Für den ein oder anderen Ort hat das schon ein deutliches Plus bei den Besucherzahlen gebracht.
Auf der Messe «Caravan Motor Touristik» präsentiert Tourismusexperte Martin Lohmann eine Studie der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen. Foto: Christoph Schmidt Reiselust der Deutschen bleibt hoch Spanien statt Türkei: Bilder von Anschlägen auf Reiseziele wie Istanbul wirken auch auf Touristenströme. Während das Land am Bosporus Einbußen hinnehmen musste, stieg das iberische Land in der Gunst deutscher Urlauber.