Google bittet um Erlaubnis zum Abtippen von Mitschnitten

30.09.2019
Nutzer des Sprachassistenten «Google Assistant» müssen zukünftig ausdrücklich zustimmen, dass ihre Sprachkommandos aufgezeichnet und abgetippt werden. Damit reagierte der Konzern auf Kritik von Datenschützern.
«Hey Google..!» Der Techriese aus Mountain View hat angekündigt, dass Sprachkommandos an den «Google Assistant» zukünftig nur noch mit ausdrücklicher Genehmigung der Nutzer von echten Menschen abgetippt werden. Foto: Christoph Dernbach/dpa
«Hey Google..!» Der Techriese aus Mountain View hat angekündigt, dass Sprachkommandos an den «Google Assistant» zukünftig nur noch mit ausdrücklicher Genehmigung der Nutzer von echten Menschen abgetippt werden. Foto: Christoph Dernbach/dpa

Mountain View (dpa) - Auch Google weist Nutzer künftig ausdrücklich darauf hin, dass Mitschnitte ihrer Unterhaltungen mit seinem Sprachassistenten von Menschen angehört werden können. Zugleich soll der Google Assistant künftig besser erkennen, wenn er sich nur versehentlich aktivierte.

Diese Interaktionen sollen dann aus der Auswertung durch Mitarbeiter herausgehalten werden. Der Großteil der Mitschnitte soll nach «wenigen Monaten» gelöscht werden.

Die Erkenntnis, dass einige Mitschnitte von Unterhaltungen mit Sprachassistenten wie Amazons Alexa oder Apples Siri routinemäßig auch von Mitarbeitern angehört werden, hatte in den vergangenen Monaten für massive Kritik gesorgt. Die Tech-Konzerne setzten die Auswertung daraufhin aus. Apple, Amazon und Facebook gaben bereits bekannt, dass sie künftig nur noch mit ausdrücklicher Erlaubnis der Nutzer die Mitschnitte abtippen lassen werden.

Google betont, dass man den Assistant auch weiterhin nutzen könne, ohne dass die Unterhaltungen aufgezeichnet würden. Der Konzern hatte erklärt, dass lediglich rund 0,2 Prozent der Mitschnitte nachträglich von Menschen angehört worden seien, unter anderem, um die Erkennung von Akzenten zu verbessern.

Mitteilung von Google


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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