Nur mit Schufa-Prüfung: Vorsicht beim Kauf von Smartphones

13.06.2016
Die Angebote klingen verlockend: Smartphones ohne Bonitätsprüfung für kleines Geld, ganz einfach per Bestellung im Internet. Doch Verbraucherschützer warnen vor solchen Deals - im Kleingedruckten lauern häufig Fallen.
Wer sich ein Smartphone im Internet bestellt, sollte aufpassen, dass er nicht auf eine Betrugsmasche hereinfällt. Ratsam ist, vor dem Bezahlen den Paketinhalt zu überprüfen. Foto: Jens Büttner
Wer sich ein Smartphone im Internet bestellt, sollte aufpassen, dass er nicht auf eine Betrugsmasche hereinfällt. Ratsam ist, vor dem Bezahlen den Paketinhalt zu überprüfen. Foto: Jens Büttner

Erfurt (dpa/tmn) - Ein Smartphone für 69,90 Euro mit Vertrag und das ganz ohne Bonitätsprüfung durch die Schufa? Klingt eigentlich zu gut, um wahr zu sein. Im Falle eines Mannes aus Thüringen war dies auch so, wie die örtliche Verbraucherzentrale berichtet.

Der Onlinekäufer bestellte das vermeintliche Schnäppchen im Netz und zahlte den Betrag per Nachnahme bei Erhalt des Pakets. Darin waren allerdings nur eine Tüte Gummibärchen und ein Formular zum Ausfüllen - kein Telefon.

Bei den bezahlten 70 Euro handelte es sich nämlich nur um eine Bearbeitungsgebühr für die Vermittlung eines Smartphones mit Vertrag. Diese wichtige Information war allerdings gut im Kleingedruckten versteckt. Mit dieser Masche sind zahlreiche Webseiten im Netz unterwegs. «Dahinter verbirgt sich immer das gleiche Unternehmen mit Sitz in der Karibik», sagt Verbraucherschützer Ralf Reichertz. Auch die Formulierungen in den Geschäftsbedingungen seien weitgehend identisch.

Sein Rat: «Schufafreie Angebote sind immer mit Vorsicht zu genießen.» Vor allem von der Zahlung per Nachnahme wird dringend abgeraten, da man vor Übergabe des Geldes nicht den Inhalt eines Pakets überprüfen kann.

Laut den Thüringer Verbraucherschützern gibt es Warnzeichen, an denen man unseriöse Anbieter erkennt. Das sind etwa kopierte Allgemeine Geschäftsbedingungen mit Fehlern. Oder das Impressum verweist auf eine Adresse im Ausland, während die Kontodaten nach Deutschland verweisen. Auch die Verpflichtung zur Zahlung per Nachnahme sollte Kaufinteressenten stutzig machen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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