Huawei will bald eigenes Betriebssystem starten

22.05.2019
Weil Google die Kooperation aufgekündigt hat, braucht der Smartphone-Hersteller Huawei eine Alternative zum Betriebssytem Android. Diese soll nun aus dem eigenen Haus kommen.
Huawei will bis spätestens zum nächsten Frühjahr ein eigenes Betriebssystem in seine Geräte einbauen. Foto: Ren Onuma/kyodo
Huawei will bis spätestens zum nächsten Frühjahr ein eigenes Betriebssystem in seine Geräte einbauen. Foto: Ren Onuma/kyodo

Peking (dpa) - Der chinesische Huawei-Konzern will unter dem massiven Druck von US-Sanktionen sein eigenes Betriebssystem spätestens zum nächsten Frühjahr einsatzbereit haben.

Es solle auf Smartphones, Computern, Tablets, Fernsehern, in Autos und tragbaren Geräten laufen und mit Android-Apps kompatibel sein, kündigte der Chef der Huawei-Verbrauchersparte, Yu Chengdong, laut «Phoenix News» an. Die Software könne auch schon im Herbst fertig sein.

Die bereits seit 2012 verfolgte Entwicklung eines eigenen Betriebssystems hat für den zweitgrößten Smartphone-Produzenten eine ganz neue Dringlichkeit bekommen, seit die US-Regierung die Geschäfte von US-Unternehmen wie Google mit dem chinesischen Konzern massiv einschränken will. Damit würde Huawei später als andere Smartphone-Anbieter an neue Versionen des Betriebssystems Android kommen und könnte keine Google-Dienste vorinstallieren.

Nach BBC-Informationen stellte auch der Chipentwickler ARM jegliche Zusammenarbeit mit Huawei ein. Die Chip-Architekturen von ARM bilden die Basis der Prozessoren in nahezu allen heutigen Smartphones und Tablets - auch bei Huaweis Chips aus eigener Entwicklung.

ARM ist in Großbritannien ansässig und gehört dem japanischen Technologiekonzern Softbank. Die Firma habe ihre Mitarbeiter darauf hingewiesen, dass die Chip-Designs von ARM auch aus den USA stammende Technologie enthielten und deshalb alle Geschäfte mit Huawei eingestellt werden müssten, berichtete der britische Sender. Ohne eine Zusammenarbeit mit ARM dürfte Huawei das Smartphone-Geschäft außerhalb des chinesischen Heimatmarktes vergessen können.

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Verfasser: dpa-infocom GmbH

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