Fake-Rechnungen für Telefonsex aus Tschechien

04.02.2021
Bei seltsamen Mails sind viele Verbraucherinnen und Verbraucher schon sensibilisiert, kritisch hinzuschauen. Deshalb nutzen Betrüger längst auch SMS und Briefe, um Panik zu schüren und abzukassieren.
Was soll das denn? Fake-Rechnungen für Telefonsex landen derzeit verstärkt in Briefkästen und auf Smartphones. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Was soll das denn? Fake-Rechnungen für Telefonsex landen derzeit verstärkt in Briefkästen und auf Smartphones. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Kehl (dpa/tmn) - Sie haben angeblich einen «Service für Erwachsene» in Anspruch genommen und sollen 90 Euro nach Tschechien schicken oder überweisen? Ganz sicher nicht. Denn solche Forderungen, die derzeit verstärkt per Brief oder SMS verschickt werden, sind reine Abzocke, warnt das Europäische Verbraucherzentrum.

Auch wenn schnell Briefe und Nachrichten mit Betreffen wie «Letzte Mahnung» oder «Vermeiden Sie weitere Maßnahmen» folgten, in denen höhere Beträgen gefordert werden, gilt den Verbraucherschützern zufolge: nicht zahlen.

Vermeintliche Firmen

Hinter den Abzockversuchen stünden vermeintliche Firmen aus Tschechien, die ihre Namen ständig wechselten. Bekannt seien unter anderem Telestar, Telesmart, Arvex, Mexcom, Kawora, Werso, Comera, Innova Inkasso, Telpay oder Madaco.

Aber wie kommen die Betrüger an Telefonnummern und Anschriften ihrer Opfer? Das Verbraucherzentrum geht davon aus, dass die Hintermänner auf simple Tricks wie Lockanrufe setzen, die zum Rückruf animieren, oder auf Anrufe, in denen nach der Adresse gefragt wird, weil angeblich ein Paket nicht zugestellt werden konnte.

Beschwerde und Polizei

Und selbst wer Telefonsex-Dienstleistungen in Anspruch genommen hat, bezahle diese erst einmal direkt als reine Verbindungskosten, erklären die Verbraucherschützer. Höhere Kosten dürften nur berechnet werden, wenn zuvor ein Vertrag mit festgelegten Preisen abgeschlossen worden sei. Und Unternehmen müssen dies belegen können, was bei den besagten «Rechnungen» in der Regel nicht der Fall sei.

Betroffenen raten die Verbraucherschützer, sich schriftlich beim Absender zu beschweren und diesen auffordern, die Forderung fallen zu lassen und weitere Schreiben zu unterlassen. Auch die Polizei sollte informiert werden. Wer Fragen zum Thema hat oder Hilfe benötigt, kann sich kostenlos an das Europäische Verbraucherzentrum wenden.

© dpa-infocom, dpa:210204-99-300390/2

Informationen zur Betrugsmasche


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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