Löschen ist nicht gleich löschen

17.03.2020
Immer wieder werden auf Online-Marktplätzen Computer oder Mobilgeräte angeboten, auf denen noch - teils sensible - Daten zu finden sind. Verkäufer sollten wissen, wie man Speicher sicher löscht.
Das Verschieben von Daten in den Papierkorb oder das Formatieren schaffen zwar neuen Speicherplatz - aber die Daten sind immer noch da. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn
Das Verschieben von Daten in den Papierkorb oder das Formatieren schaffen zwar neuen Speicherplatz - aber die Daten sind immer noch da. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Daten löschen auf dem Rechner: Wer im Alltag davon spricht, meint damit oft nur das Verschieben in den Papierkorb oder das Formatieren eines Speichers. Bei solchen einfachen Löschaktionen innerhalb des Betriebssystems handelt es sich aber vielmehr um eine Freigabe von Speicherplatz zum erneuten Überschreiben.

Die vermeintlich gelöschten Daten sind immer noch da. Hundertprozentig sicher ist nur das physische Zerstören des Datenträgers. Aber es geht auch anders und trotzdem hinreichend sicher: Klassische Festplatten (HDD) mit rotierenden Speicherscheiben lassen sich mit Hilfe spezieller Programme wie etwa DBAN hinreichend sicher löschen, wenn man die HDD von der Software sieben Mal überschreiben lässt. Das erklärt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Anders geht man bei modernen Festplatten mit Speicherchips (SSD) und bei Festplatten vor, die beide Technologien kombinieren (SSHD). Hier sollte der sogenannte Secure-Erase-Befehl ausgeführt werden, der eine auf der Festplatte hinterlegte Löschroutine anstößt, die auch defekte Speicherbereiche einschließt. Funktioniert das Anwenden von Secure Erase mit dem Verwaltungsprogramm des Festplattenherstellers nicht, empfiehlt das BSI als Alternative etwa das Programm Parted Magic.

Um den Speicher von Smartphones oder Tablets sicher zu löschen, genügt es nicht, das Gerät auf den Werkszustand zurückzusetzen, warnt das BSI. Damit keine Daten wiederhergestellt werden können, sollte in den Einstellungen des Mobilgerätes - falls noch nicht geschehen - die Datenverschlüsselung aktiviert werden. Erst danach führt ein Zurücksetzen des Smartphones oder Tablets dazu, dass keine Daten mehr ausgelesen werden können.

BSI-Infos zum Löschen von HDDs und SSDs

Kostenloser Download von DBAN

Kostenloser Download von Parted Magic

BSI-Infos zum Löschen des Speichers von Mobilgeräten


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Achtung Nepp: Im Fahrwasser der Corona-Krise dümpeln allerlei Cyberkriminelle. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn Diese Cybercrime-Fallen lauern in der Corona-Krise Große Ereignisse oder Krisen rufen auch Online-Kriminelle auf den Plan. Zur Corona-Krise haben sie im Netz längst ihre Fallen aufgestellt. Tappen Sie nicht hinein!
Auch digitale Geräte sollten regelmäßig aufgeräumt werden. Dabei werden nicht mehr benötigte Programme, Apps und Daten am besten gelöscht. Foto: Monique Wüstenhagen Digitaler Frühjahrsputz bringt Sicherheit Wer sich einen Frühjahrsputz vornimmt, sollte seine digitalen Geräte dabei nicht vergessen. Mit einer Entrümpelung macht man Computer, Tablet und Co. nicht nur leistungsfähiger, sondern schützt sie auch vor Datenverlust und Schadangriffen.
Kaum daumengroß passt die SD-Karte in jedes Gepäck. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn Worauf es bei Speicherkarten ankommt Ob Smartphone, Tablet oder Kamera: Viele Geräte lassen sich per Speicherkarte erweitern oder funktionieren erst gar nicht ohne. Auch wenn es kaum noch unterschiedliche Formate gibt: Diverse Klassifizierungen spielen eine entscheidende Rolle.
Es muss nicht immer Whatsapp sein. Allerdings hat der Messenger in Deutschland wohl mit Abstand die meisten Nutzer. Foto: Henning Kaiser Funktionalität und Nutzerzahl: Was bei Messenger-Apps zählt Texte, Bilder, Videos, Telefonate: Messenger-Apps sind Kommunikations-Alleskönner. Ein Blick auf die Unterschiede lohnt sich. Und eventuell auch, seine Kontakte zu überzeugen. Es muss nämlich nicht immer Whatsapp sein.