Gegen Fake News: Skepsis ist gut, Faktencheck ist besser

01.11.2019
Sachliche Debatten im Netz sind selten. Statt neutraler Argumente gibt es oft nur geballte Emotionen. Umso wichtiger, kritisch zu bleiben - aber wie?
Im Netz kursieren jede Menge gefälschter Nachrichten. Sie zu erkennen, ist oft nicht einfach. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Im Netz kursieren jede Menge gefälschter Nachrichten. Sie zu erkennen, ist oft nicht einfach. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Berlin/Bonn (dpa/tmn) - In den sozialen Netzwerken geht es bekanntlich oft wenig sozial zu - und vor allem nicht immer wahrheitsgemäß. Da ist Aufmerksamkeit gefragt: Es gilt, gefälschte Nachrichten zu entlarven und Freunde rasch zu warnen, rät die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb).

Manche gefälschte Nachrichten und Webseiten wirken direkt dubios, andere auf den ersten Blick sehr professionell. Die bpb ruft daher zum Quellencheck auf: Berichten auch andere Medien von dieser Nachricht? Hat die Webseite ein Impressum? Die Webauftritte sind oft bewusst irreführend und sehen wie professionelle Nachrichtenseiten aus. Ist die Seite unbekannt, lohnt es sich, den Namen in eine Suchmaschine einzugeben. Das Ergebnis sind oft warnende Artikel.

Portale und Seiten, die sich das Überprüfen von Fakten zur Aufgabe gemacht haben, konnten schon so manches weit verbreitete Gerücht als unwahr enttarnen. Bevor man Meldungen mit Freunden teilt, ist es aber nicht nur wichtig, die Richtigkeit zu überprüfen. Nutzer sollten laut bpb auch ihre Gefühle beim Lesen von Nachrichten und Posts reflektieren. Viele Falschmeldungen provozieren nämlich absichtlich starke Emotionen, sei es Zustimmung oder Wut.

Fällt einem eine Desinformation auf, ist ein erster Schritt, den eigenen Freundeskreis zu informieren. Dann sollte eine Richtigstellung erfolgen. Hierbei bringt es aber teils nur wenig, der Behauptung in den Kommentaren zu widersprechen. Das überzeugt Andersdenkende selten. Um aufzuklären, sollte man die richtige Antwort am besten erklären und belegen. Dazu empfiehlt die bpb, Menschen oder Medien zu zitieren, denen auch die Gegenseite vertraut.

Bundeszentrale für politische Bildung


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Mit Bannern will Facebook seine Nutzer in 14 Ländern über Fake News aufklären. Foto: Tobias Hase/dpa/Archiv Facebook gibt Nutzern Tipps zum Erkennen von Fake News Nachdem die Ausbreitung gefälschter Nachrichten bei Facebook im US-Wahlkampf für massive Kritik sorgte, geht das weltgrößte Online-Netzwerk deutlich aktiver dagegen vor. Der nächste Schritt: Eine Informationskampagne für Nutzer.
Auf «WhatsApp» macht mal wieder ein Kettenbrief die Runde. Experten raten: einfach löschen. Foto: Martin Gerten Whatsapp-Kettenbrief «Momo»: Lesen, lachen, löschen Kettenbriefe haben auch in den sozialen Netzwerken Einzug erhalten. Seit einigen Wochen treibt ein Fake-Geist sein Unwesen auf WhatsApp. Wie sollten sich Eltern verhalten, wenn Kinder den Kettenbrief auf ihrem Smartphone empfangen?
Fake News verbreiten sich auf Twitter schneller als Wahrheiten. Foto: Dominic Lipinski/PA Wire Unwahre Twitter-Inhalte verbreiten sich schneller Viele Menschen lieben Gerüchte und aufregende Neuigkeiten. Das schlägt sich auch auf Twitter nieder. Manchmal verbreiten sich dann auch unwahre Inhalte rasend schnell.
Jedes Jahr kommen spätestens zu Beginn der Freibadsaison gefühlte Wahrheiten und viele Ratschläge zum Thema Baden auf. Aber was davon stimmt wirklich? Foto: Lino Mirgeler/Illustration Gerüchte und Wahrheiten zum Thema Baden Mit vollem Magen nicht ins Wasser - diesen Tipp dürften die meisten kennen. Aber was ist wirklich dran? Ein Faktencheck der gängigsten Thesen rund ums Baden und seinen Gefahren.