Nur vier Banking-Apps sind «gut»

18.05.2020
Das Notebook suchen, hochfahren, die Bankseite aufrufen und aufwendig anmelden. Und das alles nur, um den Kontostand zu checken. Flotter geht's per Smartphone-App. Doch ist das sicher?
Interessante Komfortfunktionen von Banking-Apps sind etwa Push-Nachrichten zu Geldeingängen und Abbuchungen oder das automatische Vervollständigen von Einträgen bei Überweisungen. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa-tmn
Interessante Komfortfunktionen von Banking-Apps sind etwa Push-Nachrichten zu Geldeingängen und Abbuchungen oder das automatische Vervollständigen von Einträgen bei Überweisungen. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Gute Banking-Apps sind rar gesät. In einem Vergleich der Stiftung Warentest erhielten diese Note nur jeweils 4 von 19 geprüften Android- und 19 geprüften iOS-Anwendungen («Finanztest»-Ausgabe 6/20). Alle anderen Apps schnitten insgesamt «befriedigend» oder «ausreichend» ab.

Die Apps mit guter Gesamtnote sind bei beiden Betriebssystemen dieselben: Zum einen die App der Sparkassen und die der GLS-Bank. Zum anderen die Anwendungen Finanzblick Online-Banking und Numbrs, mit denen sich Konten mehrerer Banken verwalten lassen - das sogenannte Multibanking. Es waren die einzigen beiden Drittanbieter-Apps im Test.

Die Hausbank-App ist kein Muss

Die Warentester raten Nutzerinnen und Nutzern, zu diesen Drittanbieter-Apps zu greifen, wenn eines oder mehrere der folgenden Kriterien erfüllt sind: Sie sind mit der App ihrer Hausbank nicht zufrieden, diese wurde nicht gut getestet, oder die Hausbank-App bietet kein Multibanking, obwohl dieses benötigt wird.

Allerdings mussten die Experten feststellen, dass es durch die neue EU-Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) deutlich schwieriger geworden ist, Konten fremder Banken in andere Apps einzubinden.

Push-Nachricht bei Geldeingang

Interessante Komfortfunktionen von Banking-Apps, auf die Bankkundinnen und -kunden achten können, sind etwa Push-Nachrichten zu Geldeingängen und Abbuchungen oder das automatische Vervollständigen von Einträgen bei Überweisungen. Zudem ist es häufig möglich, sich Überweisungen durch das Abfotografieren von Überweisungsträgern oder QR-Codes oder durch das Laden von PDF-Rechnungen in die App zu erleichtern.

In Sachen Sicherheit gibt der Test Entwarnung: Alle Apps im Test sind demnach umfassend gegen Fremdangriffe geschützt. Sicherheitslücken, über die sich Hacker Zugang zu Bankdaten verschaffen könnten, fanden die Experten nicht.

Werbetracker selbst beim Banking

Mittelpunkt der Testkriterien waren Funktionen und Handhabung. Trotzdem prüften die Experten auch Datenschutzerklärungen, Geschäftsbedingungen und das Datensendeverhalten der Apps und werteten das Ergebnis bei sehr deutlichen Mängeln um eine halbe Note ab.

Überrascht hat die Warentester in diesem Zusammenhang etwa, dass sich in den iOS-Versionen der Apps durchschnittlich mehr Werbetracker fanden als in den Android-Pendants. Trotzdem waren deutlich mehr als die Hälfte der getesten Apps frei von Werbeeinblendungen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Tracking auf Schritt und Tritt: Die Internet- und Smartphone-Nutzung wird von vielen Webseiten und Apps beobachtet. Das muss aber niemand hinnehmen. Foto: pa-infografik GmbH/dpa-Themendienst Smartphone-Schnüfflern den Riegel vorschieben Am Rechner auf dem Schreibtisch ist es für viele selbstverständlich, das Tracking von Webseiten zu unterbinden. Aber was ist mit dem Smartphone? Ist man dort der Datensammelei schutzlos ausgeliefert?
Tauchen auf der Mobilfunkrechnung nicht nachvollziehbare Posten auf, sollte man widersprechen. Das raten Verbraucherschützer. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Bei falscher Mobilfunkrechnung aktiv werden Ein Fingertipp auf ein Werbebanner im Display kann schon reichen, um ein ungewolltes Handy-Abo untergeschoben zu bekommen. Es gibt sogar Betrüger, die frei erfundene Dienstleistungen abrechnen.
Ausrangierte Smartphones sind häufig noch etwas wert. Im Internet gibt es verschiedene Verkaufsmöglichkeiten für die gebrauchten Geräte. Foto: Karolin Krämer/dpa-tmn Das alte Smartphone im Netz verkaufen Endlich ist das neue Smartphone da. Das alte Gerät ist dann rasch vergessen - und verstaubt in irgendeiner Schublade. Dabei könnte es noch richtig Geld einbringen.
Oh wie schön: Ein Schnäppchen vom Gebrauchtmarkt. Interessanterweise lassen sich gerade gebrauchte iPhones häufig günstiger kaufen als Neuware. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn So gut wie neu? Tipps zum Kauf gebrauchter Smartphones Wer der Umwelt und seinem Geldbeutel etwas Gutes tun will, kauft gebrauchte Waren. Aber gilt diese Weisheit auch für den Kauf eines Smartphones? Von Chancen, Fallstricken und Erfahrungen auf dem Gebrauchtmarkt im Netz.