Lenovos Yoga Book C930 im Praxistest

29.11.2018
Auf der IFA 2018 zog das neue Yoga Book C930 von Lenovo viele Messebesucher an. Nun ist das außergewöhnliche Windows-Notebook ohne eine klassische Tastatur auch im Handel zu haben. Im Praxistest zeigt sich: Das Schreiben auf der Glasoberfläche liegt nicht jedem.
Das Lenovo Yoga Book C930 bringt weniger als 800 Gramm auf die Waage und ist Laptop, digitaler Notizblock und E-Reader in einem. Foto: Andrea Warnecke
Das Lenovo Yoga Book C930 bringt weniger als 800 Gramm auf die Waage und ist Laptop, digitaler Notizblock und E-Reader in einem. Foto: Andrea Warnecke

Berlin (dpa/tmn) - Ein Windows-Notebook unter 800 Gramm Gewicht ist selten. Das Yoga Book C930 von Lenovo bringt gerade mal 779 Gramm auf die Waage und ist nur knapp einen Zentimeter dick. Und trotz der kompakten Maße handelt es sich um ein vollwertiges Windows-Notebook.

Was das Yoga Book C930 von anderen Ultrabooks unterscheidet: Wo sonst eine klassische Tastatur zu finden ist, hat Lenovo ein E-Ink-Display verbaut. Dieser Bildschirm dient als virtuelles Keyboard, kann aber auch als digitaler Notizblock oder als E-Reader genutzt werden.

Tippen auf dem Bildschirm

Damit hat das Lenovo-Gerät zwei Bildschirme: Das herkömmliche Farb-Display verfügt über eine Auflösung von 2560 mal 1600 Pixel (IPS LCD) mit der üblichen Windows-10-Oberfläche. Das Bild erscheint scharf, die Farben nicht übertrieben bunt. Die Auflösung des E-Ink-Bildschirms ist mit 1920 mal 1080 Pixel nicht ganz so hoch. In der Praxis stört das nicht.

Unangenehmer fällt auf, dass die E-Ink-Software nicht besonders schnell ist, was sich etwa bei der visuellen Animation des Tastendrucks zeigt. Tippt man in einem Wort wie «müssen» zwei Buchstaben schnell hintereinander, kommt die Animation nicht hinterher.

Es kommt auf den Schreibtyp an

Zur Frage, wie gut man überhaupt auf den Yoga Book tippen kann, fällt eine allgemeingültige Antwort schwer. Wir haben im Praxistest verschiedene Kandidaten auf dem Gerät schreiben lassen - und das Ergebnis fiel recht unterschiedlich aus.

Eine Vielschreiberin, die sonst quasi blind mit zehn Fingern am Computer tippt, kam mit der Tastatur gar nicht zurecht und konnte keinen einzigen Satz fehlerfrei tippen. Das Yoga Book konnte nämlich kaum zwischen einem aufgelegten Finger und dem eigentlichen Anschlag unterscheiden. Andere Test-Kandidaten, die eher mit drei oder vier Fingern tippen, erzielten dagegen deutlich bessere Ergebnisse.

USB-C-Ports bis 350-Grad-Scharnier

Das Yoga Book C930 verfügt über zwei USB-C-Ports, die auch zum Laden des Geräts verwendet werden und einen Fingerabdruck-Sensor, mit dem das Gerät entsperrt wird. Ein Stift wird bei den beiden teueren Varianten mitgeliefert. Er ermöglicht es, auf dem E-Ink-Notizblock zu zeichnen oder handschriftliche Notizen zu schreiben. Wird der Pen nicht benötigt, kann ein Magnet ihm am Bildschirmrand halten.

Die beiden Bildschirme sind mit einem 350-Grad-Scharnier verbunden, so dass man das Yoga Book in unterschiedlichsten Positionen aufstellen oder ganz flach auf den Tisch legen kann. Das ist praktisch, wenn man das Gerät etwa im sogenannten Zelt-Modus zum Videogucken verwendet.

Will man das E-Ink-Display als E-Book-Lesegerät verwenden, kann man den Farb-Bildschirm komplett zurückklappen und das Yoga Book quasi als Tablet verwenden. Das Farb-Display schaltet sich dann ab, was der Batterielaufzeit zugutekommt. Derzeit kann man nur PDF-Dokumente auf dem E-Ink-Display als E-Book darstellen. Lenovo hat die Unterstützung der gängigen Format ePub, Mobi und TXT für 2019 angekündigt.

Drei Preisstufen

Lenovo bietet das Yoga Book C930, das nicht mit dem ähnlich klingenden Notebook Yoga C930 verwechselt werden darf, in drei Modellen an. Im Einstiegsgerät für knapp 900 Euro (ohne Pen, 128 Gigabyte SSD) arbeitet ein Intel Core m3-7Y30 Prozessor.

Die beiden teueren Modelle (mit Pen) verfügen über einen leistungsstärkeren Intel Core i5-7Y54 Prozessor und einen doppelt so großen SSD-Speicher (256 GB). Das mittlere Modell für knapp 1180 Euro kann wie die Einsteigervariante mit WLAN drahtlos online gehen. Das Spitzenmodell für knapp 1600 Euro verfügt auch über eine LTE-Mobilfunkverbindung.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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