Lufthansa will Vorkasse für Flugtickets beibehalten

13.04.2021
Wegen stockender Erstattungen in der Corona-Krise kritisierten Verbraucherschützer, dass Fluggesellschaften und Veranstalter Kunden im Voraus zur Kasse bitten. Doch die Lufthansa will an dem Vorkasse-Prinzip festhalten und rechtfertigt sich.
Verbraucherschützer hatten nach stockenden Ticket-Erstattungen in der Corona-Krise gefordert, dass Flugreisen erst bei Antritt und nicht schon Wochen und Monate im Voraus bezahlen werden sollten. Foto: Malte Christians/dpa
Verbraucherschützer hatten nach stockenden Ticket-Erstattungen in der Corona-Krise gefordert, dass Flugreisen erst bei Antritt und nicht schon Wochen und Monate im Voraus bezahlen werden sollten. Foto: Malte Christians/dpa

Berlin (dpa) - Der Lufthansa-Konzern will die Vorkasse für Flugtickets beibehalten. Diese sei wie bei der Bahn, dem ÖPNV oder Veranstaltungen weltweit gängige Praxis und nutze Fluggesellschaften und Kunden gleichermaßen, schreibt der Konzern am Montag in seinem aktuellen «Politikbrief spezial».

Zuvor hatten Verbraucherschützer nach stockenden Ticket-Erstattungen in der Corona-Krise gefordert, dass Flugreisen erst bei Antritt und nicht schon Wochen und Monate im Voraus bezahlen werden sollten. Dies ist bislang nur für bestimmte Großkunden möglich, während bei normalen Tickets der Reisepreis bereits bei der Buchung fällig ist.

Die Fluggesellschaften erhielten mit der Vorkasse Planungssicherheit und könnten zudem differenzierte Preise anbieten, argumentiert die Lufthansa. Ohne Vorauszahlungen seien günstige Frühbucher-Tarife nicht darstellbar. Zudem würden Flüge besser ausgelastet, was auch ökologisch vorteilhaft sei. Die Verbraucherzentrale Bundesverband geht hingegen bei einem Wegfall der Vorkasse nur von geringen Preissteigerungen aus.

In dem Politikbrief verlangt der teilverstaatlichte Luftverkehrskonzern zudem faire globale Wettbewerbsbedingungen und Kostenentlastungen, um die Krise bewältigen zu können. Bei den Fluggastrechten müsse die bereits 2013 von der EU-Kommission angestoßene Reform umgesetzt werden. Der Vorschlag sieht unter anderem eine höhere zeitliche Schwelle vor, ab der die Unternehmen Entschädigungen zahlen müssen.

© dpa-infocom, dpa:210413-99-182791/3

Politikbrief Lufthansa April 2021


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wann geht es wieder nach Mallorca? Auf der beliebtesten Urlaubsinsel der Deutschen ruht der Tourismus. Foto: Clara Margais/dpa/dpa-tmn Was wird in diesem Jahr aus meinem Urlaub? Können wir in diesem Jahr noch reisen? Und wenn ja, wann und wie? Derzeit ist noch vieles ungewiss. Ein Überblick mit allem, was wir derzeit wissen - und was noch nicht.
Das neue Coronavirus wirbelt die Reisepläne vieler Deutscher durcheinander - Israel hat nun sogar faktisch einen Einreisestopp verhängt. Foto: Andreas Gebert/dpa/dpa-tmn Ansprüche von Flugreisenden bei verschärften Einreiseregeln Wer ins Land kommt, muss in Quarantäne: Israel greift hart durch gegen das neue Coronavirus - und macht Urlaub in dem Land unmöglich. Andere Länder könnten folgen. Welche Rechte haben Reisende?
Abflug oder besser die Reise verschieben? Das fragen sich in Corona-Zeiten viele. Foto: Lino Mirgeler/dpa/dpa-tmn Flüge lassen sich weiterhin großzügig umbuchen Was vor Corona undenkbar war, ist heute normal: Viele Flüge lassen sich ohne zusätzliche Gebühren umbuchen - und das noch sehr kurzfristig. Eine aktuelle Übersicht.
Derzeit muss die Lufthansa 650.000 Kunden die Kosten für stornierte Tickets zurückzahlen. Foto: Malte Christians/dpa 650.000 Kunden warten auf Erstattung von Lufthansa-Tickets Zwar hat Lufthansa den Personaleinsatz inzwischen erhöht, doch mit der Erstattung der stornierten Tickets kommt die Fluggesellschaft nicht hinterher. Derzeit sind 650.000 Kunden betroffen.