Internetsuche mit Parametern optimieren

06.04.2022
Suchmaschinen mit Spezialbefehlen füttern: Klingt komplizierter als es ist. Ein paar Parameter genügen, um dem Netz das Gesuchte zielgenauer zu entlocken. Der Weg zur besseren Internetrecherche.
Wer bei der Internetsuche schneller zum Ziel kommen möchte, sollte es einmal mit Suchparametern probieren. Foto: Finn Winkler/dpa/dpa-tmn
Wer bei der Internetsuche schneller zum Ziel kommen möchte, sollte es einmal mit Suchparametern probieren. Foto: Finn Winkler/dpa/dpa-tmn

Hannover (dpa/tmn) - Suchmaschinen - wir nutzen sie täglich und wissen doch meist nur wenig über all ihre Funktionen. Dabei lassen sich schon mit wenigen Klicks und Kniffen die Ergebnisse optimieren und verfeinern.

Statt einfach nur ein paar Begriffe einzutippen, kann man mit den passenden Parametern das Suchfeld eingrenzen. Oft kommt man so schneller zum Ziel. «Das kann jedem helfen, der oder die nicht auf Anhieb das gesuchte Ergebnis findet», sagt Jo Bager vom Fachmagazin «c't».

Also spätestens, wenn der erste Versuch fehlschlägt und Sie auf den ersten ein bis zwei Ergebnisseiten das Gewünschte nicht finden: Suchbegriff einfach mal in Anführungszeichen setzen. Damit lassen sich auch mehrere Wörter zu einer Suchphrase zusammenfassen. Sie fordern die Suchmaschine auf, nach genau diesen Begriffen in genau dieser Reihenfolge zu suchen. Das gleiche Ergebnis erhalten Sie, wenn Sie bei Google im Suchfilter auf «wortwörtlich» klicken.

Suchzeitraum beschränken

Nützlich ist Bager zufolge darüber hinaus die Einschränkung im Suchfilter auf einen bestimmten Zeitraum. «Google findet sonst Sachen, die steinalt sind und platziert sie in den Ergebnissen weit oben», sagt er. Häufig genügt es, die Suche auf das vergangene Jahr einzuschränken.

Außerdem können Sie bei Google Teilsuchen verwenden, also entsprechend der Filter unterhalb des Suchfeldes etwa nur nach Nachrichten (News) oder Bildern recherchieren. Hier ist es sogar möglich, ein Bild hochzuladen und nach ähnlichen Fotos recherchieren zu lassen.

Befehle für Eingrenzung, Ausschluss, Verknüpfung

Will man nur Ergebnisse von einer bestimmten Webseite erhalten, kann man auch das festlegen. Gibt man zum Beispiel «Olaf Scholz site:tagesschau.de» ein, werden nur Einträge angezeigt, die auf tagesschau.de den Bundeskanzler namentlich erwähnen.

«Wer bei den Suchergebnissen bestimmte Treffer kategorisch ausschließen will, versieht sie in der Suche mit einem Minus», sagt Rainer Schuldt von der «Computer Bild». Die Eingabe etwa von «Helene -Fischer» sorgt dafür, dass man nichts über den Schlagerstar angezeigt bekommt, sondern nur andere Treffer, in denen der Name Helene vorkommt. «Das Minus gibt es bei allen großen Suchmaschinen», sagt Bager.

Sollen alle gewünschten Suchbegriffe enthalten sein, kann man sie mit einem «AND» verknüpfen, das großgeschrieben werden sollte, um als so genannter Operator erkannt zu werden. Mit einem «OR» bekommen Sie Ergebnisse angezeigt, die entweder das eine oder das andere Wort enthalten. Aber Achtung: «Das funktioniert nicht immer zuverlässig», sagt Bager.

PDFs herausfischen

Der Suchzusatz «Filetype:pdf» reduziert das Ergebnis auf pdf-Dokumente, beispielsweise Bedienungsanleitungen oder Urlaubsbroschüren. Webseiten, auf denen der gesuchte Begriff ebenfalls vorkommen könnte, werden ausgeschlossen. Auch das ist Jo Bager zufolge bei allen großen Suchmaschinen möglich.

Und was haben andere Websites, zum Beispiel Alternativangebote zu Ihren Lieblings-Seiten zu bieten? Steht «related:ard.de» mit im Suchfeld, werden laut Rainer Schuldt von der «Computer Bild» Alternativ-Seiten zum öffentlich-rechtlichen Sender aufgelistet. Das kann nützlich sein, um in Sachen News aus mehreren Quellen zu schöpfen.

Spezielle Suchmaschinen für spezielle Themen

Für manche Recherchen ergibt es laut Jo Bager durchaus Sinn, nicht nur Google zu bemühen. Für Personen etwa kommen Xing und LinkedIn sowie yasni in Frage. Für kindgerechte Inhalte gibt es Blinde Kuh oder Frag Finn, Onmeda oder gesundheitsinformation.de schildern Krankheitsbilder.

Microsofts Suchmaschine Bing kann mit den Parametern «feed» und «has feed» RSS-Feeds aufspüren. Auch die Suche nach Sprache und Herkunftsort der Inhalte ist möglich, allerdings nicht immer zuverlässig, berichtet Bager. Dazu werden Schlüsselwörter mit zweistelligen Sprach- und Ländercodes ergänzt, zum Beispiel «language:fr» für Französisch oder «location:be» für Belgien.

DuckDuckGo bietet Suchenden ein so genanntes «Bang»-Verzeichnis. Dort finden sich nach Bagers Angaben knapp 12.000 von DuckDuckGo aus mit Kurzbefehlen ansteuerbare Spezialsuchmaschinen aller Art. Auch die Bang-Beschreibungen lassen sich wiederum durchsuchen, so dass am Ende alle ans Suchziel kommen sollten.

© dpa-infocom, dpa:220405-99-805271/3


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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