Neues Verfahren macht 3D-Drucker schneller und präziser

01.02.2019
Nicht mehr Schicht für Schicht, sondern aus einem Guss: Eine neue Variante des 3D-Drucks ermöglicht schnelleres Drucken. Zudem ist das Gerät in der Lage, bis zu 0,3 Millimeter dünne Objekte zu kopieren.
Der neue 3D-Drucker (r) nutzt als Material eine zähflüssige, lichtempfindliche Lösung. Das Objekt wird zuvor als Lichtmuster vom Rechner erfasst. Foto: Hayden Taylor
Der neue 3D-Drucker (r) nutzt als Material eine zähflüssige, lichtempfindliche Lösung. Das Objekt wird zuvor als Lichtmuster vom Rechner erfasst. Foto: Hayden Taylor

Berkeley (dpa) - Schneller, genauer, variabler: Mit einer neuen Art des 3D-Drucks lassen sich Objekte im Ganzen aus einem lichtempfindlichen Material erzeugen. US-Forscher stellen diese Neuentwicklung im Fachmagazin «Science» vor.

Die Forscher druckten mit dem Verfahren unter anderem eine Mini-Version der berühmten Skulptur «Der Denker» von Auguste Rodin. Beim herkömmlichen 3D-Druck werden Objekte Schicht auf Schicht gedruckt. Diese Verfahren seien allerdings vergleichsweise langsam, die Qualität der Oberflächen sei begrenzt und häufig seien Nachbearbeitungen nötig, schreiben die Forscher um Brett Kelly von der University of California, Berkeley (USA).

Bei ihrem Verfahren werden zunächst Aufnahmen eines Objekts aus unterschiedlichen Blickwinkeln - etwa der Denker-Skulptur - gemacht. In einem Projektor werden die Einzelbilder zusammengesetzt und als Lichtmuster auf eine zähflüssige, lichtempfindliche Lösung geschickt. Diese verfestigt sich dann nach Vorlage des Lichtmusters - in diesem Fall eben zu einer Kopie der Denker-Skulptur. Die nicht-verfestigten Lösungsreste werden abgelöst.

Je nach Ausgangsmaterial kann das gedruckte Objekt bis zu 0,3 Millimeter dünn sein, eine außergewöhnlich glatte Oberfläche haben und andere Objekte einhüllen, wodurch mehrere Materialien kombiniert werden können, schreiben die Forscher. Zentimeter große Gegenstände ließen sich viel schneller drucken als mit bisherigen Verfahren, der etwa vier Zentimeter große Denker sei zum Beispiel in weniger als einer Minute entstanden.

Das neue Druckverfahren könne besonders nützlich sein, um unter anderem patientenspezifische medizinische Implantate oder Bauteile für die Luftfahrt herzustellen, sagen die Wissenschaftler.

Die Skulptur «Der Denker» ist eines der berühmtesten Werke des französischen Bildhauers Auguste Rodin (1840-1917). Das 72 Zentimeter hohe Original entstand um 1880 und ist heute im Besitz des Musée Rodin in Paris. Es gibt zahlreiche Bronzegüsse und Gipsabgüsse der Skulptur in unterschiedlichen Größen, die über die Welt verteilt sind.

Abstract

Der Denker im Musee Rodin


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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