Freizeitparks bereiten sich auf Saisonstart vor

08.05.2020
Keine Besucher, keine Einnahmen - Schleswig-Holsteins Freizeitparks sind seit fast zwei Monaten zwangsweise geschlossen. Sie hoffen auf ein Signal, wann es wieder losgehen kann. «Wir sind vorbereitet», sagt Hansapark-Chef Leicht.
Auf einer Fläche von 460.000 Quadratmetern bietet der Hansa-Park verschiedene Themenbereiche mit integrierten Shows und Fahrattraktionen mit Ostseeblick. Foto: Frank Molter/dpa
Auf einer Fläche von 460.000 Quadratmetern bietet der Hansa-Park verschiedene Themenbereiche mit integrierten Shows und Fahrattraktionen mit Ostseeblick. Foto: Frank Molter/dpa

Sierksdorf (dpa) - Die Freizeitparks in Schleswig-Holstein warten sehnsüchtig auf einen Termin, an dem sie wieder öffnen dürfen. Er gehe davon aus, dass die Parks spätestens im Zuge der Wiederöffnung des Landes für Tagestouristen wieder ihre Tore für Besucher aufsperren dürften, sagte der Inhaber des Hansaparks Sierksdorf, Andreas Leicht.

Doch obwohl noch kein Zeitpunkt bekannt sei, liefen die Vorbereitungen für den verspäteten Saisonstart bereits seit Wochen auf Hochtouren. Weit und breit ist kein Besucher zu sehen. Dennoch donnert die Achterbahn «Nessi» über das Gelände hinweg. «Wir bewegen unsere Fahrattraktionen regelmäßig, damit sich die Kugellager nicht festsetzen», sagte Claudia Leicht, die Pressesprecherin des Hansaparks.

Vorbereitungen im Hansapark

Eigentlich hatte der Hansapark nach der Winterpause am 28. März wieder öffnen sollen. «Mitten in die Saisonvorbereitungen platzte dann am 15. März die Anordnung des totalen Lockdowns wegen der Corona-Pandemie», sagte Parkchef Leicht.

Die jetzt seit rund acht Wochen andauernde Schließung sei für das Unternehmen und seine Mitarbeiter wirtschaftlich sehr hart. «Doch wir nehmen das gerne auf uns, um Leben und Gesundheit anderer nicht zu gefährden», sagte er. Auch eine mögliche Wiedereröffnung in dieser Saison stehe ohne Wenn und Aber unter diesem Vorbehalt, sagte Leicht. Auf dem 460.000 Quadratmeter großen Freiluft-Gelände könnten Abstandsregeln aber relativ leicht eingehalten werden.

Auch bei der Tolk-Schau im Kreis Schleswig-Flensburg herrscht große Sorge. «Derzeit ist noch völlig ungewiss, wann und wie wir wieder öffnen dürfen», sagte Prokurist Stephan Erichsen. Der Familienbetrieb mit 25 festen Mitarbeitern und bis zu 25 Saisonkräften hatte im Winter beschlossen, erst am 1. Mai anstatt bereits in den Osterferien zu öffnen. «Das stellt sich jetzt als Glück heraus, denn dadurch sind uns bisher keine großen Verluste entstanden», sagte Erichsen.

Jetzt hofft er auf baldige Lockerungen, nachdem Tierparks und öffentliche Spielplätze mit Auflagen bereits wieder öffnen durften. «Ein Supergau wäre es allerdings, wenn wir in den Sommerferien nicht öffnen dürften», sagte Erichsen.

Doch auch wenn die Landesregierung grünes Licht für die Wiedereröffnung gibt, kann es noch einige Zeit dauern, bis sich die Tore tatsächlich für Besucher öffnen. «Wir brauchen nach dem Lockdown bis zu vier Wochen, um alle Bereiche wieder hochzufahren», sagte Hansapark-Chef Leicht.

Europa-Park startet nach Corona Ende Mai die Sommersaison

Deutschlands größter Freizeitpark, der Europa-Park, startet am 29. Mai und damit fast auf den Tag genau zwei Monate später als geplant seine Sommersaison. Die Hotelgastronomie werde schrittweise vom 18. Mai an wieder öffnen, teilte der Vergnügungspark in Rust bei Freiburg mit. Die von Bund und Land beschlossenen Lockerungen der Corona-Regeln machen dies möglich. Der Freizeitpark hatte eigentlich am 28. März die Sommersaison starten wollen, musste wegen des Coronavirus aber geschlossen bleiben.

Der Europa-Park wird dieses Jahr 45 Jahre alt. Im vergangenen Jahr hatte er mit mehr als 5,7 Millionen Gästen einen Besucherrekord erreicht. Zudem ist er nach eigenen Angaben Deutschlands größter privater Hotelbetreiber an einem Ort. Es werde verschärfte Hygieneregeln und eine Begrenzung der Besucherzahl geben, sagte eine Unternehmenssprecherin. Zudem werde auf Abstand geachtet.

Freizeitparks in Byern wollen am Pfingstwochenende öffnen

Während sich andere Betreiber in Bayern mit konkreten Ankündigungen noch zurückhalten, erklärte der Geschäftsführer des Skyline Parks in Bad Wörishofen (Landkreis Unterallgäu),Joachim Löwenthal, gegenüber der «Allgäuer Zeitung», man wolle am 30. Mai wieder öffnen. «Wir kriegen dafür noch Auflagen», sagte eine Sprecherin. «Was genau wir beachten müssen, wissen wir noch nicht.» Auch der Playmobil-FunPark in Zirndorf bei Nürnberg kündigte an, am 30. Mai wieder zu öffnen. Unter welchen Voraussetzungen dies möglich ist, sei derzeit noch unklar, so ein Sprecher. «Wir sind aber zuversichtlich, dass uns das gelingt.»

Hansapark

Tolk-Schau


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Zur Eindämmung des Coronavirus müssen alle Hotels und Pensionen an der Nord- und Ostseeküste geschlossen bleiben. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa Tourismusverband MV für Verschiebung der Sommerferien Wäre es besser, wenn in diesem Jahr wegen der Corona-Krise die Sommerferien einfach auf den Frühherbst verschoben werden könnten? Die Reisebranche macht einen Vorschlag.
Daniel Günther (CDU),Ministerpräsident von Schleswig-Holstein nimmt vor einer Rede bei einer Sondersitzung des Landtags die Schutzmaske ab. Foto: Carsten Rehder/dpa Zweitwohnungen in Schleswig-Holstein bald wieder nutzbar Gute Nachricht für Besitzer einer Zweitwohnung in Schleswig-Holstein: Sie sollen ab 4. Mai ihre Immobilie wieder selber nutzen dürfen. Es bleiben aber Beschränkungen und Auflagen.
Aktivurlaub: Das Leipziger Neuseenland lockt Freunde des Wassersports - hier der Cospudener See in Markkleeberg. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa-tmn Wo Deutschland wild und einsam ist Im Urlaub in weite Ferne schweifen? Darauf kann man in diesem Jahr nicht unbedingt setzen. Es gibt aber auch in Deutschland schöne Ecken - oft sind es sogar einsame Orte.
Die Qualität am Nordseestrand Wremen wurde als mangelhaft bewertet. Foto: Sina Schuldt/dpa Deutsche Badegewässer überwiegend ausgezeichnet Die EU-Umweltagentur EEA bescheinigt dem Großteil aller Badestellen in Europa eine hohe bis sehr hohe Wasserqualität. Wegen der Corona-Krise hat die Behörde jedoch einen bestimmten Rat an Badefreunde parat.