Gefahr durch Malaria: Was Reisende wissen müssen

25.04.2016
Malaria ist lebensgefährlich. Reisende können sich durch eine Prophylaxe vor der Infektionskrankheit schützen. Doch nicht in jedem Land, in dem es Malaria gibt, ist die vorbeugende Einnahme von Medikamenten nötig. Was Urlauber wissen sollten.
Malaria wird durch eine Steckmücke auf den Menschen übertragen. Foto: EPA/U.S. Centers for Disease Control and Prevention
Malaria wird durch eine Steckmücke auf den Menschen übertragen. Foto: EPA/U.S. Centers for Disease Control and Prevention

Hamburg (dpa/tmn) - Malaria ist tödlich. In Afrika sterben jedes Jahr knapp 440 000 Menschen an der Infektionskrankheit. Wer aus Europa in ein Malaria-Verbreitungsgebiet reist, hat in der Regel das Geld, um sich mit Medikamenten zu schützen.

Wie das geht, erklärt Prof. Gerd Burchard vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg.

Wo ist Malaria verbreitet?

Die von der Anopheles-Mücke übertragene Malaria ist eine typische Tropenkrankheit. Sie ist in weiten Teilen Südamerikas, Afrikas und Asiens verbreitet. Das Risiko unterschiedet sich von Land zu Land.

Wo sollte ich eine Malaria-Prophylaxe machen?

In Hochrisikogebieten ist eine Prophylaxe ratsam. Dazu zählen die afrikanischen Länder südlich der Sahara bis hinunter nach Mosambik - nicht aber Südafrika - und die Inseln Südostasiens östlich von Lombok bis einschließlich Papua-Neuguinea. In diesen Regionen sei das Risiko, an Malaria zu sterben, höher als die Gefahr durch mögliche Nebenwirkungen der Prophylaxe-Medikamente, erklärt Burchard. In großen Teilen Südasiens sowie in Südamerika reicht es dagegen, ein Notfallmedikament im Gepäck zu haben, das man bei Verdacht auf Malaria einnimmt. Das gilt etwa für Indien oder auf Borneo.

Wie sieht die Prophylaxe aus?

Zwei Medikamente stehen zum vorbeugenden Schutz vor Malaria zur Verfügung, von denen Reisende jeweils eine Tablette pro Tag nehmen müssen: Malarone/Malanil mit dem Wirkstoff Atovaquon-Proguanil und das Breitbandantibiotikum Doxycyclin. «Bei der Wirksamkeit gibt es keinen Unterschied», sagt Burchard. Beide Medikamente sind rezeptpflichtig und werden vom Hausarzt verschrieben. Malarone muss noch sieben Tag nach der Reise weiter genommen werden, Doxycyclin sogar vier Wochen. Malarone ist nicht günstig: Die Packung mit zwölf Tabletten kostet mehr als 50 Euro. Das Präparat Lariam sei in Deutschland mittlerweile aus dem Verkehr gezogen, so der Experte.

Welche Nebenwirkungen gibt es?

Bei Malarone könnten vor allem Magen-Darm-Unverträglichkeiten auftreten, erklärt Burchard. Bei Doxycyclin nennt der Experte Hautreaktionen bei starker Sonneneinstrahlung und Pilzbefall der Schleimhäute auch im Genitalbereich. Doxycyclin sollte nicht von Schwangeren und Kindern unter acht Jahren eingenommen werden, rät der Tropenmediziner.

Zahlt die Krankenkasse die Medikamente?

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen in der Regel nicht für Malaria-Prophylaxe. Allerdings erstatten viele Kassen die Kosten bei einer privaten Reise in Malaria-Gebiete freiwillig, erklärt Claudia Widmaier, Pressereferentin des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen. Am besten fragt man vorher bei seiner Kasse nach.

Was kann ich als Reisender sonst tun?

Konsequenter Mückenschutz ist immer noch der beste Weg, um eine Malariainfektion zu vermeiden. Reisende sollten nachts unter Netzen schlafen und sich tagsüber mit einem Antimückenspray einsprühen, das den Wirkstoff DEET enthält. Es empfiehlt sich lange Kleidung.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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