Muss es wirklich die teuerste Soundbar sein?

21.07.2021
Fernsehern fehlen meist ein guter Klang und satte Bässe. Soundbars sollen Abhilfe schaffen. Die Stiftung Warentest hat die Lautsprecher unter die Lupe genommen - mit überraschenden Ergebnissen.
Die Stiftung Warentest hat 20 Soundbars getestet. Das Ergebnis: Vor allem die teuren Modelle schnitten im Test schlecht ab. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Die Stiftung Warentest hat 20 Soundbars getestet. Das Ergebnis: Vor allem die teuren Modelle schnitten im Test schlecht ab. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Moderne Fernseher überzeugen mit gestochen scharfen Bildern, Smart-TV-Features, Sprachassistenten und vielem mehr. Doch häufig hakt es beim Ton. Vor allem anspruchsvollere Filmfans und Vielgucker schauen sich in einem solchen Fall nach einer externen Soundbar um.

Die Experten der Stiftung Warentest haben 20 Soundbars getestet, darunter zehn Modelle mit einem externen Subwoofer für zusätzlichen Bass. Sie beurteilten den Ton in Hörtests, spielten Musik, Sprache und Filmszenen ab. Zusätzlich prüften sie die Handhabung, den Stromverbrauch und den Datenschutz der Geräte.

Das Ergebnis: Vor allem die teuren Modelle schnitten im Test schlecht ab. «Drei Lautsprecher kosten um die 900 Euro - gut ist keiner davon», heißt es in der Zeitschrift «test» (8/2021). Die beiden Testsieger dagegen bekommt man schon für rund 400 Euro.

Worauf es bei Soundbars ankommt

Soundbars passen bequem quer vor oder unter den Fernseher und erweitern so das Heimkino-Erlebnis. Die flachen Lautsprecher sollten ohne großen Kabelsalat in wenigen Minuten angeschlossen und einsatzbereit sein. Sie haben alles an Bord, was für guten Klang sorgt, neben den Lautsprechern auch die erforderlichen Verstärker.

Anders als bei traditionellen Lautsprechern sind vor allem HDMI-Anschlüsse wichtig. Je mehr dieser Anschlüsse bereitstehen, desto flexibler sind die Geräte einsetzbar. Sind zusätzlich analoge und digitale Audioeingänge sowie USB- und Kopfhörerbuchsen vorhanden, ist die Ausstattung fast perfekt.

Zwei Soundbars im Test haben kein HDMI, dafür aber einen optischen Eingang. Andere verbrauchen zu viel Strom oder wurden aufgrund von mangelhaftem Datenschutz abgewertet.

Da Subwoofer oft recht groß sind, liegt die Vermutung nahe, dass Soundbars mit zusätzlicher Bassbox klanglich im Vorteil sind. Doch das ist den Fachleuten zufolge nicht so: «Von den zehn Geräten mit Bassbox punkten nur zwei mit gutem Ton, bei den zehn Modellen ohne Subwoofer sind es drei», schreiben die Experten.

Wirklich guten Surround-Sound schaffen die Soundbars den Testern zufolge kaum. Echter Rundumklang benötigt eine Heimkinoanlage mit mehreren Boxen, meist sind es fünf plus ein Subwoofer.

Die Testsieger

Klanglich liegt die LG DSN8YG ganz vorn. Das Gerät mit separatem Subwoofer klingt den Experten zufolge ausgeglichen und dynamisch. Es schneidet jedoch nur befriedigend ab, unter anderem weil es laut Test am meisten Strom verbraucht.

Den Testsieg holt die JBL Bar 5.0 Multibeam mit eingebautem Subwoofer. Sie kostet 395 Euro und überzeugte die Fachleute mit lebhaftem, detailreichem Klang.

Unter den Geräten mit separater Bassbox liegt die Teufel Cinebar 11 2.1 Set für 400 Euro vorne. Sie habe bei Musik und Sprache gepunktet und biete darüber hinaus viele Optionen zur Klangoptimierung.

© dpa-infocom, dpa:210720-99-453179/3


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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