Guten Virenschutz gibt's auch gratis

24.02.2021
Dass auf Windows-Rechnern ein Antivirenprogramm nicht fehlen darf, hat sich herumgesprochen. Microsoft hat mit dem Defender eine solche Software längst in Windows 10 integriert. Braucht man aber mehr?
Gute Nachricht für Windows-Rechner: Die von der Stiftung Warentest getesteten Virenscanner schützen durch die Bank «gut» oder sogar «sehr gut». Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn
Gute Nachricht für Windows-Rechner: Die von der Stiftung Warentest getesteten Virenscanner schützen durch die Bank «gut» oder sogar «sehr gut». Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Nur gute und sehr gute Programme: Wo gibt's denn so was? Im aktuellen Vergleich der Stiftung Warentest, die jetzt 19 Sicherheitsprogramme für Windows unter die Lupe genommen hat.

Selbst das «schlechteste» Programm im Testfeld, Microsofts in Windows 10 installierter Defender, erhält immer noch die respektable Note 2,5 und damit ein «gut», wie die Stiftung in ihrer Zeitschrift «test» (Ausgabe 3/2021) berichtet.

Die Note haben die Tester sogar noch um 0,3 Punkte herabgesetzt, weil sie in Microsofts Datenschutzerklärung aus ihrer Sicht gravierende Mängel festgestellt haben - ebenso wie bei drei weiteren Anbietern. Die Kritik: Die Anbieter verstießen gegen Informationspflichten der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Nutzerinnen und Nutzer würden zum Beispiel zu wenig über die Zwecke der Datenerhebung, über die Datenempfänger oder die Speicherdauer erfahren. Auch über ihre Rechte würden Verbraucherinnen und Verbraucher nicht ausreichend aufgeklärt.

Lohnt ein Extra-Scanner?

Also lohnt es sich, einen alternativen Virenscanner zu installieren? Unter den mit «sehr gut» bewerteten sechs Programmen, die sich den ersten Platz im Testfeld teilen (jeweils Gesamtnote 1,5),ist sogar ein kostenloser Scanner dabei: Kasperskys Security Cloud Free. Ihm folgt dicht auf den Fersen Free Antivirus von Avast, das kaum schlechter (Note 1,6) und ebenfalls gratis zu haben ist. Allerdings monieren die Experten bei Avast relativ häufige Werbeeinblendungen.

Doch wie kann es sein, dass man für ein «sehr gutes» Programm mit der gleichen Spitzennote entweder 27, 30, 35, 40 oder 45 Euro oder eben auch gar nichts bezahlen kann?

Gratisversion ist oft Zusatzangebot

Das erklären die Tester so: Die Anbieter sind auf Millionen Nutzerinnen und Nutzer angewiesen, um einen Echtzeit-Überblick über die Bedrohungen im Netz zu erhalten und ihre Programme schnell an neue Gefahren anzupassen. Daher bieten sie neben der Bezahlversion ihres Virenscanners meist auch eine Gratisversion an, um trotzdem alle im Boot zu haben, die nicht bereit sind, Geld auszugeben.

Und das hat den Warentestern zufolge noch nicht einmal negative Auswirkungen auf die Sicherheit: In der Schutzwirkung seien keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gratis- und den Bezahlversionen feststellbar gewesen, heißt es im Testbericht.

© dpa-infocom, dpa:210223-99-563579/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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