Ein Drittel storniert oder verschiebt Sommerurlaub

17.04.2020
Noch ist unklar, wann Reisen im In- und Ausland wieder möglich werden. Doch viele Menschen in Deutschland treffen jetzt schon eine Entscheidung und sagen ihren Sommerurlaub ab.
Der Urlaub scheint zumindest für das Jahr 2020 durch die Corona-Krise plötzlich in weite Ferne gerückt, das Auswärtige Amt rät weiterhin von allen touristischen Reisen ab. Foto: Roberto Pfeil/dpa
Der Urlaub scheint zumindest für das Jahr 2020 durch die Corona-Krise plötzlich in weite Ferne gerückt, das Auswärtige Amt rät weiterhin von allen touristischen Reisen ab. Foto: Roberto Pfeil/dpa

Berlin (dpa) - Unter dem Eindruck der Corona-Krise verschiebt oder storniert ein Drittel der Bürger in Deutschland laut aktueller Umfrage den geplanten Sommerurlaub. Wie aus dem «Deutschlandtrend» im ARD-«Morgenmagazin» hervorgeht, trifft dies auf 35 Prozent der Befragten zu.

Konkret haben demnach 14 Prozent der Wahlberechtigten ihren Urlaub bereits storniert, 21 Prozent haben geplante Buchungen verschoben. Demgegenüber wollten 28 Prozent noch an ihren Reiseplänen festhalten. 31 Prozent hätten nicht vorgehabt, zu verreisen, oder täten dies grundsätzlich nicht, hieß es. Das gelte überdurchschnittlich häufig für ältere Menschen sowie für Menschen mit geringen Einkommen. Etwa 6 Prozent gaben an, es nicht zu wissen, machten keine Angabe - oder erklärten, stets spontan zu verreisen.

Noch keine Aufhebung der Reisewarnung

Bundesaußenminister Heiko Maas kann noch nicht abschätzen, ob die weltweite Reisewarnung für Touristen vor dem Sommer aufgehoben werden kann. «Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann man keine Prognose darüber treffen, wie lange die Reisewarnung aufrechterhalten wird», sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin. «Solange es Ausgangssperren gibt in vielen Ländern, wird dort auch kein Urlaub zu machen sein. Wir werden das von Woche zu Woche entscheiden, und wir werden uns versuchen so gut es geht auch europäisch abzustimmen.»

Maas hatte Mitte März eine Reisewarnung für alle touristischen Reisen ins Ausland ausgesprochen - ein bisher einmaliger Schritt. Sie gilt - wie die Kontaktsperren im Inland - noch bis zum 3. Mai. Die Bundesregierung will Ende April oder Anfang Mai entscheiden, wie es weitergeht. Reisewarnungen gab es bisher nur bei einer Gefahr für Leib und Leben, vor allem für Kriegsgebiete wie Syrien oder Afghanistan.

Reise- und Übernachtungsverbot in den Bundesländern

Auch wann Gastunterkünfte in Deutschland wieder öffnen werden, bleibt ungewiss. So bleiben Urlaubsreisen und Tagesausflüge nach Mecklenburg-Vorpommern weiterhin untersagt, damit auch die Vermietung von Hotelzimmern, Ferienwohnungen oder Zeltplätzen. Auswärtige Besitzer von Ferienhäusern dürfen diese auch selbst nicht nutzen. Restaurants, Bars und Gaststätten müssen bis auf weiteres geschlossen bleiben. Allerdings stellte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) bei Beibehaltung der bislang geringen Infektionsquote für Mitte Mai Lockerungen im Aussicht.

Für eine Wiederaufnahme des Tourismus in Schleswig-Holstein plant das Jamaika-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP eine Reihenfolge, aber noch kein Datum. Vorgesehen sind Öffnungen in drei Schritten: Zuerst sollen Zweitwohnungen wieder zugänglich werden, dann Ferienwohnungen und Hotels und schließlich ist der Tagestourismus dran. Dies begründete Günther damit, hier sei es nicht kontrollierbar, in welchem Umfang sich Menschen auf den Weg machten.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Im Kampf gegen die Corona-Pandemie macht das schwer betroffene Spanien weiter Fortschritte. Doch der Tourismus werde vor Jahresende nicht wieder in Gang kommen, warnt die Regierung. Foto: Clara Margais/dpa Der Sommerurlaub steht auf der Kippe Gerade erst hat das Coronavirus den Osterurlaub über den Haufen geworfen. Jetzt gerät auch der Sommerurlaub in Gefahr - vor allem für diejenigen, die ins Ausland wollen.
Nach wochenlanger Abschottung soll sich das Tourismusland Mecklenburg-Vorpommern bald wieder öffnen. Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa Ansturm auf Ferienunterkünfte in Deutschland erwartet Urlaubshungrige haben wieder eine Perspektive - zumindest in Deutschland soll es bald wieder mit dem Reisen losgehen. Es zeichnet sich allerdings ein Vergnügen mit Einschränkungen ab.
Passanten gehen auf der Brücke «Pont de Bir-Hakeim», mit Blick auf den Eiffelturm. Foto: Philippe Lopez/AFP/dpa Urlaubsziele in Europa vor dem Neustart Ob ans Meer in Kroatien oder in die österreichischen Berge: Hält der Trend bei den Corona-Infektionszahlen an, könnten in Europa viele Grenzen ab 15. Juni wieder offen sein. Urlauber und Tourismusbranche schöpfen Hoffnung.
Um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verringern, hat die chinesische Hauptstadt Peking alle größeren Veranstaltungen und Tempelfeste anlässlich des chinesischen Neujahrsfestes abgesagt. Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa Lungenkrankheit in China: Was Reisende wissen müssen Das Coronavirus in China breitet sich weiter aus. In zahlreichen Städten der betroffenen Provinz Hubei wurde der öffentliche Verkehr eingestellt. Womit Reisende außerdem rechnen müssen.