Keine Tiere als Weihnachtsgeschenk

18.12.2019
Die Kosten für den Hund sind höher als gedacht, die Katzenhaare nerven und der Vogel ist zu laut: Noch immer werden viele Haustiere unüberlegt oder spontan gekauft und den Besitzern schnell wieder lästig. Ein «Haustier-Berater» im Internet soll das verhindern.
Wie süß! Werden Hundewelpen als tolle Geschenkidee für Weihnachten angepriesen, lassen Kunden besser die Finger davon. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa/dpa-tmn
Wie süß! Werden Hundewelpen als tolle Geschenkidee für Weihnachten angepriesen, lassen Kunden besser die Finger davon. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa/dpa-tmn

Mainz (dpa) - Die beliebten blau-gelben Doktorfische gelten als schwierig zu pflegen, für einen Hund müssen im Monat mindestens 90 Euro Kosten eingeplant werden und für zehnjährige Kinder sind Terrarientiere nicht geeignet.

Das geht aus dem «Haustier-Berater» hervor, den das Bundeslandwirtschaftsministerium auf seine Homepage gestellt hat. Neben dem Alter der Tierhalter orientiert sich der Online-Berater in Sachen Haustierkauf an der Größe des gewünschten Tiers, seiner Herkunft, dem Pflegebedarf, dem «Kuschelfaktor», der Lebenserwartung sowie an den monatlichen Kosten für die Haltung.

Anschaffung sorgfältig überlegen

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und der Deutsche Tierschutzbund appellieren, zu Weihnachten keine Tiere zu verschenken. «Die Anschaffung eines Haustiers muss sorgfältig überlegt werden», sagte Klöckner der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.

«Tiere sind keine Weihnachtsgeschenke», sagte die Sprecherin des Deutschen Tierschutzbunds, Hester Pommerening. «Weihnachten ist mit dem ganzen Trubel nicht unbedingt der ideale Zeitpunkt für den Einzug eines tierischen Mitbewohners.» Wenn die Entscheidung für ein Haustier gründlich überlegt sei, sollte zu Weihnachten zunächst lieber ein Ratgeber, Heimtierzubehör oder ein Gutschein verschenkt werden. «Lebewesen sind keine Sache wie Spielzeug oder Pullover, die man abhakt oder sogar umtauscht.»

Viele Tiere kommen ins Tierheim

Viele unüberlegt angeschaffte Tiere würden über kurz oder lang ausgesetzt oder einem Tierheim übergeben. In Berlin beispielsweise seien nach den Weihnachtsfeiertagen 2018 viele kleine Hunde und Katzen aufgegriffen oder an Tierheimen abgegeben worden. Meist würden lästige Hunde, Katzen oder Meerschweinchen aber erst nach und nach ausgesetzt oder abgegeben. Typisch sei der erste Sommerurlaub nach der Anschaffung des Haustiers, oder wenn die neuen Tierbesitzer bemerkten, dass sie mit den Haltungsbedingungen doch nicht klar kämen, oder die Kinder sich doch nicht so sehr um das Tier kümmerten wie in der ersten Begeisterung zugesagt. Zahlen über ausgesetzte Haustiere gebe es aber nicht.

Haustier-Berater des Landwirtschaftsministeriums

Homepage Deutscher Tierschutzbund

Haustier als Geschenk: Unseriöse Welpen-Händler erkennen

Hamburg (dpa/tmn) - Verbraucher sollten vorsichtig sein, wenn in Kleinanzeigen im Internet süße Hundebabys in großen Mengen zu günstigen Preisen angeboten werden. Werden sie vielleicht sogar noch als tolle Geschenkidee für Weihnachten angepriesen, lassen Kunden besser die Finger davon. Dahinter können kriminelle Hundehändler stecken, warnt die Verbraucherzentrale Hamburg. Diese Händler behandelten die Welpen sehr schlecht und machten Gewinne auf Kosten der Tiere.

Hinweise auf einen illegalen Welpen-Dealer seien zum Beispiel Onlineangebote zu einem sehr günstigen Preis. Skepsis ist auch geboten, wenn die Tiere auf Autobahnraststätten, auf einem Bahnhof oder aus dem Kofferraum verkauft werden. Ein Händler, der mehrere Hunderassen verkauft und keine Begleitpapiere anbietet, sei ebenfalls verdächtig, erläutert die Verbraucherzentrale. In der EU ist für jeden Hund ein Heimtierausweis und ein tierärztliches Gesundheitszeugnis verpflichtend.

Die illegal gekauften Welpen seien oft krank, warnen die Verbraucherschützer. Kunden müssten dann hohe Tierarztkosten bezahlen. Auf Entschädigungen könnten sie in diesem Fall jedoch nicht hoffen, denn die Händler seien meist nach dem Verkauf nicht mehr zu erreichen. Gewährleistungs-, Rückzahlungs- oder Schadensersatzansprüche ließen sich daher in der Regel nicht durchsetzen.

Seriöse Züchter erkennt man daran, dass sie über die Haltung der Hunde informieren und nach den Lebensumständen der Käufer fragen. Außerdem haben sie meist nur wenige Zucht- und Jungtiere im Angebot. Wer einen verdächtigen Welpenhändler entdeckt, sollte das Tier nicht kaufen, sondern die Polizei informieren, raten die Verbraucherschützer.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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