In Nordrhein-Westfalen sind Naturfreunde willkommen

08.10.2020
Die Auswahl an Urlaubszielen für die Herbstferien wird immer kleiner. Warum nicht einmal nach Nordrhein-Westfalen reisen? Die Tourismusbranche des Landes wirbt vor allem um Naturliebhaber.
Auch die Urlaubsregion Teutoburger Wald dürfte in den Herbstferien wieder etwas Zulauf bekommen - wenn das Wetter mitspielt. Foto: picture alliance / dpa
Auch die Urlaubsregion Teutoburger Wald dürfte in den Herbstferien wieder etwas Zulauf bekommen - wenn das Wetter mitspielt. Foto: picture alliance / dpa

Düsseldorf (dpa) - Die Tourismusbranche in Nordrhein-Westfalen
ist in den bevorstehenden Herbstferien besonders auf schönes Wetter
angewiesen. Der Grund: Viele potenzielle Urlauber sind noch unentschlossen sind oder zögern wegen der Corona-Entwicklung.

Wandern und Radfahren sehen Tourismusmanager als großen Trend. Die Gästezahlen steigen nach einem kräftigen Rückgang im Frühjahr im ländlichen Raum deutlich, während die Hotels in Städten nicht so viel Rückenwind haben. Auch in den Kreisen Gütersloh und Warendorf, in denen es Einschränkungen im Sommer nach dem Corona-Ausbruch im Tönnies-Stammwerk gab, geht es aufwärts. Vom Rekordniveau des Vorjahres ist Branche aber weit weg.

Bauernhöfe im Münsterland sind ausgebucht

«Gebucht werden hauptsächlich Ferienwohnungen. Bauernhöfe sind nahezu
vollständig ausgebucht», berichtet Eva Stannigel von Münsterland e.V.
Für die erste NRW-Ferienwoche seien diese Unterkünfte gut gebucht, in
der zweiten Woche gebe es noch Kapazitäten. Hotels hingegen hätten im
Schnitt weniger Buchungen als vor Beginn der Corona-Pandemie. «Hier
reagieren die Gäste auch deutlich sensibler auf neue Entwicklungen
wie Fallzahlen», schildert sie. Einige Gäste zögen wegen Corona ihre
Buchung zurück, andere buchten wieder. Im Kreis Warendorf seien die
Gäste nach den regionalen Einschränkungen im Sommer zurückgekommen.

«Die Gäste buchen noch kurzfristiger als vor Corona», erklärt Markus
Backes vom Teutoburger Wald Tourismus der OstWestfalenLippe GmbH.
Wenn das Wetter mitspiele, seien insbesondere im ländlichen Raum wie
schon im Juli und August auch im Herbst gute Buchungszahlen zu
erwarten. «Raus in die Natur», egal ob Wandern oder Radfahren, laute
das Motto. Auch Ausstellungen oder Thermen rückten wieder mehr in den
Fokus. Im Kreis Gütersloh seien die Übernachtungen im Juli um über 40
Prozent eingebrochen. Die Einbußen seien 15 Prozentpunkte stärker
ausgefallen als der Durchschnitt im Reisegebiet Teutoburger Wald.
Inzwischen dürften es nur noch wenige Prozentpunkte Unterschied sein.

Spontantrip ins Sauerland oder in die Eifel

Der Sauerland-Tourismus e.V. geht während der Herbstferien in NRW und
Hessen von guten Zahlen aus. Seit den Lockerungen Mitte Mai
normalisierten sich die Ankünfte und Gästeübernachtungen von Monat zu
Monat. Bei relativ warme Temperaturen und wenig Regen rechnet der
Verein zusätzlich mit weiteren Spontanbuchungen und einer Vielzahl an
Tagesausflüglern im Sauerland.

Auch die Eifel Tourismus GmbH berichtet bei den Buchungen von einem
Aufwärtstrend. Allerdings werde der Verlust aus den umfangreichen
Einschränkungen des Frühjahrs nicht zu kompensieren sein. Hinzu komme
ein Überschneiden der Ferienzeiten in Nordrhein-Westfalen und
Rheinland-Pfalz in diesem Jahr, wodurch statt vier Wochen mit dem
Schwerpunkt Familienurlaub diesmal nur zwei anstünden. Der Rhein-Erft
Tourismus e.V. sieht das Wetter als den großen Faktor. Sehr viele
Freizeitgäste wollten Radfahren. In den regnerischen Tagen zögere ein
Teil noch mit den Buchungen. Die Hotels, Gastronomen, Schlösser und
Freizeiteinrichtungen hätten sich längst mit ihren Hygienekonzepten
an die Corona-Vorgaben angepasst, heißt es auch in dieser Region.

© dpa-infocom, dpa:201008-99-868996/3


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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