Edler Hybrid: Microsofts Surface Book im Test

17.02.2016
Microsofts Surface Book ist gleichzeitig Notebook und Tablet und soll neue Maßstäbe für das mobile Arbeiten mit Windows 10 setzen. Neben der ordentlichen Rechenleistung, dem Speicher und der Flexibilität fällt auch der nicht gerade geringe Preis des Hybrid-Laptops auf.
Microsofts Surface Book ist eine Kombination aus Notebook und Tablet. Foto: Andrea Warnecke
Microsofts Surface Book ist eine Kombination aus Notebook und Tablet. Foto: Andrea Warnecke

Berlin (dpa/tmn) - In den Notebook-Markt kommt Bewegung: Microsoft bietet mit dem Surface Book zum ersten Mal in seiner Geschichte einen eigenen Personal Computer an.

Was bei den Geschäftspartnern des Software-Konzerns vielleicht nervöse Reaktionen wegen der ungewohnten Konkurrenz hervorruft, dürfte bei den Anwendern Neugier wecken. Immerhin wurde das Surface Book bei seiner Vorstellung in den USA von einem Microsoft-Manager als das «ultimative Notebook» angepriesen. Es soll als Referenzmodell zeigen, was alles im neuen Betriebssystem Windows 10 steckt. Die dpa-Themendienst-Redaktion hat das Gerät angeschaut und ausprobiert.

Das Gehäuse des Surface Book ist aus einer besonders leichten Magnesium-Legierung. Dadurch bringt das Notebook nur 1,5 Kilogramm auf die Waage. Das Surface Book kann aber auch in ein Tablet verwandelt werden. Das Display lässt sich mit einem Tasten-Klick von der Tastatur trennen und separat als Tablet mit leicht verminderter Leistung nutzen. Zur Verbindung mit der Außenwelt gibt es zwei USB-3.0-Anschlüsse, einen Mini-Display-Port und einen Steckplatz für SD-Karten. Die Tastatur hat eine Hintergrundbeleuchtung. Ihre Tastenbeschriftung (dunkelgrau auf hellgrau) ist bei ungünstigen Lichtverhältnissen nur schwer zu erkennen. Während der 2-in-1-Rechner auf eine Akku-Laufzeit von gut zwölf Stunden kommt, schafft das Display solo etwa drei Stunden. 

Display und Tastatur sind über ein Scharnier verbunden, das einem Buchrücken nachempfunden ist und sich beim Öffnen wie eine Ziehharmonika zusammenschiebt. Während der Arbeit bietet es dem Display den nötigen Halt. In geschlossenem Zustand bleibt allerdings an der verbundenen Seite eine Lücke zwischen Tastatur und Display.

Der 13,5 Zoll große Bildschirm bietet eine Auflösung von rund 3000 mal 2000 Pixel. Damit sei es noch schärfer als das Retina-Display von Apples Macbook Pro (2880 mal 1800 Pixel),sagt Microsoft-Manager Oliver Gürtler. Tatsächlich hinterlässt das Display im Test mit seinem hohen Kontrast (1700:1) und dem breiten Farbspektrum (sRGB) einen guten Eindruck.

Ohne Tastatur wiegt das Display rund 700 Gramm und lässt sich damit gut als Tablet nutzen, auch wenn die Größe für manchen Nutzer gewöhnungsbedürftig sein könnte. Alternativ zum Finger lässt sich das Surface Book mit dem drucksensitiven Stift bedienen, der beiliegt. Er verfügt über 1024 Druckpunkte, so dass auch Künstler filigran mit dem Stift zeichnen können. Auf Wunsch vieler Nutzer habe Microsoft den Stift mit einem virtuellen Radiergummi ausgestattet, sagt Gürtler.

Mit dem Stift lassen sich auch Anwendungen wie Office öffnen. Unter dem neuen Browser Edge, dem Nachfolger des Internet Explorer, kann der Nutzer damit Textstellen oder Komponenten in Webseiten markieren, Notizen anfügen und anschließend die Seite per Messenger oder E-Mail verschicken. Nach Gebrauch lässt sich der Stift per Magnethaltung an der Seite des Books fixieren. 

