«Ghost of Tsushima» ist ein spielbarer Samurai-Film

17.07.2020
Epische Dramen und vielschichtige Helden: Kino-Klassiker wie «Die sieben Samurai» oder «Yojimbo» sind die offensichtliche Inspiration von «Ghost of Tsushima». Was taugt das Samurai-Kino als Spiel?
Epische Duelle: Solche dramatischen Zweikämpfe sind in «Ghost of Tsushima» fast an der Tagesordnung. Foto: Sucker Punch Productions/Sony Computer Entertainment/dpa-tmn
Epische Duelle: Solche dramatischen Zweikämpfe sind in «Ghost of Tsushima» fast an der Tagesordnung. Foto: Sucker Punch Productions/Sony Computer Entertainment/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Moderne Videospiele wirken manchmal so, als seien sie einem Baukasten entsprungen: Eine große Welt zum Erkunden, unzählige kleine und große Aufgaben zum Erledigen, dazu ein bis an die Zähne bewaffneter Held, der entweder laut oder leise kämpft.

«Ghost of Tsushima» ist ein Spiel aus genau diesem Baukasten - und doch mehr als die Summe seiner austauschbaren Teile.

Denn auf dem Papier hat das neue Spiel für Sonys Playstation 4, entwickelt von Sucker Punch Productions in Seattle, tatsächlich kaum mehr zu bieten als andere Vertreter seiner Gattung, «Assassin's Creed» zum Beispiel. Allerdings sind die verschiedenen Versatzstücke von durchgängig hoher Qualität - und eingebettet in eine teils atemberaubend schöne Liebeserklärung an Samurai-Filme der frühen 1950er Jahre.

Einsamer Krieger

Tsushima im Jahr 1274: Eine Armee von Mongolen überfällt die japanische Insel. Ein Trupp Samurai-Krieger stellt sich ihnen entgegen - und wird vernichtend geschlagen. Einziger Überlebender ist der junge Krieger Jin Kasai. Er wird nun zum «Geist von Tsushima», der dem Spiel seinen Namen gibt und der es als Guerilla-Kämpfer allein mit den schier übermächtigen Invasoren aufnimmt.

In der Rolle des Jin muss der Spieler zu etwa gleichen Teilen erkunden, kämpfen und schleichen. Das ist alles nicht neu, macht aber Spaß - gerade weil Sucker Punch sich großzügig bei den besten Spielen des Genres bedient, an der einen oder anderen Stelle aber clevere Detailverbesserungen eingebaut hat.

Wahlweise in Schwarz-Weiß

Die wahre Stärke des Spiels ist aber seine Inszenierung, mit allen Versatzstücken alter Samurai-Filme: atemberaubende Landschaften, schräge Charaktere und wirklich böse Feinde, epische Duelle und ein wuchtiger Orchester-Soundtrack.

Wer es ganz originalgetreu haben will, kann «Ghost of Tsushima» sogar mit japanischer Sprachausgabe und komplett in Schwarz-Weiß spielen. Großes Kino ist es aber auch in Farbe.

«Ghost of Tsushima» ist ab 18 Jahren freigegeben. Das Spiel kostet etwa 60 Euro und erscheint am 17. Juli.

© dpa-infocom, dpa:200715-99-802446/3


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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