Google kündigt Cloud-Gaming-Plattform Stadia an

20.03.2019
Noch investieren die meisten Gamer in eine Konsole oder einen Rechner mit leistungsfähiger Hardware. Dafür kaufen sie die Spiele und bleiben der Plattform treu - zwangsläufig. Diese Logik will Google nun durchbrechen.
Bislang gibt nur der Stadia Controller Googles neuer Cloud-Gaming-Plattform ein Gesicht. Er verbindet sich per WLAN direkt mit dem Rechenzentrum. Foto: Google/dpa-tmn
Bislang gibt nur der Stadia Controller Googles neuer Cloud-Gaming-Plattform ein Gesicht. Er verbindet sich per WLAN direkt mit dem Rechenzentrum. Foto: Google/dpa-tmn

San Francisco (dpa/tmn) - Google hat eine eigene Cloud-Gaming-Plattform namens Stadia angekündigt. Dabei läuft das Spiel auf Servern des Internetkonzerns und wird dann auf vergleichsweise leistungsschwachen Geräten daheim gestreamt.

Das Angebot soll im Laufe dieses Jahres verfügbar sein, wie der Internetkonzern auf seiner Entwicklerkonferenz in San Francisco mitgeteilt hat.

Trotz oder gerade durch die Auslagerung der Rechenarbeit soll Stadia den Angaben nach 4K-Auflösungen bei 60 Bildern pro Sekunde mit Hochkontrast-Darstellung (HDR) liefern können. Voraussetzung ist, dass der eigene Internetanschluss über genügend Bandbreite verfügt.

Als mögliche Ausgabegeräte für Games nennt Google Fernseher, Laptops, Desktop-PCs, Tablets oder Smartphones. Je nach Gerät dürften der Chrome-Browser, eine Stadia-App oder auch der TV-Streaming-Stick Chromecast als lokale Schnittstellen für den Dienst fungieren.

Ziel von Stadia sei es, Spieler «von Einschränkungen herkömmlicher Konsolen und PCs» zu befreien. Damit meint der Internetkonzern neben der Investition in Hardware und der Festlegung auf eine Spiele-Plattform wohl auch das mitunter zeitraubende Installieren oder Aktualisieren der Games.

Die Stadia-Plattform soll mit anderen Google-Diensten verbunden werden. Als ein Beispiel nennt das Unternehmen Youtube. So könnte etwa jemand, der sich dort ein Let's-Play-Video anschaut, per Knopfdruck das Game einfach selbst spoatan starten und spielen.

Zur Steuerung der Spiele hat Google einen eigenen Stadia-Gaming-Controller vorgestellt, der per WLAN eine direkte Verbindung zum Rechenzentrum aufbaut. Der verfügt neben einem Mikrofon und einer Google-Assistant-Taste auch über einen Button, mit dem sich die Aufnahme von Gameplay-Videos direkt starten lässt. Diese kann man anschließend speichern und teilen.

Mit Stadia hat Google das Cloud-Gaming nicht erfunden: Sony bietet etwa mit dem Dienst Playstation Now bereits das Streamen von Spielen an. Auch das französische Unternehmen Blade ist mit seinem Streamingdienst Shadow auf dem Markt. Und Valve arbeitet mit Steam Link Anywhere an einer Unterwegs-Lösung, bei der Games an Mobilgeräte gestreamt werden - allerdings vom Rechner daheim.

Auf Publisher- und Entwickler-Seite haben unter anderem bereits Ubisoft («Assassin's Creed») und Id Software («Doom») Unterstützung für Stadia angekündigt.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN

Passende Anbieter

Das könnte Sie auch interessieren
Google will mit der Streaming-Plattform Stadia im Games-Geschäft mitmischen. Foto: Christoph Dernbach Google steigt ins Videospiele-Geschäft ein Google will das Games-Geschäft umkrempeln. Die Spiele sollen auf Servern im Netz statt auf Geräten der Nutzer laufen. Viele Fragen bleiben zur Ankündigung jedoch noch offen.
Der Cloud-Gaming-Dienst Shadow unterstützt viele Plattformen - darunter auch Smartphones. Foto: Henning Kaiser/dpa-tmn Cloud-Gaming will den teuren Spiele-PC ersetzen Spielen bald alle nur noch per Stream? Anbieter virtueller Gaming-PCs und Streamingdienstleister arbeiten gerade hart am Ende des klassischen Gaming-PCs daheim. Das muss nicht mal eine schlechte Sache sein - aus gleich mehreren Gründen.
Im Wandel der Zeit: Die große Zeit der Bewegungssteuerungen ist schon wieder vorbei. Foto: Monique Wüstenhagen Zocken mit allem Drum und Dran: Grundausstattung für Spieler Wie schnell muss meine Internetleitung sein? Und was kostet ein guter Spielemonitor? Computer- und Videospiele versprechen unkompliziertes Loslegen, rundherum gibt es aber viele offene Fragen.
Der Abo-Service der Nintendo-Switch-Konosle geht im September online. Foto: Christophe Gateau Nintendo Switch Online: Cloud-Backup und Spiele-Klassiker Bisher war der Online-Dienst für Nutzer von Nintendos Switch-Konsole kostenlos. Das ändert sich jedoch im September. Aber was wird der Zugang zum Nintendo-Abo-Dienst kosten?