Fahrrad-Navis und Handy-Apps für Radler

30.07.2019
In der Stadt eignen sich Smartphone-Apps auch für Radler bestens, um von A nach B zu kommen. Doch wer im Sattel Touren machen will, greift besser zum Fahrrad-Navigationsgerät. Denn dessen Akku hält länger durch, und es bietet bessere Möglichkeiten zur Planung des Trips.
Kleiner Wegbegleiter: Digitaler Fahrradtacho mit GPS-Funktion. Foto: Robin Kirchner/pd-f.de/dpa-tmn
Kleiner Wegbegleiter: Digitaler Fahrradtacho mit GPS-Funktion. Foto: Robin Kirchner/pd-f.de/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Seit es fürs Fahrrad technische Hilfe bei der Navigation gibt, entdecken Radler bequem neue Wege - denn die Technik verirrt sich nicht so leicht wie der Mensch auf unbekanntem Terrain. Grundsätzlich gibt es für Fahrradfahrer zwei verschiedene Möglichkeiten, sich technisch unterstützen zu lassen.

Entweder, sie nutzen ein Navigationsprogramm das sie auf ihr Smartphone laden. Oder sie montieren ein Fahrrad-Navigationsgerät.

«Für alltägliche Wege in der Stadt sind Smartphone-Apps in der Regel besser geeignet», sagt René Filippek vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Der Grund: Man müsse kein zusätzliches Gerät mitführen - denn die meisten Menschen haben ihr Telefon immer dabei.

Stromfresser

«Apps greifen mittlerweile häufig auf eingespeiste Daten hunderter anderer Nutzer zu, das ist besonders in unbekannten Städten ein Vorteil», nennt David Koßmann vom Pressedienst Fahrrad (pd-f) weitere Vorteile. Außerdem seien Smartphone-Displays manchmal größer als die der Fahrrad-Navis. So lassen sich Kartendetails besser ablesen - jedoch fressen die leuchtenden Bildschirme auch jede Menge Strom.

«Bei längeren Touren haben sie Vorteile, weil sie wetterfest sind, längere Akkulaufzeiten haben und oft bessere Möglichkeiten zur Planung der Tour bieten», sagt Filippek. Zudem werden sie immer mit einer Halterung ausgeliefert, die man sich fürs Handy ebenso wie spezielle Regenhüllen extra besorgen muss.

Stoßfest

Die Geräte sind zudem stoßfester als viele Handys und dürfen aus Lenkerhöhe auch schon mal auf den Boden fallen. Ihre Displays sind anders als viele Handys auf den Outdoor-Einsatz vorbereitet. Spiegeln Smartphone-Oberflächen je nach Lichteinfall stark, sind viele der Navis mit sogenannten transflektiven Displays ausgestattet und lassen sich so noch in direktem Sonnenlicht gut ablesen.

Das Fachmagazin «Bike Bild» (2/2019) nahm jüngst Modelle verschiedener Hersteller von 180 Euro bis 440 Euro unter die Lupe und weist auf weitere Unterschiede hin. So lassen sich an manchen Geräten auch Touren nicht nur durch Vorgabe von Ziel und Wegpunkten generieren, sondern auch in gewünschter Länge.

Andere Strecken als mit dem Auto

«Mit dem Rad möchte ich ganz andere Strecken fahren als mit dem Kfz und auch die Wahl haben zwischen kurzen, flachen und szenisch schönen Strecken», sagt David Koßmann.

Deshalb ist es besonders wichtig, dass Geräte und Software nicht nur den Unterschied zwischen verschiedenen Wegearten - Straße, Waldweg, Trail, Feldweg, geschottert oder asphaltiert - kennen. Sie sollten sie zur besseren Orientierung auch erkennbar auf dem Display abbilden. Zeigen die Geräte ein Höhenprofil an - umso besser. Teils lassen sich mit ihnen auch Rundreisen erstellen. Letztlich sollten auch die Abbiegehinweise eindeutig und gut wahrnehmbar sein.

