Mitnahme von Lithium-Batterien im Flugzeug oft beschränkt

06.10.2016
Defekte Lithium-Akkus in Samsungs Galaxy Note 7 sind gefährlich. Daher verbieten viele Airlines das Anschalten der betroffenen Geräte. Doch ganz neu ist die grundsätzliche Gefahr nicht - und die Mitnahme von Lithium-Batterien in der Maschine ist immer schon beschränkt.
Ist der Flugmodus angeschaltet, macht das Smartphone im Flugzeug keine Probleme mehr? Weit gefehlt: die enthaltenen Lithium-Batterien können überhitzen. Foto: Franziska Gabbert
Ist der Flugmodus angeschaltet, macht das Smartphone im Flugzeug keine Probleme mehr? Weit gefehlt: die enthaltenen Lithium-Batterien können überhitzen. Foto: Franziska Gabbert

Berlin (dpa/tmn) - Lithium-Batterien stecken in Uhren, Notebooks, Smartphones oder Tablets sowie in vielen medizinischen Geräten. Darunter fallen auch wiederaufladbare Akkus.

Viele Fluggesellschaften beschränken grundsätzlich ihre Mitnahme - denn wenn eine Lithium-Zelle defekt ist, erhitzt sie sich auf bis zu 800 Grad. Und es kann eine Kettenreaktion bis hin zur Explosion folgen. Derzeit im Gespräch ist die Rückrufaktion von Samsung aufgrund von defekten Lithium-Ionen-Akkus im Smartphone Galaxy Note 7. Etliche Airlines erlauben die Mitnahme dieser Smartphones deshalb nicht mehr. Wie regeln deutsche Airlines grundsätzlich die Mitnahme von Lithium-Batterien?

Condor: Die Fluggesellschaft stützt sich auf die Vorschriften der International Air Transport Association (IATA). Demnach dürfen als Ersatz maximal zwei Lithium-Batterien mit einer Nennleistung bis zu 160 Wattstunden befördert werden. Wobei für jene Batterien mit einer Nennleistung über 100 Wattstunden extra die vorherige Zustimmung von  Condor nötig ist. Geschäftsleute könnte interessieren: Nicht erlaubt sind an Bord Aktenkoffer mit eingebauter Alarmanlage und dafür integrierter Lithium-Batterie.

Air Berlin: Hier geht es strenger zu. Mit den Batterien betriebene Unterhaltungselektronik darf zwar ins Handgepäck und im Koffer in den Laderaum. Aber: Ersatzakkus dürfen ausschließlich im Handgepäck geführt werden - und zwar in der Originalverpackung. Oder sie werden isoliert und vor dem Kontakt mit Metall geschützt. Überschreitet der Lithiumgehalt zwei Gramm und die Nennleistung 100 Wattstunden, muss die Airline den Transport zudem extra genehmigen. Es dürfen auch nur maximal zwei Ersatzbatterien ins Handgepäck. Davon betroffen sind etwa Kameras, Filmausrüstungen und medizinische Geräte. Hingegen haben kleine Camcorder, Uhren, Taschenrechner, Handys und Laptops eine geringere Nennleistung von unter 100 Wattstunden.

Lufthansa: Tragbare Elektrogeräte mit eingebauten Lithium-Metall- und Lithium-Ionen-Zellen dürfen ins Handgepäck und ins aufgegebene Gepäck. Allerdings ist die Mitnahme im Koffer beschränkt auf die Nennleistung bis 100 Wattstunden und zwei Gramm Lithium. Für das Handgepäck muss bei höheren Werten dann auch eine Erlaubnis der Airline vorliegen. Ebenfalls gar nicht erlaubt sind an Bord Aktenkoffer mit Lithium-Batterie.

Bei Ersatzbatterien, dazu gehören auch Powerbank, gilt ebenfalls: Bei höheren Werten muss die Airline zustimmen. Außerdem darf man dann nur zwei Stück pro Person mitnehmen.

Ersatzteile mit Nennleistung unter 100 Wattstunden und zwei Gramm Lithium als Ersatz dürfen auch nur in Mengen, die für den persönlichen Gebrauch bestimmt sind, in die Kabine. Und die Batterien müssen gegen Kurzschluss gesichert sein. Das geht etwa mit Klebeband über den Polen oder Kontaktflächen. Für medizinische Geräte sowie Rollstühle gibt es extra Regelungen.

Regelungen der Lufthansa

Regelungen von Air Berlin

Regelungen von Condor


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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