Handy-Roaming in der EU: Das ist der Stand der Dinge

11.04.2016
Mobilfunkanbieter schaffen EU-Roaming-Gebühren ab. Was nach großer Geste klingt, ist im Jahr 2016 gar nicht mehr so großartig: Ab Juni 2017 sind Zuschläge ohnehin passé, andere Anbieter verzichten schon seit 2014 darauf. Zudem ist EU-Roaming aktuell bereits recht günstig.
Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica O2 verzichten frühzeitig auf die Roaming-Gebühren im europäischen Ausland. Foto: Friso Gentsch
Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica O2 verzichten frühzeitig auf die Roaming-Gebühren im europäischen Ausland. Foto: Friso Gentsch

Berlin (dpa/tmn) - Roaming lautet das Angstwort vieler Handynutzer auf Reisen. Doch die Zeiten, als die Anbieter sich bei den Gebühren für mobiles Telefonieren im Ausland frei bedienen konnten, sind innerhalb der EU längst vorbei.

Im eurpäischen Ausland gilt der sogenannte Eurotarif, zumindest solange Nutzer und Anbieter nichts anderes vereinbart haben. Das sollte man rund ums EU-Roaming wissen:

Telefonieren in der EU bis 29. April: Aktuell gilt noch der Höchstpreis für einen abgehenden Handyanruf von rund 23 Cent pro Minute (Preise inklusive Mehrwertsteuer und gerundet). Wer angerufen wird, zahlt höchstens etwa 6 Cent. Der Maximalpreis für eine SMS liegt bei rund 7 Cent, der Höchstpreis für ein Megabyte (MB) Daten bei ungefähr 24 Cent.

Telefonieren in der EU ab 30. April: Die Regelung geht weg von Höchstpreisen, hin zu maximalen Aufschlägen, die die Anbieter zusätzlich zu den für den Kunden im Inland geltenden Preisen kassieren dürfen. Diese betragen 6 Cent pro Minute für abgehende Anrufe, 2 Cent für eine SMS und 6 Cent für ein MB Daten. Angenommene Gespräche dürfen gar nichts mehr kosten.

Inklusivtarife: Bei neueren Handytarifen sind seit ungefähr zwei Jahren oft auch schon Telefonminuten und Datenvolumen zur Nutzung in EU-Mitgliedsstaaten enthalten.

EU-Tarifoptionen: Provider dürfen auch Tarifoptionen für EU-Länder anbieten. Wenn man diese gebucht hat, gelten die Preisobergrenzen beziehungsweise die Maximalzuschläge des Eurotarifs nicht mehr. Ob sich so eine Option rechnet, hängt vom persönlichen Telefonie- und Surfverhalten im Ausland ab. Vor einer Reise sollte man fragen, welcher Tarif eingestellt ist. Eine Änderung ist jederzeit möglich und darf nichts kosten.

Geltungsbereich des Eurotarifs: Ob und welche Länder der Mobilfunkanbieter neben den 28 EU-Mitgliedsländern noch zum Eurotarif anbietet, steht in der Preisliste. Etwa die Schweiz, Liechtenstein, Norwegen oder Island können darunter sein, müssen es aber nicht.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Käufer einer Prepaid-Sim-Karte müssen seit Juli ihre Identität nachweisen. Die Karte können sie teils im Laden oder Zuhause am Computer freischalten lassen. Foto: Paul Zinken/dpa-tmn Ausweiskontrolle beim Prepaidkartenkauf: einfach war gestern Mit dem simplen Kauf von Prepaid-SIM-Karten ist es seit Juli vorbei: Kunden müssen ihre Identität nun mit ihrem Ausweis an der Discounterkasse oder online nachweisen. Was Kriminelle treffen soll, bringt Verbrauchern einen Mehraufwand.
Bereicherung für den Urlaub: Im EU-Ausland muss sich niemand mehr die gewohnte Smartphone-Nutzung verkneifen. Foto: Andrea Warnecke So läuft «Roam like at home» in der EU Seit dem Sommer 2017 dürfen beim Telefonieren und Surfen in anderen EU-Ländern keine Extrakosten mehr entstehen. So sieht es die EU-Roaming-Richtlinie vor. Trotzdem sollten Reisende weiter ein waches Auge auf ihre Smartphone-Kosten haben und vorab planen.
Kurzer Anruf vom Pool? Innerhalb der EU kostet der Anruf nach Hause demnächst nur noch so viel wie ein Inlandsgespräch. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn Roaming im Ausland: Was sich für Verbraucher ändert Telefonieren und Surfen im europäischen Ausland werden billiger. Ab dem 15. Juni entfallen die Roaming-Gebühren für Mobilfunknutzer. Doch was ändert sich dadurch? Und wo hat die Richtlinie ihre Grenzen?
Internet, Handy, Festnetz und manchmal sogar auch noch TV – Kombitarife verbinden mehrere Leistungen eines Anbieters. Manche Kunden können dadurch jeden Monat Geld sparen, werben die Anbieter. Aber die Pakete lohnen sich nicht für jeden. Foto: Andrea Warnecke Alles aus einer Hand: was Telko-Kombitarife taugen Internet, Handy, Festnetz und manchmal sogar auch noch TV - Kombitarife verbinden mehrere Leistungen eines Anbieters. Manche Kunden können dadurch jeden Monat Geld sparen, werben die Anbieter. Aber die Pakete lohnen sich nicht für jeden.