Musik- und Lasershow für Schauhöhle Heimkehle geplant

07.09.2020
Die Heimkehle ist die größte deutsche Gipskarsthöhle, die öffentlich zugänglich ist. Sie liegt idyllisch im Mansfelder Land. Eine neue Konzeption soll den Tourismus beflügeln, aber Corona bremst.
Die Heimkehle ist mit über 2000 Metern Gesamtlänge einer der größten Schauhöhlen Deutschlands. Den «Großen Dom» soll eine neue LED-Lichtanlage in Szene setzen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa
Die Heimkehle ist mit über 2000 Metern Gesamtlänge einer der größten Schauhöhlen Deutschlands. Den «Großen Dom» soll eine neue LED-Lichtanlage in Szene setzen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Uftrungen (dpa) - Kälte schlägt einem entgegen. Die Luftfeuchtigkeit ist mit 95 Prozent hoch. «Hier kann man einem Nagel beim Rosten zusehen», umschreibt Höhlenführer Andreas Hammer das Phänomen.

Die Heimkehle bei Uftrungen (Landkreis Mansfeld-Südharz),ist die größte deutsche Gipskarsthöhle, die als Schauhöhle zugänglich ist. Sie wurde erstmals 1357 schriftlich erwähnt, aber erst seit 1920 touristisch genutzt. Genau 2136 Meter lang, davon sind derzeit 720 ausgebauter Führungsweg und somit für Touristen zugänglich.

«In der Perspektive soll der Weg 998 Meter lang werden», sagt Hammer. Während der Eingang in Sachsen-Anhalt liegt, erstreckt sich etwa ein Drittel der Fläche auf thüringischem Gebiet.

Neue LED-Lichtanlage im «Großen Dom»

Im «Großen Dom» staunen Besucher. Über ihnen spannt sich die Decke in 22 Metern Höhe. Die neue LED-Lichtanlage bringt mit einer besonderen Licht- und Schattenwirkung die zerklüfteten Konturen des unterirdischen Raumes eindrucksvoll zur Geltung. «Die Lichtanlage ist Teil des neuen Tourismuskonzeptes. Ebenso ist eine neue Musik- und Lasershow geplant», sagt Claudia Hacker vom Tourismusbüro in Stolberg(Landkreis Mansfeld-Südharz). «Im letzten Jahr kamen rund 16.000 Besucher zu uns.»

Eigentlich sollte dieses Jahr an den Beginn der touristischen Erschließung vor 100 Jahren erinnert werden, aber Corona hat die Aktivitäten ausgebremst. «Dafür wird es am 12. September für maximal 35 geladene Gäste eine Führung im historischen Ambiente geben», sagt Hacker. Genau an diesem Tag hatte Konsul Theodor Wienrich (1881-1937) zum ersten Mal Menschen im touristischen Stil in die Unterwelt der Heimkehle geführt. Wienrich hatte als hallescher Industrieller die Höhle gekauft und für Besucher ausbauen lassen.

«In der Nähe der Höhle entstanden ein Hotel, Freiterrassen, ein Gondelteich sowie Andenkenbuden», erzählt Friedhart Knolle von der Nationalparkverwaltung Harz in Wernigerode. Das lockte Tausende Besucher an. An besonderen Tagen marschierten die Menschen unter Begleitung einer Blaskapelle vom Uftrunger Bahnhof zur Höhle, die teils nur mit dem Boot befahren werden konnte. Nach dem Höhlenbesuch gab es Kaffee auf der Freiterrasse, bevor es wieder zum Bahnhof ging.

Naturerlebniszentrum wird errichtet

Seit 2018 entsteht mit rund 2,2 Millionen Euro Fördermitteln ein Naturerlebniszentrum, im Mittelpunkt das Infozentrum. Das Gebäude steht schon, aber die Ausstellungsfläche ist noch leer. Alles an Wissen rund um die Höhle soll hier veranschaulicht werden. Dazu gehören die geologische Entwicklung, die Höhle als wichtiger Überwinterungsplatz für Tausende von Fledermäusen sowie die Höhle als unterirdischer Rüstungsbetrieb im Zweiten Weltkrieg.

Die Nationalsozialisten ließen 1944 KZ-Häftlinge die Heimkehle zu einer Rüstungsstätte der Junkers Werke ausbauen und dort Flugzeugteile herstellen. 1946 wurde der Zugang gesprengt. Die Wiedereröffnung als Schauhöhle war 1954. Im «Kleinen Dom», wo sich auch Produktionsstätten befunden hatten, wurde eine Gedenkstätte für die KZ-Häftlinge eingerichtet.

© dpa-infocom, dpa:200907-99-461508/2

Touristinformation Stolberg Harz


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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