Koffer nur mit genormten Schloss sichern

07.10.2021
Ein Schloss am Koffer gibt Sicherheit. Doch was, wenn die Mitarbeiter am Flughafen das Gepäckstück öffnen müssen?
Diebstahlschutz: Den Koffer mit einem genormten Schloss zu sichern, kann sinnvoll sein. Foto: Catherine Waibel/dpa-tmn
Diebstahlschutz: Den Koffer mit einem genormten Schloss zu sichern, kann sinnvoll sein. Foto: Catherine Waibel/dpa-tmn

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Ein Schloss am Koffer schützt vor Diebstahl. Andererseits raten manche, das Gepäckstück nicht zu verriegeln. Der Grund: Sollten Mitarbeiter am Flughafen den Koffer öffnen wollen, müssen sie das Schloss im Zweifel aufbrechen. Wie macht man es als Reisender also richtig?

Der Betreiber des größten deutschen Flughafens in Frankfurt hat eine Empfehlung: «Abschließen ja, aber unbedingt und ausschließlich mit genormten Schlössern», teilt Fraport auf Anfrage mit. Solche Schlösser wurden eigens für Flugreisen entwickelt und lassen sich mit einem entsprechenden Werkzeug ohne Beschädigung öffnen.

Fraport zufolge handelt es sich hier etwa um TSA-Schlösser mit Zahlenkombination, die an modernen Gepäckstücken schon angebracht sind. Der TSA-Standard ist vor allem in den USA verbreitet, aber nicht nur dort, sondern unter anderem auch in Deutschland.

Wie die Gepäckkontrolle geregelt ist

Ausnahmslos jedes Gepäckstück am Frankfurter Flughafen durchläuft vor dem Abflug die Reisegepäckkontrolle. «Sollten im Lauf dieser Kontrolle auffällige Inhalte identifiziert oder vermutet werden, muss das Gepäckstück geöffnet werden», erklärt Fraport.

Die Identifikation eines solchen Gepäckstücks passiert demnach durch Beschäftigte der Luftsicherheitskontrolle, die auch für die Kontrolle des Handgepäcks zuständig sind. Die Öffnung selbst erfolgt laut Fraport in der Regel durch Drittanbieter wie Sicherheitsfirmen, die für die Fluggesellschaft oder den Flughafen arbeiten.

Durchsuchung des Koffers möglichst vermeiden

Und was, wenn ich kein TSA-Schloss habe und meinen Koffer trotzdem abschließen möchte? Airlines und Drittanbieter haben laut Fraport auch hier Spezialwerkzeug, mit dem das Öffnen «in den meisten Fällen» ohne Beschädigung möglich ist. Aber eben nicht immer. Ob der Schaden erstattet wird, liegt laut Fraport im Ermessen der Airline.

Wichtig ist vor allem, im Vorhinein richtig zu packen. «Oft sind es Akkus, Powerbanks und E-Zigaretten, die für die Öffnung von Reisegepäck sorgen», erklärt Fraport. «Diese gehören ins Handgepäck.»

Streichhölzer oder Feuerzeug müssten sogar am Körper transportiert werden, etwa in der Hosentasche. Waffen jeder Art seien anzumelden. Gefahrgüter wie Campinggas-Kartuschen oder Feuerwerkskörper dürfen weder ins Handgepäck noch in den Koffer.

© dpa-infocom, dpa:211006-99-503845/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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