Gewaltige Koralle im Great Barrier Reef entdeckt

20.08.2021
Das Great Barrier Reef ist das größte Korallenriffsystem der Welt. Bis heute ist es noch nicht vollständig erforscht. Nun machte ein Wissenschaftsteam wieder eine neue Entdeckung.
Forschende haben eine mehr als zehn Meter breite Koralle haben im Great Barrier Reef entdeckt. Foto: Woody Spark/Springer Nature/dpa
Forschende haben eine mehr als zehn Meter breite Koralle haben im Great Barrier Reef entdeckt. Foto: Woody Spark/Springer Nature/dpa

Douglas (dpa) - Eine gigantische, mehr als zehn Meter breite Koralle haben Forschende im Great Barrier Reef vor der australischen Küste entdeckt. Es handle sich um die breiteste dort bisher erfasste Koralle, berichtet das Team im Fachmagazin «Scientific Reports». Mit 5,3 Metern Höhe sei sie zudem die sechsthöchste vermessene Koralle des gesamten Riffes - und mehrere Hundert Jahre alt.

Die Steinkoralle nahe der Insel Orpheus Island zählt zur Gruppe Porites, 30 Prozent ihrer Oberfläche sind mit Schwämmen und Algen bedeckt, wie die Gruppe um Adam Smith von der James Cook University in Douglas berichtet.

Das Wachstum von Porites-Korallen hängt im Wesentlichen von der durchschnittlichen Meeresoberflächentemperatur ab. In Abstimmung mit dem Australian Institute of Marine Science (AIMS) berechneten die Forschenden bei der riesigen Koralle ein jährliches Höhenwachstum von 1,21 Zentimetern. Bei der Höhe von 5,3 Metern ergab sich damit ein Alter von 438 Jahren. «Dies ist lange vor der europäischen Erforschung und Besiedlung Australiens», schreiben die Forscher. Das AIMS hat bei 328 Kolonien massiver Porites-Korallen das Alter bestimmt und dabei ein Höchstalter von 436 Jahren ermittelt. Die entdeckte Koralle gehört also auch zu den ältesten des Great Barrier Reef.

Die Wissenschaftler nannten die Koralle «Muga Dhambi», was in der Sprache der in der Gegend lebenden Manbarra-Aborigines «große Koralle» bedeutet. Muga Dhambi hat vermutlich 99 Korallenbleichen überstanden, die sich seit 1575 am Riff ereignet haben. Von 1858 bis 2008 wurden in dieser Gegend zudem 46 tropische Wirbelstürme registriert, die der Koralle offenbar nichts anhaben konnten. «Mit Blick auf die Zukunft gibt es am Great Barrier Reef aufgrund vieler Auswirkungen wie Klimawandel, abnehmende Wasserqualität, Überfischung und Küstenentwicklung echte Besorgnis im Hinblick auf Korallen», schreiben Smith und Kollegen.

© dpa-infocom, dpa:210820-99-906226/2

Studie


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Die Umweltschäden am Great Barrier Reef nehmen zu. Das Unesco-Welterbekomitee fordert Australien eindringlich auf, Maßnahmen gegen den Klimawandel zu treffen. Foto: Uncredited/Kyodo News via AP/dpa Verliert das Great Barrier Reef jetzt den Welterbe-Status? Das Great Barrier Reef ist ein einzigartiges Naturwunder. Dass die Unesco nun damit droht, das Ökosystem als gefährdetes Welterbe einzustufen, erzürnt die Regierung in Canberra - um die Umwelt allein geht es ihr dabei wohl aber nicht.
Grünstreifen: Die Houtman Abrolhos Islands haben jetzt den Status eines Nationalparks - hier leben unter anderem die vom Aussterben bedrohten Australischen Seelöwen. Foto: Richard Rossiter/Australia's Coral Coast/dpa-tmn Neuer Nationalpark in Westaustralien Korallen und Seelöwen: Die Houtman Abrolhos Islands sind zum Nationalpark ernannt worden. Naturschützer sehen in ihnen einen Ort von globaler Bedeutung.
Das Great Barrier Reef leidet derzeit nicht nur unter der Korallenbleiche, sondern auch unter einem Schmutzwasserstrom, der nach den Unwettern ins Meer fließt. Foto: James Cook University/AAP/Archiv Dreckwasser strömt ins Great Barrier Reef Das Great Barrier Reef vor Australien wird seit einigen Jahren durch eine Korallenbleiche bedroht. Nun muss das Weltnaturerbe mit einem neuen Desaster fertig werden: Nach Unwettern dringt in das Meeresgebiet verschmutztes Wasser ein.
Dieser Elefantenbulle ist eindeutig identifizierbar: TEP 185 erkennen Besucher an seinen individuell gezackten Ohren. Foto: Christian Selz/dpa-tmn Zu Besuch bei den Elefanten im Naturschutzgebiet Lubombo Touristen lieben sie, einheimische Bauern nicht: Elefanten. Im Naturschutzgebiet Lubombo zwischen Südafrika, Mosambik und eSwatini sollen Mensch und Tier künftig nebeneinander existieren. Nur wie?