Humanoide Roboter zeigen auf dem MWC ihr Können

26.02.2019
Immer verfügbar, nie aufdringlich, perfekt und diskret: Humanoide Roboter sind ein Menschheitstraum - nicht nur als willkommene Hilfe im Haushalt oder beim Service. Viele Robos werden schon gezielt als Waffe gegen die Einsamkeit und als Zeitvertreib entwickelt.
Streicheln erwünscht: Der Kopf von Roboter Liku ist touch-sensitiv. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Streicheln erwünscht: Der Kopf von Roboter Liku ist touch-sensitiv. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Barcelona (dpa/tmn) - Kuscheln mit Liku, Englisch lernen mit Kebbi oder auf einen Drink mit XR-1: Auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona (25. bis 28. Februar) geht es nicht nur um Smartphones, sondern auch um smarte Elektronik wie Roboter.

Das koreanische Unternehmen Torooc zeigt auf der Messe etwa ihren Roboter Liku. Er soll möglichst menschlich auftreten und seinen Mitbewohnern das Gefühl vermitteln, dass sie gemocht werden. Für das gefühlvolle Miteinander ist Likus gesamter Kopf touch-sensitiv. Streicheln ist also erwünscht.

Um sich halbwegs sicher durch Räume zu bewegen und Menschen sowie Stimmen zu erkennen, trägt der einen knappen halben Meter kleine Roboter viel Technik mit sich herum - etwa eine Full-HD-Kamera, ein Vier-Kanal-Mikrofon, eine Infrarot-Tiefenkamera und Distanzsensoren.

Mit seiner Umwelt kommuniziert Liku per Stimme, mit Bewegungen und ganz besonders durch den Ausdruck seiner Augen, hinter denen Displays stecken. Den Entwicklern zufolge interpretiert der Roboter alle Daten, die seine Sensoren sammeln, und reagiert dann auf dieser Basis völlig autonom.

Ganz ähnlich funktioniert Kebbi aus Taiwan. Er soll in erster Linie Kinder beschäftigen, betreuen und beaufsichtigen. Geschichten erzählen ist ebenso drin wie ein wenig Sprach- oder sogar Programmierunterricht. Zum Zeitvertreib können etwa Kinder den Roboter per App «übernehmen» und fernsteuern. Das soll mit einfachen Touchscreen-Gesten funktionieren.

Wichtig für die Kommunikation ist auch hier das Display-Gesicht des Roboters. Die verschiedenen Familienmitglieder und ihre Befehle unterscheidet Kebbi per Gesichts- und Spracherkennung.

Weniger gefühlig als vielmehr professionell geht XR-1 zur Sache. Als Service-Roboter konzipiert, fühlt sich der vom chinesischen Robotik-Unternehmen Innfos entwickelte Humanoid bei einfachen Diensten wie dem Einschenken von Getränken am wohlsten.

Auf dem MWC ist XR-1 als dienstbare Cathy mit Schleife «im Haar» am Stand des kalifornischen Unternehmens Cloud Minds zu sehen. Es vernetzt Roboter mit Server-Infrastrukturen für Künstliche Intelligenz (KI),auch über 5G, damit Aufgaben möglichst schnell und menschlich ausgeführt werden.

Daneben haben die Entwickler von Cloud Minds den Roboter Pepper, eine Gemeinschaftsentwicklung von Aldebaran und Softbanks, unter ihre Fittiche genommen. Er ist in Barcelona zum Händeschütteln abkommandiert.

Mobile World Congress


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Der Roboter Robelf erkennt Familienmitglieder und schlägt bei Fremden Alarm. Foto: Andrea Warnecke Drei Roboter aus Barcelona Keine Technikmesse ohne Roboter. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona traf man auf elektronische Helfer aller Art. Jeder hat ganz besondere Fähigkeiten. Doch eines haben sie alle gemeinsam: Sie sind grundsympathisch.
5G heißt der zukünftige Funk-Standard. Er soll für Hochleistung bei der Datenübertragung sorgen. Foto: Andrej Sokolow Turbonetz 5G treibt Mobilfunkbranche an Es soll ein universelles Netz für alles werden und das Internet der Dinge antreiben. 5G ist das Zauberwort auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Doch bis die ersten Netze 2020 verfügbar sind, stehen noch viel Arbeit und hohe Investitionen ins Haus.
Der Münchner Infineon-Konzern will mit seinen Sensoren bessere Fotografie-Möglichkeiten in Android-Smartphones anbieten. Foto: Matthias Balk Neuer Infineon-Sensor soll auch Smartphone-Fotos verbessern Ob Augmented Reality oder Bokeh-Effekt - Mit seinen neuen Chipsensoren will Infineon Android-Smartphones auch in Sachen Fotografie auf eine neue Stufe heben.
Der Roboter «Pepper» von Softbank soll bald auf Kreuzfahrtschiffen anheuern. Foto: Andrej Sokolow Roboter «Pepper» bald auch in Europa im Einsatz In Japan sind nach acht Monaten 10 000 putzige «Pepper»-Roboter im Einsatz. Jetzt nehmen die Entwickler einen Europa-Start in Angriff. Die Google-Mutter Alphabet macht unterdessen große Fortschritte bei ihren Robotern, die auch durch unwegsames Gelände laufen können.