Neue Quallenart in Australien gibt Rätsel auf

06.05.2022
Wer vor der Ostküste Australiens ins Wasser geht, muss sich vor den tödlichen Würfelquallen in Acht nehmen. Nun hat eine Biologin eine neue Quallenart dort entdeckt, die dem giftigen Meerestier stark ähnelt. Ist sie auch genauso gefährlich?
Zwei Würfelquallen beim Schwimmen im Two Oceans Aquarium. Sie gehören zur Gruppe der Seewespen. Diese gelten als die giftigsten Tiere der Welt. Ihre Nesselzellen können einen Menschen innerhalb weniger Minuten töten. Foto: Nic Bothma/EPA/dpa
Zwei Würfelquallen beim Schwimmen im Two Oceans Aquarium. Sie gehören zur Gruppe der Seewespen. Diese gelten als die giftigsten Tiere der Welt. Ihre Nesselzellen können einen Menschen innerhalb weniger Minuten töten. Foto: Nic Bothma/EPA/dpa

Cronulla (dpa) - Die Sichtung einer offenbar bislang unbekannten Quallenart vor Cronulla an der australischen Ostküste gibt Forschern Rätsel auf.

Das Tier teile strukturelle Merkmale mit den tödlichen Würfelquallen, die die tropischen Gewässer im Norden von Down Under bevölkern, zitierte die Zeitung «Sydney Morning Herald» die Biologin Lisa Gershwin, die bereits mehr als 200 Arten der Nesseltiere beschrieben hat. Jedoch kommt der berüchtigte Box Jellyfish - der «supergetunte Ferrari des Todes», wie Gershwin ihn nennt - im Meer vor New South Wales eigentlich nicht vor.

«Das ist ein toller Fund», sagte die Expertin aus Launceston in Tasmanien, die bereits Sachbücher über Quallen geschrieben hat. Ein erfahrener Schwimmer, der jeden Tag vor Cronulla bei Sydney im Ozean unterwegs ist, hatte die unbekannte Art in der vergangenen Woche gleich zwei Mal etwa 800 Meter vom Ufer entfernt gefilmt. Laut Gershwin handelt es sich definitiv nicht um den Box Jellyfish aus Nordaustralien (Chironex fleckeri aus der Gruppe der «Seewespen»). Aber bis die Qualle endgültig identifiziert ist, sei völlig unklar, ob sie gefährlich oder harmlos sei.

Beunruhigend sei die Form der Tentakel, erklärte Gershwin. «Die gefährlichen Arten haben flachere Tentakel, die wie Fettuccine aussehen.» Dies sei hier der Fall, aber gleichzeitig habe die Kreatur in ihrem Körper auch «gallertartige Knötchen, die wie Murmeln wirken». Diese wiederum werden mit ungefährlichen Arten in Verbindung gebracht. Die Expertin arbeitet mit dem Australian Museum zusammen, um die möglicherweise bislang unbekannte Spezies zu identifizieren.

Seewespen gelten als die giftigsten Tiere der Welt. Ihre Nesselzellen, die an bis zu drei Meter langen Tentakeln sitzen, können einen Menschen innerhalb weniger Minuten töten. Die Tiere sind transparent, der Schirm vierkantig - deshalb der Name Würfelqualle. Besonders in den wärmeren Monaten sind sie an der Küste von Nord-Queensland eine große Bedrohung. Wer sichergehen will, geht mit einem nesselsicheren Surf-, Tauch- oder Quallenschutzanzug baden.

© dpa-infocom, dpa:220506-99-180816/2

Bericht Sydney Morning Herald

National Ocean Service zu Chironex Fleckeri

Australian Museum zu Quallenarten


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Die Umweltschäden am Great Barrier Reef nehmen zu. Das Unesco-Welterbekomitee fordert Australien eindringlich auf, Maßnahmen gegen den Klimawandel zu treffen. Foto: Uncredited/Kyodo News via AP/dpa Verliert das Great Barrier Reef jetzt den Welterbe-Status? Das Great Barrier Reef ist ein einzigartiges Naturwunder. Dass die Unesco nun damit droht, das Ökosystem als gefährdetes Welterbe einzustufen, erzürnt die Regierung in Canberra - um die Umwelt allein geht es ihr dabei wohl aber nicht.
Ein Großteil der Korallen am Great Barrier Reef ist von der Korallenbleiche betroffen. Damit geht auch eines der beliebtesten Tauchreviere der Welt verloren. Foto: Daniel Naupold/dpa Korallenbleiche am Great Barrier Reef schreckt Touristen ab Die Korallenbleiche am Great Barrier Reef hat nicht nur ökologische Folgen. Auch der Tourismus ist bedroht. Das Korallenmeer vor der Küste Australiens war bisher ein beliebtes Ziel für Tauch-Urlauber. Doch diese könnten nun fernbleiben.
Feuerwehrleute versuchen Häuser an der Waratah Road und der Kelyknack Road vor dem Feuer zu schützen. Foto: Dan Himbrechts/AAP/dpa Infos zu Bränden für Australien-Urlauber In Australien wüten seit Wochen schwere Brände. Reisende können sich im Internet gut über die Lage informieren.
Forschende haben eine mehr als zehn Meter breite Koralle haben im Great Barrier Reef entdeckt. Foto: Woody Spark/Springer Nature/dpa Gewaltige Koralle im Great Barrier Reef entdeckt Das Great Barrier Reef ist das größte Korallenriffsystem der Welt. Bis heute ist es noch nicht vollständig erforscht. Nun machte ein Wissenschaftsteam wieder eine neue Entdeckung.