An vielen Geräten lassen sich Strecken anhand von Adressen, Kartenpunkten und Koordinaten oder Points-of-Interest (POIs) berechnen. Das sind für Radler zum Beispiel Restaurants oder geeignete Unterkünfte, teils sind auch Läden mit Reparaturmöglichkeiten hinterlegt.

Für längere Trips

Für längere Trips rät Koßmann aber zur Routenkalkulation am heimischen Computer: «Ich mache das nur so, denn so weiß ich genau, was mich erwartet.» Man habe Streckenlänge und Höhenmeter besser im Blick. «Zudem lassen sich viele Straßen auf Google Earth auf ihren Zustand überprüfen» - was am Gerät selbst nicht geht. «Zur Planung gibt es von den Herstellern meist entsprechende Software, die vorher auf dem Computer installiert werden muss», sagt Filippek.

Längst auch verschmilzt die Technik miteinander. So kommunizieren Navi und Handy nicht nur miteinander, um neues Kartenmaterial per App aufs Gerät zu bekommen, das man vorher per Mobilfunkverbindung oder im WLAN heruntergeladen hat. Die Navis koppeln sich teils mit dem Smartphone, um auch Telefonanrufe und eingehende Nachrichten auf dem Display anzuzeigen.

Können die Geräte zudem mit Trittfrequenz- und weiteren Sensoren am Rad kommunizieren, bereiten sie Leistungsdaten auf, die wiederum in der Online-Community geteilt werden können - interessant für sportlich orientierte Radler zum Überwachen von Trainingseffekten.

Wer nur radwandern möchte, benötigt so etwas aber nicht - und freut sich womöglich mehr daran, auch mal unbekanntes Terrain zu ergründen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Telefonieren wollen alle. Aber welchen der unzähligen Tarife soll man auswählen? Foto: Christin Klose/dpa-tmn Mobilfunktrends: Kurze Laufzeit, mehr Daten und neue Tarife Immer mehr Daten für immer weniger Geld, kürzere Vertragslaufzeiten, kaum noch subventionierte Telefone. Auf dem Mobilfunkmarkt ist einiges in Bewegung. Was sind die Trends, und worauf muss man achten?
Ungewolltes Klingelton-Abo? Entdecken Verbraucher in ihrer Mobilfunkrechnung ungerechtfertigte Beträge, können dahinter dubiose Dienstanbieter stecken, die die Technik des WAP-Billing missbrauchen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Missbrauch beim WAP-Billing: So schützt man sich vor Abzocke Für viele ist WAP-Billing noch immer ein Fremdwort - obwohl dubiose Dienste auf diesem Weg seit Jahren Mobilfunkkunden abzocken. Deshalb sollten sich Verbraucher schützen. Das geht mit einfachen Mitteln.
Ran an den Strom: Das müssen Smartphones in der Regel einmal am Tag. Wer etwas sparsamer ist, kommt länger Steckdose aus. Foto: Christin Klose Tricks für eine längere Akku-Laufzeit des Smartphones Handy-Akkus sind empfindliche Geschöpfe. Sie leeren sich zu schnell, gehen kaputt und haben ihre eigenen Regeln. Wer diese jedoch beachtet, kann das Beste aus seinem Akku rausholen - sodass er vielleicht sogar bis zum nächsten Tag durchhält.
5G kann die Daten rund hundert Mal schneller transportieren als das aktuelle LTE (4G). Das eröffnet neue Möglichkeiten etwa bei der Robotersteuerung oder der Vernetzung selbstfahrender Fahrzeuge. Foto: Andrej Sokolow Was der Mobilfunkstandard 5G verspricht Der Ausbau des mobilen Netzes ist in Deutschland viele Jahre auf der Strecke geblieben. Um so größer sind die Erwartungen, die nun in den neuen Standard 5G gesteckt werden. Was können Verbraucher konkret erwarten?