Facebook-Tracking blockieren und alternative Apps nutzen

07.02.2019
Das Bundeskartellamt hat Facebook das Sammeln von Daten auf fremden Seiten untersagt. Doch weil der Konzern sich rechtlich wehren will, ist ein Ende der Sammelei noch nicht absehbar. Kann man das Heft beim Datenschutz nicht einfach selbst in die Hand nehmen?
Für alle, die nicht auf ihrem Weg durchs Netz beobachtet werden möchten, hat die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) die Browser-Erweiterung Privacy Badger entwickelt. Foto: Robert Günther
Für alle, die nicht auf ihrem Weg durchs Netz beobachtet werden möchten, hat die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) die Browser-Erweiterung Privacy Badger entwickelt. Foto: Robert Günther

Berlin (dpa/tmn) - Den «Gefällt-mir»-Button auf Webseiten kennt fast jeder. Der Auswertungsdienst Analytics dürfte schon weniger bekannt sein. Doch beides sind Beispiele für Tracker genannte Instrumente, mit denen Facebook auf fremden Webseiten Nutzerdaten sammelt.

Wer verhindern möchte, dass er von Facebook - und anderen Dritten - auf seinem Weg durchs Netz beobachtet wird (Tracking),kann zum Beispiel den Privacy Badger nutzen. Die Browser-Erweiterung (Add-on) der Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) ist für die Browser Chrome, Opera und Firefox verfügbar - bei letzterem auch für Android-Smartphones und -Tablets.

Kern der Entscheidung des Kartellamts ist das Verbot, auf fremden Webseiten gesammelte Daten mit Informationen zusammenzuführen, die von Nutzern auf der Facebook-Plattform erhoben werden.

Um das zu verhindern, können Facebook-Mitglieder zusätzlich zu Tools wie dem Privacy Badger die Firefox-Erweiterung Container nutzen. Sie soll die Netzwerk-Nutzung angemeldeter Mitglieder isolieren, ohne die Funktionsfähigkeit von Facebook einzuschränken. Natürlich kann Firefox Container nicht beeinflussen, welche Daten Facebook von eingeloggten Mitgliedern erhebt. Diese Daten sind bisher auch ausdrücklich nicht Gegenstand der Untersuchung des Kartellamts.

Das Bundeskartellamt zählt zu den «Drittquellen» für die Daten auch zum Facebook-Konzern gehörende Dienste wie WhatsApp oder Instagram. Beide plant Facebook aktuell mit dem Facebook Messenger auf eine gemeinsame technische Plattform umzusiedeln.

Aber auch bei Messenger-Apps muss schon jetzt niemand das Sammeln und Auswerten von Nutzer- oder Kommunikations-Metadaten tolerieren: Es gibt viele quelloffene Messenger mit einem pfleglichen Nutzerdaten-Umgang. Diese lassen sich auch problemlos parallel ausprobieren oder nutzen - etwa wenn sich im Familien- oder Freundeskreis noch kein eindeutiger Trend zur Nutzung eines alternativen Messengers abzeichnet. Das Verbraucherportal «Mobilsicher.de» empfiehlt etwa die Messenger Signal, Threema oder Wire, die alle mindestens als Android- und iOS-App sowie als Desktop-Anwendung verfügbar sind.

Informationen zum Privacy Badger mit Links zur Installation im Browser

Facebook Container zur Installation im Firefox-Browser

"Mobilsicher.de"-Test von Signal

"Mobilsicher.de"-Test von Threema

"Mobilsicher.de"-Test von Wire


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Viele Informationen tippt man tagtäglich in die Messenger-App. Damit niemand mitlesen kann, sollte man auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung Wert legen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn Chat-Alarm: Was man über Messenger wissen sollte Ein Smartphone ohne Messenger? Findet man nur noch selten. Das breite Angebot an entsprechenden Apps macht es möglich. Nutzer sollten Messenger-Anwendungen aber erst einmal gründlich unter die Lupe nehmen, bevor sie ihnen vertrauen und sie nutzen.
Whatsapp bietet jetzt eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Nachrichten sollen nicht mehr von Dritten gelesen werden können. Foto: Andrea Warnecke Whatsapp-News sind nur mit neuester Version verschlüsselt Whatsapp-Chats sind nun Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Das heißt: Nur noch Sender und Empfänger können die Inhalte einer Nachricht lesen. Doch damit das auch klappt, müssen die App-Versionen aktuell sein. Und alle Datenschutzprobleme des Messengers löst auch das nicht.
Es muss nicht immer Whatsapp sein. Allerdings hat der Messenger in Deutschland wohl mit Abstand die meisten Nutzer. Foto: Henning Kaiser Funktionalität und Nutzerzahl: Was bei Messenger-Apps zählt Texte, Bilder, Videos, Telefonate: Messenger-Apps sind Kommunikations-Alleskönner. Ein Blick auf die Unterschiede lohnt sich. Und eventuell auch, seine Kontakte zu überzeugen. Es muss nämlich nicht immer Whatsapp sein.
Verbraucherschützer kommen zu dem Schluss, dass Soziale Medien den Grundsatz der Datenminimierung in der DSGVO verletzen. Foto: Yui Mok Trotz DSGVO: Soziale Medien leisten zu wenig Datenschutz Sie greifen auf Kontakte zu oder registrieren die Mobilfunknummer. Soziale Medien wie Facebook, Instagram und WhatsApp fordern immer noch einige Nutzerdaten ein. Verbraucherschützer sehen darin einen Verstoß gegen die DSGVO.