Rassehunde-Schau: Tierische Schönheiten in Erfurt

09.05.2022
Schoßhündchen mit Schleifchen, respekteinflößende Wachhunde - auf der Rassehunde-Schau in Erfurt gab es am Wochenende viel zu sehen. Tierschutzauflagen wurden streng kontrolliert.
Drei Prager Rattler und ein Pudelmix-Hund bei der Rassehunde-Ausstellung auf der Messe Erfurt. Foto: arifoto UG/dpa
Drei Prager Rattler und ein Pudelmix-Hund bei der Rassehunde-Ausstellung auf der Messe Erfurt. Foto: arifoto UG/dpa

Erfurt (dpa/th) - Rund 10.000 Schaulustige lockte die internationale Rassehundeausstellung auf dem Erfurter Messegelände an. Zu sehen waren mehr als Hunde. Aber auch etliche Katzen.

Dies sei zwar unter dem Niveau aus Vor-Corona-Jahren, so eine Messesprecherin. «Aber wir sind trotzdem zufrieden.» Immerhin laufe das klassische Messe-Geschäft erst seit zwei Wochen wieder. Zudem hätten für die Hundeschau, an die eine Rassekatzen-Ausstellung gekoppelt war, strenge Auflagen gegolten. Hintergrund ist eine seit Jahresbeginn geltende Tierschutz-Hundeverordnung.

Sie soll verhindern, dass Tiere aus sogenannten Qualzuchten gezeigt werden - also mit Rassemerkmalen, die künstlich und für die Tiere mit Schmerzen herbeigeführt wurden. Das gilt etwa für kupierte Schwänze. Die Aussteller hätten eine entsprechende tierärztliche Bescheinigung vorweisen müssen, sagte der Erfurter Amtstierarzt Ulrich Kreis. Das Veterinäramt Erfurt kontrollierte die Einhaltung der Auflagen vor Ort, was vor allem am Samstag zu langen Wartezeiten für die Hundehalter am Einlass führte.

Nicht alle hätten sich an die Auflagen gehalten. «Wir haben etliche rausgefischt», sagte Kreis. So hätten etwa einzelne Hunde mit Atemproblemen oder kupierten Schwänzen nicht gezeigt werden dürfen. In der Regel hätten die Halter Verständnis für die Kontrollen gehabt, berichtete der Veterinärmediziner. Teilweise habe es aber auch Diskussionen gegeben.

Organisation und Durchführung erschwert

Die Landesvorsitzende des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH),Marianne Müller, kritisiert in einer Mitteilung, dass «die kurzfristige Allgemeinverfügung der Stadt Erfurt in Bezug auf die Tierschutz-Hundeverordnung erheblich die Organisation und Durchführung» erschwert habe.

2400 Meldungen von ursprünglich angekündigten 4000 Rassehunden seien zurückgezogen worden. Vertreten waren in Erfurt rund 1600 Hunde, elf Zuchtvereine und der VDH-Landesverband informierten die Besucher über Hundezucht. Gezeigt wurden auch 140 Rassekatzen.

Wegen der Corona-Pandemie war die Schau zuletzt ausgefallen. Die letzte Hundeausstellung vor der Pandemie hatten 2019 rund 15.000 Menschen besucht.

© dpa-infocom, dpa:220509-99-213790/5

Messe Erfurt


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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