Ratten lieben Versteckspiel

26.06.2020
Wer auf der Suche nach einem intelligenten, sozialen und verspielten Kleintier ist, könnte es mal mit Ratten versuchen. Sicher nichts für jedermann, aber die Kleintiere versprechen viel Abwechslung.
Ratten kann man durchaus das Versteckspiel beibringen. Die Nager lieben es, zur Belohnung gekitzelt zu werden. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Ratten kann man durchaus das Versteckspiel beibringen. Die Nager lieben es, zur Belohnung gekitzelt zu werden. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Düsseldorf (dpa/tmn) - Kann man mit Ratten Verstecken spielen? Das geht, fanden Forscher der Humboldt Universität zu Berlin (HU) heraus. Über Ergebnisse einer entsprechenden Studie von 2019 der Tierphysiologen berichtet der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH).

Demnach sind die kleinen Heimtiere offenbar in der Lage, sehr schnell eine Mensch-Tier-Version des Versteckspiels zu lernen und können mühelos zwischen den beiden Rollen - Verstecken und Suchen - wechseln. Das eröffnet Rattenhaltern ganz neue Möglichkeiten, sich mit ihren Tieren zu beschäftigen.

Kitzeln empfindet die Ratte als Belohnung

Für die Versuche wurde die Ratte in eine Kiste gesetzt. Kam der Deckel drauf, versteckte sie sich. Sobald sich der Deckel ferngesteuert öffnet, begann die Ratte zu suchen. Hatte sie die Person gefunden, wurde sie zur Belohnung ein wenig gekitzelt - was Ratten scheinbar sehr mögen.

Auch umgekehrt funktioniert das Spiel. Ohne Deckel auf der Kiste übernimmt die Ratte den Job des Versteckens. Sobald sie gefunden wurde, gab es ein Kitzeln als Belohnung. Die Ratten lernten das Spiel schnell und entwickelten sowohl beim Verstecken als auch beim Suchen ausgeklügelte Strategien. Sie quiekten regelrecht vor Freude, wenn sie ihre Person gefunden hatten. Wenn sie sich versteckten, waren sie hingegen sehr still.

Die Forscher ermuntern Rattenhalter und solche, die es werden wollen, den verspielten Ansatz ruhig zu Hause auszuprobieren. Das trage zur Stärkung der Bindung zwischen den intelligenten Kleintieren und dem Halter bei.

© dpa-infocom, dpa:200625-99-565448/2

Link zur Studie

Presseinfo HU Berlin

Presseinfo IVH


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Forscher haben Ratten beigebracht, mit ihnen Versteck zu spielen. Die Nager erweckten dabei den Eindruck, dass es ihnen Spaß machte. Foto: Arno Burgi Haben Ratten Spaß am Versteckspiel? Verstecken gehört zu den Klassikern unter den Kinderspielen. Die Regeln sind einfach und schnell gelernt - nicht nur von Menschen.
Verstecken tun sich alle Kinder gerne. Doch auch das will erst gelernt sein. Foto: Patrick Pleul/lbn Versteckspiel: Kinder müssen Perspektive wechseln können Wenn ich mir die Augen zuhalte, bin ich unsichtbar. Kleine Kinder lernen erst, sich die Perspektive anderer vorzustellen. Verstecken spielen macht Spaß und schult den Perspektivwechsel.
Schubladen sind für Katzen beliebte Schlafplätze. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn Schubladen und Papiertüten können für Tiere zur Falle werden Regale, Schubladen und Papiertüten sind für Haustiere mitunter eine tödliche Gefahr. Halter sollten daher ihre Wohnräume gut absichern, bevor Katze, Hund oder Vogel einziehen.
Auslauf tut Kaninchen gut. Bei Hitze sollten Halter aber auf genügend schattige Stellen achten. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn So überstehen Kaninchen heiße Tage Die Sommermonate können für Kaninchen ziemlich hart werden, vor allem wenn es so richtig heiß wird. Denn Rammler und Häsin können nicht schwitzen. Man kann den Tieren aber helfen.