Das Surface Book soll aber vor allem herausstreichen, wie vielseitig sich das neue Windows 10 nutzen lässt. Das Betriebssystem ist in der Pro-Version installiert und unterstützt alle normalen Desktop-Anwendungen. Ein vollständiges Office-Paket ist nicht vorinstalliert. Als Schreibprogramm steht das Wordpad zur Verfügung, als sogenanntes Scratchbook kann Microsofts digitaler Notizblock OneNote genutzt werden. In Sachen Produktivität soll künftig die digitale Assistentin Cortana Maßstäbe setzen. Sie sucht auch auf Sprachbefehl nach Inhalten auf dem Computer oder im Web.

In früheren Tests festgestellte Fehler wie Bildschirmflackern oder Abstürze ließen sich mit dem Testgerät nicht mehr nachvollziehen. Lediglich einige Hänger der Assistentin Cortana und der Messenger-App kamen anfangs vor, verschwanden dann aber. «heise online» berichtet über einen unverhältnismäßig hohen Stromverbrauch im Stand-by-Modus.

Je nach Ausstattung kostet das Surface Book zwischen 1649 und 2919 Euro. Das Topmodell unter den vier Geräten ist mit einem Intel-Chip Core i7 der Skylake-Reihe ausgestattet, ab 256 Gigabyte (GB) Speicher gibt es einen nicht näher bezeichneten Geforce-Grafikchip von Nvidia dazu. Zumindest für einfachere 3D-Spiele sollte er genug Kraft haben. Maximal 16 GB Arbeitsspeicher und 512 Gigabyte Festspeicher sind möglich. Ein Modell mit 1 Terabyte Speicher ist, anders als in den USA, hierzulande zunächst nicht verfügbar. Das Surface Book ist ab Donnerstag (18. Februar) in Deutschland im Handel.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Die Spiele-Zukunft liegt auf dem Handy und an der Konsole. Die klassischen Computerspiele auf der CD-Rom werden sich verabschieden, sagt ein Experte. Foto: Armin Weigel Computer-Experte: Spiele auf CD sterben aus Virtual-Reality-Brillen sind die Zukunft der Computerspiele, Farmville gehört der Vergangenheit an: Der Direktor des Berliner Computerspielemuseums spricht über Trends in der Branche.
Der Prototyp der Computermaus bestand aus einem klobigen Holzkästchen mit Strippe, einer roten Taste zum Klicken und einem Rad, das die Bewegungen des Geräts auf dem Bildschirm umsetzte. Foto: Logitech Wie die Computermaus vor 50 Jahren die Welt veränderte Wer hat vor 50 Jahren die Computermaus erfunden? Steve Jobs? Oder Bill Gates? Beide Antworten sind falsch. Die Antwort auf diese Frage führt nicht nur ins kalifornische Silicon Valley, sondern auch nach Konstanz am Bodensee.
In Deutschland gibt es immer mehr Menschen, die süchtig nach Computerspielen sind. Einer der Gründe: Beim Gamen sind sie von ihren Alltagssorgen abgelenkt. Foto: Swen Pförtner Wenn Computerspiele süchtig machen In Deutschland steigt Experten zufolge die Zahl derjenigen, die süchtig nach Computerspielen sind und auch ohne Internet nicht auskommen können. Eine Konferenz in Berlin widmet sich dem Problem.
Wie man sich vor Erpresser-Trojanern schützt und sie auch wieder los wird, zeigt die Webseite «nomoreransom.org». Screenshot: nomoreransom.org Foto: nomoreransom.org «Nomoreransom.org»: Aufklärung über Erpressungs-Trojaner Trojaner gehören zu den hartnäckigsten Viren auf dem Computer. Seit einiger Zeit gibt es auch Trojaner, die Geld für die Entschlüsselung der gestohlenen Daten fordern. Eine Internetseite will darüber aufklären und liefert zudem Werkzeuge zum Dechiffrieren.